Presse Studierende gründen eine international tätige „virtuelle Firma“ am RheinAhrCampus

Europäisch gefördertes LEONARDO-Projekt „Cross Cultural Business Communication“

Wie lernt sich interkulturelle Kommunikation im aktuellen Geschäftsleben am Besten? Durch praktisches Ausprobieren! Genau das praktiziert Dr. Laurent Borgmann, Leiter des Bereichs Sprachen/Internationales am RheinAhrCampus mit seinen Studierenden, denen die Begeisterung für das Projekt geradezu anzusehen ist. Dabei geht es darum, virtuelle Unternehmen im Internet zu gründen. An diesem europäisch geförderten LEONARDO-Projekt „Cross Cultural Business Communication“ sind nicht nur die Studierenden des RheinAhrCampus Remagen beteiligt, sondern auch die Studierenden zweier ausländischer Universitäten: Die Universität von Ljubljana in Slowenien und die Universität von Budapest in Ungarn. Diese internationale Beteiligung am Projekt soll den Studierenden die praktischen Herausforderungen der Internationalisierung von Firmen näher bringen.

Jede Universität wird in ihrem Land ein eigenes Unternehmen gründen, die jeweiligen Produkte den anderen beiden Unternehmen anbieten sowie auch Produkte abnehmen. Hierbei gibt es klare Terminabsprachen, wann welche Firma der anderen etwas anbietet bzw. angeboten bekommt. Dadurch soll versucht werden, die Termintreue, wie sie in der Business-Realität verlangt wird, in das Projekt mit einfließen zu lassen.

Da arbeitet der Remagener Student Felix Külshammer an einem sinnvollen Text, um der ungarischen Firma die deutsche Beratungstätigkeit zu verkaufen, während in Ljubljana daran gearbeitet wird, die junge deutsche Firma zu animieren, die gesamte Büroausstattung aus Slowenien zu kaufen. Es werden Beschwerden wegen Lieferverzögerung oder Mängeln an der Ware geschrieben und auch empfangen. Es ist alles simuliert und dennoch gehorcht jegliche Tätigkeit den wirklichen Gesetzen des Marktes. „Dass die ganze Korrespondenz dann auch noch auf Englisch abläuft, vergisst man nach einer Weile total, weil es viel wichtiger ist, die Fristen einzuhalten und am Ball zu bleiben“, sagt Daniela Dung, studentische Verkaufsleiterin der neugegründeten virtuellen Firma. Es ist darauf zu achten, dass in den einzelnen Abteilungen genaue Arbeitsaufteilungen vorgenommen werden, um einen möglichst reibungslosen und effektiven Prozessablauf im gesamten Unternehmen zu gewährleisten, wie es auch in der Realität verlangt wird. Noch diese Woche gründen die Studierenden des RheinAhrCampus Remagen das Unternehmen „RACbay-Consulting“. Dieses Unternehmen soll Einzelpersonen und Unternehmen dabei unterstützen, Produkte über „ebay“ zu verkaufen. RACbay-Consulting bietet Interessenten ein Training zur erfolgreichen Vermarktung von Produkten bei ebay und unterstützt tatkräftig die ersten Verkäufe. Zusätzlich sammelt RACbay statistische Daten darüber, über welchen Zeitraum Produkte bei ebay angeboten werden sollten, zu welchem Zeitpunkt es am zweckmäßigsten ist, eine Auktion zu beenden und in welcher Form das Produktangebot sein soll. Dabei ergeben sich z.B. die Fragen, ob gleichartige Produkte besser zusammen angeboten werden sollten oder ob es nicht effizienter ist, jedes Produkt einzeln anzubieten. Alles Fragen, die sich stellen, sobald man als Firma oder Einzelperson über ebay verkaufen will.
RACbay-Consulting versucht demnach, Einzelpersonen und Unternehmen maßgeschneiderte Konzepte zu verkaufen, damit diese bei Verkauf ihrer Produkte über ebay einen möglichst großen Gewinn erzielen können. Gerade bei grenzüberschreitendem Warenversand gibt es viele Klauseln, die durch die Beratungsfirma beachtet werden. Und nicht zuletzt spielt auch die Unterstützung bei technischen Fragen oder Problemen eine große Rolle.

Die Studierenden der verschiedenen Universitäten haben sich bisher nicht treffen können und der gesamte Kontakt zwischen den Unternehmen wird über das Medium Internet abgewickelt, ganz wie bei international agierenden Großkonzernen.
Geplant ist aber ein Treffen der verschiedenen Studentengruppen im Februar nächsten Jahres. Matthias Göring aus der PR-Abteilung ist schon ganz ungeduldig: „Nachdem ich jetzt bestimmt schon 5 Briefwechsel mit Reka Jablonkai aus Budapest hatte, würde ich sie nun auch gern kennenlernen. Hoffentlich klappt es bereits im Februar!“