Presse Studiengang Biomathematik am RheinAhrCampus wird im Rahmen der Kleine-Fächer-Wochen gefördert

  • Fotos: Hochschule Koblenz/Felix Will

KOBLENZ/REMAGEN. Der Studiengang Biomathematik im Fachbereich Mathematik und Technik am Standort RheinAhrCampus Remagen der Hochschule Koblenz gehört zu den 17 Projekten, die die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für eine Förderung im Rahmen der "Kleine Fächer-Wochen" ausgewählt haben. Die Fördersumme in Höhe von 18.500 Euro wird der Studiengang dafür nutzen, um sich in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Neben der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz ist die Hochschule Koblenz die einzige Hochschule in Rheinland-Pfalz, die die Jury mit ihrem Konzept überzeugte konnte.

Unter dem Motto "Biomathematik: Mathematik für das Leben" werden sich im Wintersemester 2019/20 viele Aktivitäten am RheinAhrCampus um diesen kleinen, aber für zukunftsorientierte Lehre und Forschung höchst interessanten Studiengang drehen. Kern des Projektes ist eine Ringvorlesung mit Biomathematikerinnen und -mathematikern aus Wissenschaft und Praxis, die interessante Einblicke in ihr jeweiliges Tätigkeitsfeld erlauben. Diese Veranstaltungsreihe richtet sich an studieninteressierte Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern, an Studierende der Hochschule Koblenz aller Disziplinen und nicht zuletzt an die breite regionale Öffentlichkeit. Zudem sollen ein Informationsvideo, Broschüren und weitere mediale Kanäle den Studiengang und seine beruflichen Perspektiven vorstellen.

„Es geht darum, die Schnittstelle von Mathematik, Biowissenschaften und Medizin bekannt zu machen, die jeden einzelnen von uns betrifft, beispielsweise im Rahmen von Medikamententests, klinischen Studien, Krebsforschung oder beim ethischen Umgang mit medizinischen Daten“, betont Prof. Dr. Markus Neuhäuser, Dekan des Fachbereichs Mathematik und Technik. Die Biomathematik lehrenden Professoren und die Professorin – Prof. Dr. Babette Dellen, Prof. Dr. Maik Kschischo und Prof. Dr. Markus Neuhäuser – hoffen, auf diesem Weg auch neue Studierende für den bislang noch eher als Exot gehandelten Studiengang Biomathematik gewinnen zu können.

„Die Stärke und das Profil der Hochschule liegen in der Unterstützung von Vielfalt und Verschiedenheit – kurz gesagt ihrer Diversität in Lehre in Forschung. Daher freuen wir uns besonders, dass wir uns – als eine von wenigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften – im Wettbewerb um die Kleinen-Fächer-Wochen behaupten konnten“, erklärt Prof. Dr. Daniela Braun, Vizepräsidentin für Lehre und Diversity an der Hochschule Koblenz. Der Studiengang Biomathematik sei nicht nur wegen seiner exklusiven Größe und seiner Inhalte außergewöhnlich: „Dieser Studiengang weist einen überdurchschnittlich hohen Anteil weiblicher Studierender auf, was insbesondere für einen MINT-Studiengang prägnant ist.“

„Die gemeinsame Initiative soll diese Fächer stärken, die in der deutschen Hochschullandschaft eine wichtige, aber selten gewürdigte Rolle spielen. Sie will die wissenschaftlichen Leistungen der Kleinen Fächer sichtbarer machen, über Studienmöglichkeiten und Berufsperspektiven informieren und die Alltagsrelevanz der Kleinen Fächer erlebbar machen", so HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt. HRK und BMBF wollen Studierende und den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Kleinen Fächer begeistern: "Der Stellenwert der Kleinen Fächer in Deutschland muss sichtbarer werden, um die gesamte kulturelle Breite der Wissenschaft zu zeigen", so die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek. Die Hochschulen konnten in ihren Konzepten für Kleine Fächer-Wochen jeweils eigene Akzente setzen. Die Bandbreite der von einem unabhängigen Gutachtergremium ausgewählten Projekte ist groß. Beteiligt sind Technik- und Naturwissenschaften ebenso wie Geistes- und Sozialwissenschaften. Von der Musiktherapie bis zur Bioinformatik, von der Biomathematik bis zu Osteuropa-Studien reicht das Spektrum.

Das BMBF fördert die Kleinen Fächer seit vielen Jahren. Mit der 2016 veröffentlichten Förderrichtlinie "Kleine Fächer - Große Potenziale" ermöglicht das es bis 2021 über 40 exzellenten Nachwuchswissenschaftler/innen aus den Kleinen Fächern an innovativen Projekten zu forschen. Um die Kleinen Fächer in ihrer interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit weiter zu stärken, wird das BMBF in diesem Herbst eine neue Förderrichtlinie veröffentlichen. Die Hochschulrektorenkonferenz setzt sich ebenfalls seit vielen Jahren für den Erhalt und die Stärkung der Kleinen Fächer ein. So hat sie deren systematische Kartierung angestoßen als wichtige Grundlage für Situationsanalyse und systematische Förderung (https://www.kleinefaecher.de/).