Wissenschaft für den Wiederaufbau Mission Statement

Über das Kompetenznetzwerk „Wissenschaft für den Wiederaufbau“ (WfdW)

Was ist das Kompetenznetzwerk? Warum wurde es gegründet? Was will das Kompetenznetzwerk erreichen?

Das Kompetenznetzwerk „Wissenschaft für den Wiederaufbau“, eine Initiative des Landes RLP in Zusammenarbeit mit seinen Hochschulen, hat zum Ziel, die wissenschaftliche Expertise der Wissenschaftseinrichtungen des Landes zur Krisenfolgenbewältigung und zum Wiederaufbau für eine nachhaltige, zukunftsfähige, klimaangepasste und vor allem resiliente Entwicklung des Ahrtals und der weiteren von der Flut-/Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebiete in RLP unter seinem Dach zu bündeln.

Das Kompetenznetzwerk soll als Plattform für ein science-policy-society-interface die Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Kommunen und Landkreisen sowie der mit dem Wiederaufbau befassten Ressorts der Landesregierung und der Wissenschaft unterstützen. Es soll die Akteure vernetzen sowie relevante Forschungs- und Transferthemen identifizieren und damit zielgerichtet den Wieder- und Neuaufbau mit wissenschaftlicher Fachexpertise mittel- und langfristig begleiten.

Eine der Lehren aus der Flutkatastrophe ist, dass die Entstehung von Hochwasserereignissen im Sinne einer planenden Vorausschau künftig räumlich engmaschiger und bereits in den oberen Einzugsgebieten beobachtet werden muss. Über gemeinsame Projekte und Veranstaltungen vor Ort und dem laufenden Transfer von Know-How für konkrete Problemstellungen und Anforderungen aus der Praxis sowie der Bündelung interdisziplinärer wissenschaftlicher Kompetenzen werden wichtige und innovative Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklung der betroffenen Regionen gegeben.

Dabei versteht sich das Kompetenznetzwerk als konstruktiv-kritische Begleitung sowie als Anlaufstelle für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Angebot dieses auf Forschungs- und Transferprojekte ausgerichteten Verbunds richtet sich vorrangig an alle kommunalen Akteure und relevanten Stakeholder in den von dieser Naturkatastrophe betroffenen Regionen.

Neben der Realisierung konkreter Maßnahmen in den Regionen soll die unter dem Dach des Netzwerkes stattfindende Forschung zudem den Anspruch haben, das Ahrtal und weitere betroffene Gebiete in RLP als Modellregionen zu betrachten und andere krisenhafte Phänomene (z. B. ökonom. Krisen, Pandemien, etc.) zu untersuchen. Auch vergleichende Analysen mit anderen (Welt-)regionen, die eine reziproke Transferleistung erlauben, sind Teil der Agenda des Netzwerkes. Dabei werden Querschnittsthemen und Megatrends bzw. zentrale Zukunftsaufgaben wie Klimaanpassung und Digitalisierung jeweils in den Aktivitäten mitgedacht. Formiert hat sich das Kompetenznetzwerk im Zuge eines Auftaktworkshops Ende 2021, in dem vier zentrale Handlungsfelder mit einschlägigen, nicht abgeschlossenen Unterthemen, identifiziert wurden: Wasserwirtschaft, Kommunal- und Regionalentwicklung, Technische Infrastruktur sowie Governance, Katastrophenprävention, Krisenreaktion. Diese zeigen das breite Spektrum an Themen auf, denen sich das Kompetenznetzwerk widmet.

Die im Kompetenznetzwerk engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschulen, außeruniversitären Forschungs- sowie weiterer Wissenschaftseinrichtungen des Landes arbeiten dabei u.a. an folgenden Fragestellungen:

  • Wie lässt sich aus der Katastrophe lernen?
  • Welche Schwierigkeiten gab es, wie wurden sie überwunden?
  • Welche technischen, baulichen und logistischen Maßnahmen müssen ergriffen werden, um künftig früher und besser reagieren zu können?
  • Welche Erfahrungen gibt es im Zusammenhang mit der Kommunikation innerhalb des betroffenen Gebietes und der Bevölkerung sowie von Politik und Verwaltung?
  • Wie kann die architektonische Entwicklung in der Region hochwasserresistent, klima- und energiefreundlich gestaltet werden?
  • Wie kann im Rahmen des Wiederaufbaues auch die Identitätsbildung mit ggf. neuen Strukturen und Erscheinungsbildern gefördert werden?
  • Welche Veränderungen bzw. Anpassungen sollten bei Verwaltungsstrukturen, Zuständigkeiten, Abläufen, rechtlichen Rahmenbedingungen usw. vorgenommen werden?
  • Welche technischen Vorkehrungen gibt es für Hitze- und Dürreperioden?
  • Wie lässt sich das Bewusstsein von Öffentlichkeit und Bevölkerung zur Katastrophenprävention und Krisenreaktion schärfen und wachhalten?
  • Wie lassen sich in Bezug auf Individuen wie auch größere Gruppen Stressresilienz sowie die Fähigkeit zur Traumabewältigung stärken?

Die Fragestellungen und Leitfragen des Kompetenznetzwerks ergeben sich dabei einerseits aus den Anforderungen der Bewältigung der materiellen, strukturellen und psychischen Folgen der Flutkatastrophe und zielen andererseits auf ein „Lernen aus der Katastrophe“ ab, um wissenschaftsbasierte Konzepte in die Prävention und Bewältigung von vergleichbaren Krisen einzubringen. In einem engen Konsultationsprozess mit den Stakeholdern in den Regionen werden die Fragestellungen praxisnah abgestimmt und konkretisiert, um eine Einbindung in bestehende Prozesse und Systeme sowie die zielgerichtete und passgenaue Umsetzung in konkrete Maßnahmen zu gewährleisten.