Presse Sozial engagierte Studentin Natalia Obikhod erhält DAAD-Preis

Jedes Jahr werden mit dem mit 1.000€ dotierten Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) herausragende internationale Studierende ausgezeichnet, die sowohl besondere akademische Leistungen als auch bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement gezeigt haben. In diesem Jahr konnte die ukrainische Studentin Natalia Obikhod die Jury überzeugen. Seit März 2020 studiert die junge Frau am Remagener RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz im Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und engagiert sich dort in besonderem Maße für die Integration ausländischer Studierender.

  • Natalia Obikhod mit ihrem Laudator Prof. Dr. Claus-Michael Langenbahn

  • Natalia Obikhod mit Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, dem Präsidenten der Hochschule Koblenz

  • Natalia Obikhod mit Anne Quander, der Leiterin des International Office (Fotos: Hochschule Koblenz/Gandner)

Als Natalia Obikhod 2019 nach Deutschland kommt, wird sie herzlich aufgenommen: In Bad Neuenahr-Ahrweiler verbringt sie ein Jahr lang als Au-Pair in einer Familie, betreut die Kinder, lernt nebenbei Deutsch in einem Kurs und besucht bereits als Gasthörerin verschiedene Vorlesungen an der Hochschule Koblenz. Im März 2020 schreibt sich die junge Frau, die in der Ukraine bereits ein Bachelorstudium im Bereich Finanzen absolviert hat, am RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz für den Master ein: Sie studiert BWL mit einer Vertiefung in Logistik und E-Business. Ohne die Unterstützung ihrer Gastfamilie, ihrer Deutschlehrer, Freunde und auch der Mitarbeitenden am RheinAhrCampus wäre das nicht möglich gewesen, ist sich Natalia Obikhod sicher.

Prof. Dr. Michael Langenbahn, Auslandsbeauftragter im Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, betreut Natalia Obikhod im Rahmen einer Lehrveranstaltung und nominiert sie schließlich für den DAAD-Preis 2021: „Ich durfte sie als talentierte und engagierte Studentin erleben“, berichtet er, „besonders beeindruckt hat mich ihr ansteckender Enthusiasmus und ihr weit überdurchschnittliches Engagement in zahlreichen internationalen Projekten.“ Bereits während ihres ersten Studiensemesters nimmt die Studentin an diversen fachfremdsprachlichen Lehrveranstaltungen teil und arbeitet bis heute als studentische Hilfskraft im Bereich Sprachen/Internationales. Hier unterstützt sie unter anderem durch die eigenständige Durchführung von Tutorien in deutscher Sprache für internationale Studierende, bei der Veranstaltung der Digital International Week und ganz besonders bei dem Projekt GreenErasmus-RheinAhrCampus. So engagierte sich Obikhod im Rahmen von „Nachbarschaft und Klimaschutz blühen auf in Remagen“ in einem Workshop mit Studierenden und Remagener Bürgerinnen und Bürgern – um gemeinsam zu lernen, wie Insektenhotels gebaut werden.

„Ein so hohes gesellschaftliches Engagement vor Ort neben dem Studium, dass nicht in der Muttersprache absolviert wird, ist beeindruckend. Gleichzeitig beschäftigt sich Frau Obikhod mit wichtigen europäischen und globalen Zukunftsthemen wie Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie internationale Studierende unsere Hochschulgemeinschaft und die Gesellschaft bereichern“, betont Pia Dekorsy vom International Office der Hochschule. Der DAAD-Preis wird seit 1995 an der Hochschule Koblenz verliehen, Natalia Obikhod ist die zweite Preisträgerin aus der Ukraine.

„Ich habe nie erwartet, den DAAD-Preis tatsächlich zu bekommen und bin immer noch überrascht, dass genau ich aus allen Bewerbenden der Hochschule Koblenz ausgewählt wurde“, freut sich Obikhod, „noch nie im Leben fühlte ich mich so wohl, wie in Deutschland – und besonders am RheinAhrCampus in Remagen. Jede Unterstützung, jede Hilfe, jedes Lächeln macht mich stärker und bedeutet mir viel.“ Welche Pläne die junge Studentin nach ihrem Studium hat? Sie möchte schon bald ein Auslandssemester an der Pondicherry University in Indien absolvieren. „Was Frau Obikhod sich vornimmt, das schafft sie auch und damit wird sie an unserer neuen Partnerhochschule die erste Gaststudentin aus Deutschland sein. Es freut mich besonders, dass wir eine so internationale und engagierte Studentin als beste Botschafterin für die Hochschule Koblenz entsenden“, findet Dr. Laurent Borgmann, Leiter des Bereichs Sprachen/Internationales am RheinAhrCampus. Im späteren Berufsleben möchte sie sich dann vor allem mit der nachhaltigen Entwicklung von Unternehmen befassen – ihrer Leidenschaft. Sie betont: „In der Betriebswirtschaftslehre geht es nicht nur um Profit oder wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch darum, wie man Ressourcen solidarisch und nachhaltig verteilt.“

Der mit 1.000 € pro Hochschule dotierte DAAD-Preis soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Die Studierenden, die über ihre jeweilige Hochschule einen solchen Preis erhalten haben, stehen für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus der ganzen Welt. Sie sind künftige Partner für Deutschland in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.