Forschung & Projekte Strategien Ländlicher Raum SLR

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„Strategien Ländlicher Raum“ ist ein interdisziplinäres Lehr- und Forschungsgebiet, in dem die Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und der Fachbereich Sozialwissenschaften gemeinsam an aktuellen und zukunftsweisenden Fragestellungen für ländliche Räume arbeiten.

Aus dieser erfolgreichen Kooperation ist der neue interdisziplinäre Masterstudiengang Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung M.Sc. hervorgegangen, der im März 2021 erstmals an der Hochschule Koblenz startet.

 

Der demografische Wandel führt in städtischen und ländlichen Räumen zu unterschiedlichen Herausforderungen und Aufgabenstellungen. Hinzu kommen Wanderungen und strukturelle Veränderungen in vielen Lebensbereichen, die nicht nur räumliche, sondern auch soziale und organisatorische Muster und Strukturen neu prägen. So entsteht mancherorts Wachstum; in anderen Räumen herrschen Stagnation oder Schrumpfung. Standortfaktoren für die Attraktivität und Lebensqualität eines Ortes, so wie etwa Erreichbarkeit, Infrastrukturausstattung, digitale Vernetzung, soziale Gemeinschaft und naturräumliche Potenziale stehen auf dem Prüfstand und entscheiden über die Zukunft der Gemeinden. Dabei besitzt die Bandbreite zwischen zentralen, gut angeschlossenen Orten einerseits und peripheren, abgehängte Räumen andererseits eine Vielzahl an Schattierungen. Dies wirft für die Gemeinden essentielle Fragen auf, die aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Bewertungen beantwortet werden müssen. Zentrale Themen sind u.a.:

Wie verändert die Digitalisierung das Leben und Arbeiten auf dem Land?

Welche alternativen Wege kann es für Nahversorgung, Bildungssysteme und Gesundheitswesen geben?

Wie geht man mit aktuellen und zukünftigen demografischen Prozessen um und welche (Gleich-) Wertigkeit hat und braucht das Land?

Wir sind der Auffassung, dass städtische und ländliche, zentrale und periphere, wachsende und schrumpfende Räume je nach ihren spezifischen Rahmenbedingungen und Potenzialen unterschiedliche Lösungsansätze und Instrumente brauchen und nicht einheitlich behandelt werden dürfen. 

Außerdem gehen wir davon aus, dass die Betrachtung einer Situation aus verschiedenen Blickwinkeln einen Mehrwert generiert und zu besseren, langfristig tragfähigeren Lösungen führt. Deshalb arbeiten die Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen und der Fachbereich Sozialwissenschaften gemeinsam an den Aufgabenstellungen des ländlichen Raums. 

Forschung und Lehre sind für uns eng miteinander verbunden. Dazu gehört auch der Schritt in die Praxis, das heißt zu den Kommunen, Gemeinden und Kreisen im ländlichen Raum. Gemeinsam mit Partnern aus der Region und den lokalen Akteuren vor Ort ist es unser Ziel, integrierte, zukunftsweisende Lösungswege aufzuzeigen, zu erproben und so strategische Antworten für die Herausforderungen ländlicher Räume zu finden.

Zukunft Jugendheim Urbach

Master P-Modul im Sommersemester 2021

Das Jugendheim Silvanus in der Gemeinde Urbach diente lange Zeit als Ausflugsdomizil für Schulklassen und Sportgruppen, die von der ruhigen Umgebung, der Mehrzweckhalle sowie dem benachbarten Schwimmbad und Sportplatz profitierten. Inzwischen ist das Fachwerkhaus baulich nicht mehr auf dem neuesten Stand und wurde geschlossen. Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erscheinen erst dann sinnvoll, wenn ein zukunftsweisendes Nutzungskonzept für das Gebäude und das zugehörige Grundstück vorliegt.

Der Zweckverband Kirchspiel Urbach (Eigentümer) ist daher auf der Suche nach einer neuen Nutzungsidee, von der sowohl die örtliche Gemeinschaft als auch die umliegenden Orte profitieren. Zudem sollen die Konzepte auf die Besonderheiten und Chancen des Ortes und des historischen Gebäudes eingehen, einen angemessenen Umgang mit der Bestandssubstanz aufzeigen sowie eine ökonomisch tragbare Lösung ermöglichen. Auf dem Grundstück befindet sich außerdem ein zweigeschossiges Mehrzweckgebäude, das eine Sporthalle, eine Bühne sowie weitere Gästezimmer bietet. Das gesamte Planungsareal umfasst inklusive der Bolzwiese rund 12.200 qm.

Die Schwerpunkte dieser Entwurfsaufgabe sind: die Analyse der Ortsstruktur, die Definition angemessener Nutzungs- und Entwicklungspotenziale, die Ausarbeitung eines eigenen individuellen Raumprogramms sowie die gestalterische Umsetzung eines zukunftsweisenden Nutzungskonzeptes in Bestand und Neubau für möglichst viele Bevölkerungsgruppen.

Aufgabenstellung (PDF)

Kloster Ravengiersburg

  • Foto Kloster Ravengiersburg auf dem Hügel

Master-P-Modul im Sommersemester 2020

Ravengiersburg ist eine Gemeinde mit 337 Einwohnern und liegt in unmittelbarer Nähe zur Kreisstadt Simmern im Hunsrück. Der Ort ist geprägt durch die auf einer Erhebung liegende Kirche St. Christophorus, den sogenannten Hunsrückdom, das anschliessende Klostergebäude sowie einen dicht bebauten Ortskern. Das Kloster als Gründung des Augustiner-Chorherrenstifts im 11. Jhd. wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und in den 1920er Jahren als Philosophisch-Theologische Ordenssschule wiederbelebt. Bis 2006 diente es als Ausbildungsstätte.

Nun sind Pfarr- und Ortsgemeinde auf der Suche nach einer zeitgemäßen Nutzung, die den Besonderheiten des Ortes gerecht wird und die Attraktivität für Bewohner und Gäste von Ravengiersburg steigern soll. Dabei geht es sowohl um zukunftsorientierte Nutzungskonzepte für die historischen Klostergebäude als auch um die Nutzung der Flächen der zwischenzeitlich abgerissenen Schul- und Internatsgebäude der 1970er Jahre. Dabei werden die Schwerpunkte der Aufgabe die Definition von individuellen Nutzungen, die Entwicklung von Konzepten und Raumprogrammen sowie der gestalterische Umgang mit historischen Strukturen in Verbindung mit zeitgemäßen Architekturauffassungen sein.

Die Ergebnisse werden in Form einer Ausstellung vor Ort im Kloster präsentiert. Ab dem 16.10.2020 steht diese für Besucher offen, eine Anmeldung ist erforderlich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Andreas d'Orfey, Tel. 0177 2917832.

Ausstellung der BA-Thesen im Keramikmuseum

Fünf Bachelor-Abschlussarbeiten gibt es nun im Keramikmuseum Westerwald zu sehen! Angeregt durch Prof. Markus Karstieß und Prof. Jens Gussek entstanden im Sommersemester 2020 Entwürfe, die sich mit einer möglichen Campuserweiterung für das Institut für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG) der Hochschule Koblenz beschäftigten.

Aufgrund der beengten Räumlichkeiten am IKKG entwarfen die Studierenden architektonische und freiräumliche Strukturen, welche die Bestandsgebäude um Neubauten ergänzen und die spezifischen Anforderungen an die Arbeits- und Lernprozesse berücksichtigen. Zentrale Themen waren beispielsweise die funktionale Optimierung von Abläufen auf dem Grundstück, die Anordnung der Brennöfen, die Belichtung der Ateliers, die multifunktionale Nutzbarkeit von Räumen, die Einbindung der Ergänzungsbauten in die starke Topographie des Geländes und vieles mehr. Die vielschichtigen Arbeiten, die von Prof. Peter Thomé betreut wurden, sind nur noch kurze Zeit bis Ende Oktober im Keramikmuseum Westerwald ausgestellt.

"Zukunft Dorf" in Hunsrück, Taunus und Westerwald

Im Wintersemester 20/21 geht das interdisziplinäre Modul „Zukunft Dorf“ in seine fünfte Runde. Der Kurs steht für Studierende der Sozialen Arbeit und der Architektur gleichermaßen offen! So können fachübergreifende Teams gebildet werden, die sich gemeinsam mit der Ortsentwicklung in ländlichen Räumen auseinandersetzen. Diesmal nehmen wir die Ortsgemeinden Bogel (Taunus), Mörsdorf (Hunsrück) und Stahlhofen (Westerwald) unter die Lupe. Inwiefern sind diese kleinen Orte in den Höhenlagen vergleichbar, was macht die Lebensqualität dort aus und welchen Herausforderungen sehen sie sich gegenüber?

Die Anmeldungen für Architekturstudierende sind ab dem 1.10. möglich. Aufgrund der Corona-Präventionsmaßnahmen findet der Kurs fast ausschließlich digital statt.

BA-Thesis IKKG 2.0

Herzlichen Glückwunsch an unsere Absolventinnen! In diesem Semester haben sich fünf neugierige Architekturstudierende in ihrer Bachelorthesis an die anspruchsvolle Herausforderung einer Campuserweiterung herangewagt. Ziel des Entwurfes war es, das Institut für künstlerische Keramik und Glas (IKKG) am WesterWaldCampus in Höhr-Grenzhausen um neue Räumlichkeiten zu erweitern.

Zur Vorbereitung konnten die Studierenden im Rahmen einer Blockveranstaltung vor Ort den WesterWaldCampus kennenlernen und Einblicke in die Entstehung und Bearbeitung von Keramiken gewinnen. Dies war wichtig, um die Prozessabläufe und Besonderheiten des Lebens, Lernens und Arbeitens am IKKG nachvollziehen und in das neue Entwurfskonzept einbinden zu können. In der Folge entwickelten die Studierenden eigenständige Entwurfsansätze mit ganz individuellen Zielen, Visionen und Schwerpunktsetzungen. Die Arbeiten sollen in Form einer Ausstellung am IKKG präsentiert werden. Der Termin wird noch bekanntgegeben.

IKKG 2.0

  • © Markus Karstieß © Christian Schultz

Bachelor-Thesis im Sommersemester 2020

In Höhr-Grenzhausen befindet sich der WesterWaldCampus der Hochschule Koblenz: Die Wurzeln der keramischen Ausbildung der Hochschule Koblenz am Standort Höhr-Grenzhausen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Heute sind dort die Werkstofftechnik Glas und Keramik und das Institut für Künstlerische Keramik und Glas angesiedelt. Das Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz bietet als eine der wenigen international hochrangigen Einrichtungen der bildenden Kunst ausgesuchten, talentierten jungen Leuten eine umfassende künstlerische Ausbildung mit dem Schwerpunkt moderne Skulptur und den Materialfeldern Keramik und Glas. Das IKKG, das Institut für künstlerische Keramik und Glas, gelangt räumlich an seine Grenzen und kann daher in seinen beiden Studiengängen nur 32 Studierende aufnehmen. Der Standort soll nunmehr um Ausstellungs-, Atelier- und Seminarräume erweitert werden und an die bestehenden Gebäude räumlich und freiräumlich angebunden werden. 

Aufgabenstellung IKKG 2.0 als PDF

 

Kann das weg... oder ist das Bendorf?

  • Beispiel ortsstrukturelle Analyse
  • Isometrische Darstellung des Neuordnungskonzeptes
  • Modell
  • Lageplan Neuordungskonzept
  • Lageplan Neuordnungskonzept als Beispiel
  • Modellfoto orthogonal

Master-P-Modul im Wintersemester 2019/20

Das Projekt beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung eines innerstädtischen Blockbereichs in der nahegelegenen Stadt Bendorf. Angesichts der vielen leerstehenden Einzelhandelsgeschäfte und einer steigenden Wohnraumnachfrage muss neu ausgehandelt werden, welche Flächen in welchem Umfang für die konkurrierenden Ansprüche von Einzelhandel, Dienstleistung, Verkehr, Wohnen und Freiraum zukunftsfähig erscheinen. Dazu stellt sich die Frage nach neuen Qualitäten, die der dicht überbaute Blockinnenbereich entwickeln muss, um für ein Wohnen und Arbeiten in der Innenstadt attraktiv zu sein.

Das Modul beinhaltet folgende aufeinander aufbauende Arbeitsschritte:

1. Fundierte Bestandsaufnahme

2. Diskussion um die Wertigkeit von Gebäuden

3. Neuordnungskonzept, sowohl städtebaulich als auch die Nutzungsverteilung betreffend

4. Auswahl eines individuellen Interventionsbereiches zur architektonischen Vertiefung im Entwurf

Aufgabenstellung P-Projekt als PDF

Innovation in der Lehre

Für die digitale Weiterentwicklung des bestehenden interdisziplinären Moduls „Zukunft Dorf“ hat das Lehrgebiet Strategien ländlicher Raum einen „Innovationspreis Lehre“ der Hochschule Koblenz erhalten. Die damit verbundenen finanziellen Möglichkeiten werden im Sommersemester 2019 dafür eingesetzt, ein Konzept zur stärkeren Implementierung digitaler Tools in die Lehre zu entwickeln. Insbesondere werden die Arbeit mit einem Wiki in Open OLAT sowie mit Open Meetings oder vergleichbaren Programmen getestet und Vor- und Nachteile abgewogen. Schon bald sollen erste Formate Einzug in das Modul „Zukunft Dorf“ halten und die Studierenden der Architektur und der Sozialen Arbeit bei ihren Untersuchungen zu verschiedenen Dörfern aus der Region unterstützen.

Hauptstraße Rheinbrohl

Studierende des Bauingenieurwesens und der Architektur erarbeiteten in diesem Modul gemeinsam Vorschläge für eine Neugestaltung der Ortsdurchfahrtsstraße von Rheinbrohl. Im Spannungsfeld zwischen technischen Anforderungen, den Restriktionen des Bestandes und gestalterischen Zielen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Hauptstraße neue Qualitäten als Lebensraum für Bewohner und Besucher des Ortes entfalten kann. Dabei sollte nicht nur der öffentliche Raum ein neues Gesicht bekommen, sondern auch durch die Schließung von Raumkanten und Baulücken neue Funktionen und Nutzungen zur Belebung der Rheinbrohler Hauptstraße vorgeschlagen werden.

Zukunft Dorf

Das Modul "Zukunft Dorf" erlebte im WS 2018/19 seine zweite Runde! Diesmal standen kleinere Orte in den Mittelgebirgsregionen Eifel, Hunsrück und Westerwald im Zentrum des Interesses. In interdisziplinärer Zusammenarbeit gingen Studierende der Architektur und der Sozialen Arbeit der Frage nach, was die fünf Ortsgemeinden Ellern, Glees, Langenfeld, Pfalzfeld und Steinefrenz lebenswert und zukunftsfähig macht. Dazu verwendeten sie Methoden der ortsstrukturellen und soziodemografischen Analyse und führten leitfadengestützte Interviews mit Schlüsselpersonen durch. Die Ergebnisse wurden in Form von Hausarbeiten dokumentiert.

STATTkIRCHE ST NIKOLAI

STATTkIRCHE ST NIKOLAI - Aufgabe als PDF

 

Zerbst/Anhalt, zwischen Magdeburg und Wittenberg in Sachsen-Anhalt gelegen, blickt auf eine über 1000jährige Stadtgeschichte zurück. Die Kirchenruine St. Nikolai ist mit Ihrem hohen Westwerk prägend für die Stadtsilhouette von Zerbst und zeugt als größte spätgotische Stadtkirche in Anhalt von der Bedeutung im 15. Jhd. Im April 1945 wurde sie nach Luftangriffen beschädigt, ebenso das gesamte altstädtische Umfeld. An der Nord- und Westseite der Ruine zeugen die bis Ende der  1980 Jahre erbauten Plattenbauten an den wenig sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz der sozialistischen Stadtplanung. 

Angesichts des demographischen Wandels ist die Entwicklung flexibler Wohnformen eine der zentralen Aufgaben für Architekten heute. Vielseitige gestalterische Möglichkeiten sind mit einer hohen gesellschaftlichen Verantwortung und einer großen Nachfrage nach entsprechenden Wohnangeboten verbunden. In Zerbst ist dieser Druck durch die der Stadt angehörenden 56 Landgemeinden besonders hoch. Weiterhin fehlt es an adäquaten Unterkünften auf Zeit für das touristische Angebot in Zerbst.

Die Aktivierung der Kirchenruine St. Nikolai im Zentrum von Zerbst soll als Initiale für qualitativ hochwertige flexible Wohnformen Strahlkraft für die weitere Stadtentwicklung generieren. Außerdem soll das Konzept Beispiel geben, wie historische Denkmäler über das eigentliche Dasein hinaus aktiviert und nutzbar gemacht werden können. Dies beinhaltet: 

flexibles Wohnen für Einzelne und Paare: Hierbei geht es um Entwicklung  unterschiedlich großer variabler Wohneinheiten, für ein selbstbestimmtes Leben in Ein- oder Zweipersonenhaushalten für ältere und jüngere Menschen.

variables Wohnen für Besucher undTouristen: Hierbei geht es um die Entwicklung von hochwertigen Unterkünften, die der historischen Bedeutung der Kirchenruine gerecht werden und einen besonderen, kontemplativern Charakter in unterschiedlichen, variablen Größen entwickeln

Gemeinschaftsbereiche: Hierbei geht es um die Konzeptionierung von gemeinschaftlich genutzten Kommunikations-, Aktions- und Versorgungsflächen für beide Wohnformen wie komtemplatives Raumangebot, Veranstaltungsräume, Wellness- und Physiobereiche, Restaurant/Bar, und deren Versorgungsflächen.

 

 

Lehrforschungsprojekt Zukunft Dorf

Zum fünften und vorerst letzten Mal fand im Wintersemester 2020/21 das interdisziplinäre Lehrforschungsprojekt „Zukunft Dorf“ statt. In diesem arbeiten Studierende der Sozialen Arbeit und der Architektur gemeinsam an einer stark praxisbezogenen Aufgabe – diesmal sogar unterstützt durch zwei Studierende des Studiengangs Wasser- und Infrastrukturmanagement.

Im Fokus standen die Orte Bogel (Taunus), Mörsdorf (Hunsrück) und Stahlhofen (Westerwald) sowie die Frage nach deren Zukunftsfähigkeit. Was macht diese Orte aus und macht sie lebenswert? Welcher Handlungsbedarf lässt sich weiterhin erkennen? Dabei wurden sowohl Aspekte der räumlichen Entwicklung und baulichen Gestaltung, der Mobilität und der infrastrukturellen Versorgung als auch der sozialen und kulturellen Aktivitäten sowie des bürgerschaftlichen Engagements untersucht.

Dazu griffen die Studierenden auf ein breites Methodenrepertoire zurück: In sechs Kleingruppen zu je vier Personen konnten sie ortsstrukturelle Analysen, soziodemografische Analysen, Begehungen und leitfadengestützte Interviews praktisch in den Modellgemeinden anwenden.

Die Ergebnisse stellten sie in Form eines Wikis zusammen, welches so auch den sehr interessierten und engagierten Ortsbürgermeistern zur Verfügung gestellt werden konnte. Zudem berichtete die Rhein-Lahn-Zeitung am 02.03.2021 über das Projekt.

BA-Thesis "World Glaze Library & Wolf Matthes Institute"

Die “World Glaze Library & Wolf Matthes Institute” ist die Vision eines Schauarchives für Keramikglasuren, in dem Wissenschaftler, Künstler und Museumsbesucher unter einem Dach das gesammelte Wissen rund um keramische Glasuren in Höhr-Grenzhausen erleben können. Fünf bislang eigenständige Sammlungen sollen an einem Standort zusammengeführt und in Form des Schauarchives systematisiert und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu ist ein Gebäude erforderlich, das Ausstellungs-, Forschungs- und Arbeitsräume kombiniert.

Diese Entwurfsaufgabe bildete im Wintersemester 20/21 den Ausgangspunkt für acht Bachelorthesen in der Fachrichtung Architektur. Die von Prof. Peter Thomé betreuten Arbeiten setzten sich dazu mit vielfältigen funktionalen und räumlichen Anforderungen auseinander, z.B.:

  • der städtebaulichen Einpassung des Neubaus in ein sehr heterogenes Umfeld;
  • einer adäquaten Verbindung zum benachbarten Keramikmuseum durch eine gemeinsame Freiraumgestaltung;
  • der notwendigen Adressbildung für den neuen Standort mit Signalwirkung zum Straßenraum;
  • der funktionalen Verbindung von Forschung und Museumsbesuchern ohne gegenseitige Beeinträchtigungen;
  • einer besonders guten Belichtung insbesondere der Ausstellungsräume;
  • der innenräumlichen und freiräumlichen Ausstellungskonzeption für Ausstellungsobjekte ganz unterschiedlicher Größen.

Die gestalterischen Antworten der Studierenden führten zu sehr eigenständigen und individuellen Entwurfskonzepten. Diese Bandbreite wird von den beigefügten Abbildungen illustriert, die aus jeder der acht Arbeiten beispielhaft einen Auszug herausgreifen.

Bachelor-Thesis im Wintersemester 20/21

Die diesjährige Abschlussarbeit ist dem Thema „Glasurothek“ gewidmet: einem Gebäude für ein neues keramisches Institut, welches das Wissen um Glasuren wissenschaftlich aufbereiten und Besuchern in Höhr-Grenzhausen zugänglich machen soll. Dazu bietet ein unbebautes Grundstück neben dem Keramikmuseum Westerwald eine hervorragende Möglichkeit, um fünf bislang einzelne Glasurensammlungen an einem Ort zusammenzuführen.

Die Präsentation der Sammlungen muss einerseits wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen und andererseits für Museumsbesucher*innen anschaulich und interessant aufbereitet sein. Neben dieser Doppelfunktion von Arbeits- und Ausstellungsraum soll der Gebäudeentwurf ergänzende Funktionen wie eine Präsenzbibliothek, einen Seminarraum und ein Glasurenlabor inkl. Brennofenraum und Rohstofflager erfüllen.

Wir freuen uns auf eine spannende Zeit und wünschen allen Bearbeiter*innen gutes Gelingen!

Aufgabenstellung Glasurothek als PDF

Neuerscheinung Handbuch

Passend zum neuen Masterstudiengang „Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung“ erscheint am 10. August ein neues Handbuch, herausgegeben von Steffen Kröhnert, Rainer Ningel und Peter Thomé. Dieses beleuchtet aus vielfältigen Perspektiven die Ortsentwicklung in ländlichen Räumen. Dabei werden sowohl infrastrukturelle als auch bauliche-planerische und sozial-daseinsvorsorgende Aspekte aufgegriffen.

Das Buch richtet sich an Studierende planender und sozialer Berufe sowie an Praktiker, die sich mit der Vielschichtigkeit ländlicher Ortsentwicklung auseinandersetzen wollen.

Haupt-Verlag, ISBN 9 7832528 081311

Mehrfunktionenhaus

Bachelor-EP3 im Wintersemester 2019/20

In ländlichen Räumen mit wenigen Einwohnern pro Quadratkilometer können öffentliche Gebäude und Infrastruktur oft nur dann sinnvoll ausgelastet und finanziell getragen werden, wenn sie mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen. Die Kombination verschiedener Nutzungen führt zu einer Belebung und bringt Synergien mit sich.

Daher sollte für eine kleine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz ein Mehrfunktionenhaus entworfen werden, das sowohl einen Coworking-Space als Gemeinschaftsbüro als auch eine flexible, stundenweise Betreuung für ältere Menschen und Kinder ermöglicht. Ziel war es, eine dem Ort angemessene Lösung zu finden, die zeitgemäße Anforderungen an moderne und flexible Arbeitsbedingungen erfüllt und zugleich das besonders ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl einer kleinen Ortsgemeinde als Stärke in das Konzept miteinbezieht.

Aufgabenstellung EP3 als PDF

  • Grundriss als Beispiel
  • Modellfoto
  • Materialcollage
  • Modellfoto
  • Grundriss mit Platzgestaltung
  • Gruppenfoto Studierende, Lehrende und Gäste

Lebensgerechtes Wohnen

Das Master-Vertiefungsmodul widmet sich dem Umbau einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Hofanlage in der Gemeinde Nachtsheim (ca. 550 EW) im Landkreis Mayen-Koblenz. Um dem zunehmenden Bedarf nach selbstbestimmten altersgerechten Wohnformen gerecht zu werden, sollen ein derzeit ungenutztes Wohnhaus umgebaut und erweitert und das 580 qm große Grundstück neu überplant werden. Dabei geht es darum, alternative Modelle des gemeinschaftlichen Lebens im Alter zu ermöglichen, damit Senior/innen möglichst lange in der vertrauten Umgebung ihrer Gemeinde bleiben können. Die dreiseitige Hofanlage, die einer neuen Nutzung bedarf und barrierefrei umgebaut werden muss, steht dabei repräsentativ als typische Herausforderung in ländlichen Räumen. Die vielschichtige Aufgabe umfasst in Teilen sowohl Umbau und Sanierung des Bestandes, Abbruch und Neubau von Gebäuden sowie die Gestaltung der zugehörigen Freiflächen als Aufenthalts- und Kommunikationsräume.

Die Ergebnisse werden am Mittwoch, den 24.Juli um 19.00 Uhr im Rahmen einer Bürgerversammlung im Gemeindehaus Nachtsheim öffentlich präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Aufgabenstellung als PDF

Bürgerworkshop in Nachtsheim

Wie engagiert die Nachtsheimer Bürgerinnen und Bürger sind, haben sie am 14.03.2019 eindrucksvoll unter Beweis gestellt: es war toll zu sehen, dass knapp 60 der ca. 550 Einwohner der Einladung zum Workshop gefolgt sind und fleißig mitdiskutiert haben!

Als Grundlage wurden zunächst die Forschungsergebnisse der sog. Fokusanalyse von Prof. Thomé und Dipl.-Ing. Julia Trapp vorgestellt. Im Anschluss konnten in moderierten Kleingruppen die Themen "lebensgerechtes Wohnen", "Versorgung" und "Ehrenamt und Vereinswesen" vertieft werden.

Vielen Dank für die rege Teilnahme und die konstruktiven Ideen! Schon im Sommersemester 2019 sollen erste studentische Entwürfe auf den Ergebnissen des Workshops aufbauen und konkrete Vorschläge für lebensgerechtes Wohnen in einer leerstehenden ortstypischen Hofanlage erarbeiten. Es bleibt also weiter spannend!

Kooperation mit Landkreis Mayen-Koblenz

Ab September 2018 startet ein neues Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Mayen-Koblenz: Beispielhaft für kleine Städte und Gemeinden sollen die Stadt Bendorf (ca. 16.800 Einwohner) und die Gemeinde Nachtsheim (ca. 550 Einwohner) untersucht werden. Ziel der Analyse ist es, zentrale Schlüsselthemen für die zukünftige Entwicklung zu benennen und gemeinsam im Rahmen einer längerfristig angelegten Kooperation neue Ideen und Impulse zu generieren.

Dazu werden in beiden Kommunen ortsstrukturelle und soziodemografische Analysen durchgeführt und die Erkenntnisse anhand von Schlüsselpersoneninterviews vertieft. Auch die Bürgerschaft soll im Rahmen von Workshops in den Prozess miteinbezogen werden. So entsteht eine gemeinsame Basis, auf der in folgenden Semestern vertiefende Einzelprojekte als studentische Arbeiten aufbauen können – immer mit konkretem Realitätsbezug und als Impulse für die Gemeinden im Landkreis Mayen-Koblenz.

In Nachtsheim werden die Ergebnisse am Donnerstag, den 14.03.2019 um 19.00 Uhr in der Gemeindehalle öffentlich vorgestellt und anschließend in einem BürgerInnen-Workshop vertieft.

Zukunft Dorf

Zukunft Dorf: Aufgabe als PDF

Zwei Drittel der Einwohner von Rheinland-Pfalz leben in ländlichen Gemeinden. Durch den demografischen Wandel und Megatrends wie Urbanisierung, Digitalisierung und Individualisierung verändert sich der Lebensraum „Dorf“ und steht vor komplexen Herausforderungen.

„Zukunft Dorf“ ist ein Lehrforschungsprojekt, das vom Fachbereich Sozialwissenschaft und dem Fachbereich bauen-kunst-werkstoffe im Rahmen der Kooperation „Strategien Ländlicher Raum“ durchgeführt wird.

Ziel ist es, solche ländlichen Orte in Rheinland-Pfalz zu identifizieren, die sich im Hinblick auf ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten, das bürgerschaftliche Engagement und demokratische Mitbestimmung sowie im Hinblick auf Ortsplanung und Freiraumgestaltung besonders positiv entwickeln. Mithilfe von Methoden der Sozialforschung und der städtebaulichen Analyse, die von den Studierenden selbst angewendet werden, soll ermittelt werden, welche Strategien für eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum wirksam und übertragbar sind. 

Rheinbrohl 2040

Das Entwurfsmodul zielt auf die ortsangemessene und zukunftsfähige Weiterentwicklung von Bestandsgebäuden speziell im ländlichen Raum. Doch woher wissen wir, was ortsangemessen und zukunftsfähig ist? Eine komplexe Frage erfordert eine vielschichtige Betrachtung. Sie soll in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Studierenden des Bauingenieurwesens und der Sozialwissenschaften ausgelotet werden. 

Das Besondere an diesem Modul ist die interdisziplinäre Analyse als gemeinsamer Ausgangspunkt. Daran schließt sich für die Architekturstudierenden die Ausarbeitung eines Entwurfes zur Umgestaltung bzw. Revitalisierung eines Bestandsgebäudes an. Begleitend werden immer wieder Querverbindungen zur Arbeit der anderen Studierenden hergestellt und ein gemeinsames Fazit gezogen.

Aufgabenstellung Rheinbrohl 2040 als PDF

Studie: Bildung in der Region Koblenz-Mittelrhein vor dem Hintergrund des demografischen Wandels

Im Juni 2017 veröffentlichten Prof. Dr. Steffen Kröhnert (Projektleiter) und Frau Jana Wirz M.A. (wissenschaftliche Projektmitarbeiterin) eine Studie, die den gegenwärtigen Zustand und die künftigen Herausforderungen an das Bildungssystem in der Region Koblenz-Mittelrhein vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung analysiert. Die Studie geht dem in vier Teilen nach: Einer Analyse der demografischen Entwicklung folgt ein Vergleich der Ergebnisse des Bildungssystems von Rheinland-Pfalz mit jenen anderer Bundesländer sowie eine vergleichende Bewertung unterschiedlicher Regionen innerhalb des Bundeslandes. Schließlich wird das Ergebnis einer Reihe qualitativer Experteninterviews in der Region Koblenz-Mittelrhein dargestellt.

Die komplette Studie "Bildung in der Region Koblenz-Mittelrhein vor dem Hintergrund des demografischen Wandels" kann hier heruntergeladen werden.

Exkursion "Neue Mitten"

Exkursionsankündigung als PDF

 

Architektur ist Gestaltung.

Nicht nur Gestaltung von Räumen und Gebäuden, sondern auch Gestaltung von Lebensumwelten, von Entwicklungsprozessen, von Zukunftsperspektiven für Städte und Gemeinden.

Architektur ist Verantwortung.

 

Das Lehr- und Forschungsgebiet „Strategien ländlicher Raum“ führt Architektur als gestalterische Aufgabe und Ortsentwicklung als strategische Planung zusammen. Die Exkursion präsentiert den Studierenden gute Beispiele hochwertiger Architektur, die zusätzlich zu ihrem ästhetischen und funktionalen Wert auch einen Beitrag zur Stärkung und Belebung ländlicher Räume leisten. So hat beispielsweise das monolithische Konzerthaus von Peter Haimerl die Gemeinde Blaibach zum Bilbao des Bayerischen Waldes befördert. Bembé Dellinger Architekten gaben mit ihrem sensiblen Entwurf dem Dorfmittelpunkt von Wettstetten ein neues Gesicht. Im Gespräch mit Architekten, privaten Bauherren und Bürgermeistern gehen wir der Entstehung, der Motivation und den Auswirkungen ihrer Projekte auf den Grund.

Die Exkursion befasst sich in einer abwechslungsreichen Mischung sowohl mit Neubauten als auch mit Umbauten und Sanierungen. Die ausgewählten Projekte bewegen sich auf einem reizvollen Grat zwischen moderner Schlichtheit und einer Traditionsverbundenheit zum ländlichen Raum.

Stelle frei

Du suchst neue Herausforderungen und arbeitest gerne interdisziplinär zusammen? Beste Voraussetzungen!

Du bist kommunikativ, gut organisiert und ab Juni einsatzbereit? Bewirb dich sofort, wir warten auf dich!

Mit dem neuen interdisziplinären Masterstudiengang „Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung“ der Hochschule Koblenz und den Vorbereitungen für die Bundesgartenschau Welterbe Oberes Mittelrheintal 2029 kommen zwei Ereignisse zusammen, die sich wunderbar verbinden lassen. Damit eröffnen sich für unser Team viele neue Perspektiven und wir können tatkräftige Unterstützung gebrauchen!

Dazu bieten wir für ein Jahr eine Projektstelle mit 50% Arbeitszeit. Nähere Informationen.

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Sozialraumanalyse Hachenburg

Auf dem Weg zur Einrichtung eines neuen Quartiersmanagements in Hachenburg ist ein wichtiges Etappenziel erreicht!

Drei Studierende der Sozialen Arbeit hatten im vergangenen Jahr unter der Leitung von Prof. Dr. Steffen Kröhnert eine Sozialraumanalyse für die 6000-Einwohner-Stadt im Westerwald durchgeführt. Dazu wurden die Bevölkerungsentwicklung, die vorhandene Infrastruktur und die Beziehungen zwischen den vielfältigen sozialen und politischen Institutionen und Anlaufstellen in Hachenburg untersucht. Wie eine solche Netzwerkanalyse aussehen kann, zeigt die Abbildung zur Organisationslandschaft.

Aufbauend auf einer Stärken-Schwächen-Analyse konnten die Studierenden schließlich praktische Handlungsvorschläge und Ansatzpunkte für ein zukünftiges Quartiersmanagement erarbeiten. Diese Ergebnisse stellten sie in einer Videokonferenz der Caritas als Auftraggeberin sowie Vertreter*innen der Stadt Hachenburg und der katholischen Pfarrei vor und übergaben damit ihre Studie.

Die Sozialraumanalyse stellt eine wichtige Grundlage dar, um in der Folge die Finanzierung eines Quartiersmanagements in Hachenburg beantragen zu können. Wir freuen uns sehr, dass die Studierenden der Hochschule Koblenz mit ihrer Bachelor-Thesis einen so praxisbezogenen Beitrag dazu leisten konnten!

Planen und Bauen für soziale Zwecke

Bei ihren praktischen Tätigkeiten in Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstätten o.ä. kommen die Studierenden des Fachbereichs Sozialwissenschaften oft auch mit baulichen Aspekten in Berührung: Barrierefreiheit und Brandschutz, farbliche Gestaltung und Ausstattung von Räumen, Umbauten etc. sind typische Themen ihres Praxisalltags. 

Als Crashkurs für „Planen und Bauen für soziale Zwecke“ führten Prof. Peter Thomé und Julia Trapp aus der Fachrichtung Architektur am 17. und 18.7. ein zweitätiges Blockseminar durch. Dabei lernten die Studierenden ihre räumlichen Bedarfe zu erkunden, zu systematisieren und zu kommunizieren, um im Kontakt mit Architekten und Planern konstruktiv zusammenzuarbeiten und ihr eigenes Umfeld aktiv gestalten zu können.

Trotz des Online-Formates war die Veranstaltung – Dank der sehr engagierten und aufgeschlossenen Teilnehmer/innen – wieder ein toller Erfolg! Wir freuen uns schon auf die nächste Runde im Sommer 2021!

Zukunft Dorf - Oberes Mittelrheintal

  • Titelbild Zukunft Dorf: Landkarte des Oberen Mittelrheintals
  • Beispiel für soziodemografische Analyse
  • Beispiel ortsstrukturelle Analyse
  • Gesamtsaldo der Bevölkerungsentwicklung
  • Beispiel ortsstrukturelle Analyse

Bachelor-Wahlmodul im Wintersemester 2019/20

„Zukunft Dorf“ ist ein Lehrforschungsprojekt, das vom Fachbereich Sozialwissenschaften und dem Fachbereich bauen-kunst-werkstoffe im Rahmen der Kooperation „Strategien Ländlicher Raum“ durchgeführt wird. Dabei sollen im Wintersemester 2019/20 ausgewählte Orte im Oberen Mittelrheintal im Hinblick auf ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten, das bürgerschaftliche Engagement sowie bauliche Beschaffenheit und Freiraumgestaltung untersucht werden. Ziel ist es herauszufinden, was die jeweiligen Themen und Identitäten der Dörfer ausmacht und welche Strategien und Entwicklungsimpulse – auch vor der Chance der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029- für eine lebenswerte Zukunft förderlich sein könnten. Dazu lernen die Studierenden Methoden der ortsstrukturellen Analyse und der Sozialforschung (z.B. soziodemografische Datenanalyse, leitfadengestützte Schlüsselpersoneninterviews) kennen und wenden diese praktisch in den Modellgemeinden an.

Aufgabenstellung als PDF

Altes Kino Bendorf

Wie viele kleine Innenstädte steht auch das Zentrum der Stadt Bendorf (ca. 16.800 EW) vor großen Heraus- forderungen. Der Einzelhandel schwächelt, weil sich das Konsum- und Einkaufsverhalten geändert hat und der Konkurrenzdruck der umliegenden Städte spürbar ist. Leerstand, sinkende Qualität und Vielfalt sowie eine insgesamt rückläufige Attraktivität für Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Wohnen sind die Folgen. Zur Sicherung der Lebens- und Aufenthaltsqualität müssen neue Konzepte entworfen werden!

Das „Alte Kino“ in der Poststraße stellt einen wichtigen Identifikationspunkt in der Bendorfer Innenstadt dar. Früher ein lebendiges kulturelles Zentrum, heute leer und abseits des Geschehens. Was muss geschehen, um den bislang zweigeschossigen Bau wieder als Anziehungspunkt für Jung und Alt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen? Hier soll ein kreativer Ort der Begegnung entstehen, der die Poststraße belebt und das Freizeit- und Kulturangebot der Innenstadt stärkt. Aufbauend auf einer städtebaulichen Analyse des Umfeldes und der Bedarfssituation sollen individuelle Konzepte zur kulturellen Nutzung am Standort des alten Kinos entwickelt werden. Dazu gehört die Art der Nutzung und Ausgestaltung eines Raumprogramms zur Entwicklung eines individuellen Entwurfs.

Die studentischen Ergebnisse werden im Rahmen einer öffentlichen Stadtratssitzung am Dienstag, den 23. Juli 2019 um 16.30 Uhr in der Bendorfer Stadthalle präsentiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Aufgabenstellung als PDF

Zukunft Dorf - Oberes Mittelrheintal

„Zukunft Dorf“ ist ein Lehrforschungsprojekt, das als interdisziplinäre Kooperation zwischen den Fachbereichen Sozialwissenschaften und bauen-kunst-werkstoffe durchgeführt wird. Dabei wurden im Sommersemester 2019 die beiden Orte Niederheimbach und Trechtingshausen im Oberen Mittelrheintal im Hinblick auf ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten, das bürgerschaftliche Engagement sowie ihre bauliche Beschaffenheit und Freiraumgestaltung untersucht. Ziel war es herauszufinden, was die jeweiligen Themen und Identitäten der Dörfer ausmacht und welche Strategien und Entwicklungsimpulse – auch vor der Chance der BUGA Oberes Mittelrheintal 2029 - für eine lebenswerte Zukunft förderlich sein können.

Dazu lernten die Studierenden Methoden der ortsstrukturellen Analyse und der Sozialforschung (z.B. soziodemografische Datenanalyse, leitfadengestützte Interviews) kennen und wandten diese praktisch in den Modellgemeinden an.

Am Bur - Entwurfsprojekt 3

Köttelbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Kelberg mit ca. 260 Einwohnern und liegt im Landkreis Vulkaneifel, unweit des Nürburgrings. In der Ortsmitte befindet sich ein seit Jahrzehnten leerstehendes landwirtschaftliches Wirtschaftsgebäude. Die dürftigen Versuche, das Gebäude zu erweitern, sind bereits einige Jahre her und zeugen von der Hilflosigkeit im Umgang mit regionalen Bautypologien. Anstelle dieser Scheune soll eine neue Bebauung entstehen, die das Miteinander von Jüngeren und Älteren fördert und gleichzeitig die Funktion eines Multiplikators für die gesamte Dorfgemeinschaft übernimmt:

- selbstbestimmtes Wohnen für Ältere in Wohngemeinschaft,

- Wohnen für Familien,

- Gemeinschaftsbereiche für die beiden Gruppen, Bewohner und Gäste des Dorfes.

Hierbei liegt das besondere Augenmerk auf dem Umgang mit regionalen Bautypologien, Materialien sowie architektonischen Elementen. Diese sollen als Fortführung regionaler Besonderheiten eine eigene architektonische Qualität entwickeln und beispielhaft für zeitgemäße Ergänzungen innerhalb einer ländlichen Struktur in Ortsmitten sein. 

Aufgabenstellung als PDF

Politische Dimensionen kommunaler Versorgungssysteme

Im Wintersemester 2018/19 fand zum ersten Mal das Modul „Politische Dimensionen eines kommunalen Versorgungssystems und der soziokulturellen Entwicklung“ statt. Dabei handelt es sich um ein Angebot für Studierende der Sozialen Arbeit, die sich mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen der Daseinsvorsorge insbesondere in ländlichen Räumen beschäftigen wollen. Ausgehend von den Herausforderungen des demographischen, soziokulturellen und ökonomischen Wandels werden Aspekte der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sowie Wege, Möglichkeiten und Grenzen der Daseinsvorsorge und ihrer Akteure diskutiert. Die breite Palette der Themen umfasst u.a. die Sozialplanung, Bürgerbeteiligung, medizinische Versorgung, Pflege und Betreuung, Mobilität, Bildung, Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen, bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt, Digitalisierung u.v.m. Die Inhalte werden in interaktiven Übungen/ Gruppenarbeiten und Workshops gemeinsam erarbeitet und vertieft. Neben Impulsreferaten des Dozenten sind externe Fachleute zu Gast, die von Ihren Erfahrungen und Projekten aus der Praxis berichten, wie z.B. Herr Lütkefedder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod. Das Seminar wird auch im Sommersemester 2019 erneut stattfinden.

Dorf 4.0

Dorf 4.0: Aufgabe als PDF

Die Ortskerne in ländlich geprägte Regionen sind oft von Funktionsverlusten in der Nutzung von Gebäuden und Freiflächen geprägt. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren Dörfer gleichzeitig Wohn- und Arbeitsort und geprägt vom Leben der Bevölkerung als Solidargemeinschaft. Dorfplätze hatten eine wichtige Funktion als Treffpunkt und Kommunikationsort. Kirche, Schule, Dorfladen und Gastwirtschaft prägten die Ortsmitten und belebten das Zentrum.

In den vergangenen 50 Jahren haben v.a. die ländlichen Baustrukturen in den Ortsmitten nach und nach ihre Funktionen verloren: Die landwirtschaftlichen Gebäude stehen leer oder wurden zu Wohngebäuden umgebaut. Dorfladen und Gastwirtschaft sind durch verändertes Konsum- und Freizeitverhalten geschlossen. Schulen sind zentralisiert, das Pfarrhaus steht leer und Kirchen werden nur noch zu wenigen Anlässen genutzt. Förderungen aus Dorferneuerungsprogrammen haben zwar für die Gestaltung der Ortsmitten gesorgt, jedoch außer Acht gelassen, dass die Belebung eines Platzes nur mit einer Nutzung durch viele Bevölkerungsgruppen erreicht wird.

Welche Nutzungen können nun in Zukunft die Ortsmitten aktivieren und dafür sorgen, dass Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren die Dorfplätze wieder beleben? Unter der Betrachtung zukünftiger Entwicklungen gilt es Funktionen für Gebäude an Dorfplätzen zu entwickeln, die allen Bevölkerungsgruppen dienen und eine Belebung der Ortsmitten ermöglichen. Dabei könnten Entwicklungen in der Digitalisierung vieler Lebensbereiche in Zukunft eine Wende in der Betrachtung des ländlichen Lebens bedeuten.

Als Ergebnis des Moduls haben 16 Studierende vielfältige Modelle entwickelt, wie eine Kombination von Kinder- und Altenbetreuung mit flexiblen Coworking-Arbeitsplätzen die Lebensqualität in kleinen Gemeinden erhöhen kann. Die Ortschaften und Interventionsbereiche, für die jeweils individuelle und kontextgerechte Lösungen entstanden sind, haben die Studierenden selbst gewählt. Ob Bestandssanierung, Umbau, Anbau oder Neubau – der Entwurfsansatz wurde immer aus der Situation vor Ort abgeleitet.

Von den Studierenden ausgewählt und untersucht wurden die Gemeinden Brückrachdorf, Burgen, Filsen, Giershofen, Güllesheim, Hardert, Hartenfels, Isenburg, Landkern, Monreal, Niederfell, Oberneisen, Rüber, Steinefrenz, Willroth und Wolken.

Wohnen Mittendrin

Modulankündigung "Wohnen Mittendrin" als PDF

 

In der Gemeinde Rheinbrohl herrscht eine anhaltende Nachfrage nach Wohnraum. Deshalb soll im Sinne der Innenentwicklung ein Areal in fußläufiger Nähe zum Zentrum neu entwickelt werden. Derzeit befindet sich dort ein Gärtnereibetrieb, der in Zukunft stark zurückgebaut wird. In Verbindung mit benachbarten Grundstücken steht ein Areal von ca. 4.500 m2 für neue Nutzungen zur Verfügung.

Auf Grundlage eines vorgegebenen städtebaulichen Rahmens sollen architektonische Bebauungsvorschläge für das Grundstück entwickelt werden. Die spätere Nutzergruppe ist mit jungen Familien sowie Singles und älteren Menschen sehr heterogen und soll sich in verschiedenartigen Typologien und Bebauungsdichten niederschlagen (z.B. Einzelhaus, Doppelhaus, Reihenhaus, Mehrfamilienhaus, Seniorenwohnen, Wohnen und Arbeiten unter einem Dach). Nach einer Analysephase werden mehrere Varianten entwickelt und verglichen. Die vielversprechendsten Ansätze werden weiter ausformuliert. Im Ergebnis entstehen Entwürfe, die den örtlichen Gegebenheiten in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht Rechnung tragen und in einen studentischen Ideenwettbewerb eingehen.

Fokusanalyse Rheinbrohl

Im Studienjahr 2017/18 ist in Kooperation mit der Gemeinde Rheinbrohl (ca. 3.900 Einwohner) eine sog. Fokusanalyse entstanden. Diese richtet den Blick auf wesentliche Schlüsselthemen des Ortes: Flächenressourcen, Siedlungsstruktur, industrielle Konversion, Leerstand, Nahversorgung und die Attraktivität des Altortes wurden als zentrale Herausforderungen identifiziert.

Oft kann ein neutraler Blick von außen helfen, um Gewohntes zu hinterfragen, Verborgenes aufzudecken und neue Impulse in eine Gemeinde zu bringen. In diesem Sinne möchte die Fokusanalyse dazu beitragen, die öffentliche Auseinandersetzung mit entwicklungsrelevanten Themen in Rheinbrohl zu beleben sowie eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für einen Abwägungsprozess bereitzustellen.