Projekthintergrund und -ziel
"Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen!"
- Antoine de Saint-Exupéry
Hintergrund
In der zunehmend digital geprägten Welt eröffnen sich für die akademische Bildung vielfältige Chancen, die den Bildungsort Hochschule attraktiver machen können. In Anlehnung an Schünemann und Budde (2018) wird die Digitalisierung als Mittel für die Hochschulbildung in einer digitalen Welt verstanden.
2020 hat die Corona-Pandemie die Digitalisierung der Lehre stark beschleunigt und die Präsenzlehre wurde in großen Teilen durch digitale Lehr-/ Lernangebote in Form von synchroner und asynchroner Lehre ersetzt. Im Rahmen der Evaluierung der digitalen Corona-Semester äußerte ein Großteil der Studierenden den Wunsch, zukünftig analoge und digitale Lehrangebote stärker miteinander zu verzahnen sowie die Potentiale einer verstärkt digitalen Lehre zu nutzen. Die Studierenden wünschen sich Lösungen, die das Lernen und Lehren langfristig orts- und zeitunabhängiger (Flexibilisierung) gestalten und die individuellen Voraussetzungen der zunehmend heterogeneren Studierendenschaft umfassender berücksichtigen (Individualisierung). Hieraus ergibt sich die Herausforderung einer strukturellen Flexibilisierung auf der Ebene der Fachbereiche (s. Digitaler Fachbereich).
Die zunehmend digital ausgerichtete Lehre erfordert von den Lehrenden eine grundlegende Überarbeitung ihrer Lehrkonzepte und den Erwerb von digitalen Lehrkompetenzen. Die vor Projektstart bereits vorhandenen Supportangebote werden von den Lehrenden als hilfreich bis sehr hilfreich bewertet. Zusätzlich bestand für die Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote der Wunsch - neben den Bereichen der Medientechnik und Medienproduktion – die Mediendidaktik verstärkt auszubauen. Ergänzend zu Tutorials, Beratungsgesprächen und Schulungen wünschten sich die Lehrenden darüber hinaus einen kollegialen Austausch. (s. Digitale Lehrkompetenz).
Die zunehmende Digitalisierung wirkt sich auch auf die Studierenden und die von ihnen erwarteten Kompetenzen in medialer Kommunikation und Interaktion aus und zeichnet sich durch eine zunehmende Bedeutung der Selbstorganisation aus. Entsprechend wurde das Angebot des Onlineportals kompetentdurchsstudium weiterentwickelt und den Studierenden entlang des gesamten „Student-Life-Cycles“ die Möglichkeit gegeben, zukunftsrelevante Schlüsselkompetenzen zu erwerben (s. Digitale Lernkompetenz).
Die technische Ausstattung der HS Koblenz zur Umsetzung digitaler Lehr-/Lernkonzepte wurde stetig erweitert und umfasst u.a. eine einheitliches LMS und technisches Leihequipment zur Erstellung von E-Learning-Content. Darüber hinaus bedarf es für die nachhaltige Weiterentwicklung der digitalen Lehre einer weiteren Anpassung und Entwicklung vor allem in Hinblick auf eine verstärkte Individualisierung der digitalen Lehr- und Lerninfrastruktur sowie den Austausch untereinander (s. Digitale Lehr- und Lerninfrastruktur).
--
Schünemann, I., Budde, J. (2018). Hochschulstrategien für die Lehre im digitalen Zeitalter: Keine Strategie wie jede andere!, Arbeitspapier Nr. 38. Berlin: Hochschulforum Digitalisierung beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V.
Projektziel
Die Herausforderungen der Digitalisierung liegen nicht primär auf der technischen Ebene. Ziel des Projektes KuDiKo war es, die Potentiale der Digitalisierung für die Hochschullehre in einem ganzheitlichen und vernetzten Ansatz zu nutzen.
Folglich wurden Flexibilität und Individualität von Studium und Lehre verbessert, digitale Lehr- und Lernkompetenzen ausgebaut sowie technische Voraussetzungen geschaffen und in einem ganzheitlichen Ansatz in einer Kultur der Digitalität zusammengeführt.
Projektphilosophie
In Anlehnung an das Design Thinking, war das gesamte Projekt als innovativer Gestaltungsraum angelegt, der alle Hochschulakteure und -gremien in die Entwicklung, Erprobung und Justierung folgender Teilprojekte einbezog:
- Digitaler Fachbereich | erprobte flexible Studienmodelle
- Digitale Lehrkompetenz | adressierte mediendidaktische Kompetenzen
- Digitale Lernkompetenz | adressierte Future Skills
- Digitale Lehr- und Lerninfrastruktur| schuf digitale Interaktionsräume



