Presse Fachbereich Sozialwissenschaften an internationalem Projekt mit Tansania und Norwegen beteiligt

Seit Anfang 2018 wechselt Prof. Dr. Marion Felder vom Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz regelmäßig zwischen den Seminarräumen der Hochschule Koblenz und dem Patandi College in Arusha/Tansania. Die Professorin ist Partnerin in einem mit der Western Norway University of Applied Sciences und dem Patandi College in Arusha, Tansania, durchgeführten Projekt mit dem Titel: „Securing Education for Children in Tanzania“. Das Projekt zielt darauf ab, die Lehrenden am Patandi College, dem einzigen öffentlichen sonderpädagogischen College in Tansania, im Bereich Diagnostik und Intervention von Sehstörungen bei Kindern weiterzubilden. Der Durchlauf des ersten Kurses der Weiterbildung hat vielversprechende Ergebnisse erzielt.

  • Fotos: Western Norway University of Applied Sciences/Wilhelmsen

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Das zentrale Ziel der Lehre und Forschung der Koblenzer Professorin ist es, Fachkräfte für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen aus- und weiterzubilden. Entsprechend freut sich Prof. Dr. Marion Felder, ein positives Fazit ihres ersten Jahres in Tansania ziehen zu können: „Die afrikanischen Fachkräfte sind sehr engagiert und hoch motiviert, auch unter manchmal schwierigen Bedingungen wie regelmäßigem Stromausfall und instabilen Internetverbindungen. Die Daten weisen auf die hohe Bedeutung pädagogischer Sehförderung für Lesen und Lernen hin – nicht nur in Afrika, sondern auch in Norwegen und sicher auch in Deutschland.“

Das mit zwei Millionen Euro dotierte Projekt, das vom Research Council of Norway in Kooperation mit Innovation Norway und der Norwegian Agency for Development durchgeführt wird, ist eines von vier Projekten, welche Ende 2016 aus insgesamt 40 Einreichungen zur Finanzierung ausgewählt wurde. Langfristig möchte das Projekt die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen in dem afrikanischen Land verbessern, in dem bislang nur wenige Kinder einen Abschluss der Sekundärschule erreichen. Damit investiert das Projekt nachhaltig in die Entwicklung und Zukunftschancen eines afrikanischen Landes, welches eine sehr junge und stark wachsende Bevölkerung aufweist.

Ein weiteres Ziel ist die Förderung höherer Abschlüsse der Lehrkräfte. So werden im Rahmen des Projektes fünf Master-Studierende und zwei Promovierende vom Patandi College durch Stipendien gefördert. Einer der Promovierenden wird von Prof. Dr. Katrin Schneiders von der Hochschule Koblenz gemeinsam mit Prof. Dr. Wilhelmsen von der Western Norway University of Applied Sciences betreut. Zur Weiterbildung gehört auch eine zehntägige Exkursion nach Bergen, Norwegen, und der Besuch dortiger Schulen, Kindertagesstätten und Förderzentren. Damit setzt die Western Norway University unter der Projektleitung Prof. Dr. Gunvor Birkeland Wilhelmsen eine Weiterbildung fort, die in Norwegen schon seit vielen Jahren für Lehrende und Erziehende aus ganz Skandinavien durchgeführt wird.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse in Veröffentlichungen und auf internationalen Konferenzen vorgestellt. Außerdem wird ein im Rahmen des Projektes entwickelter, so genannter Eyetracker getestet, durch den sich Störungen der Augenmotorik und des binokulären Sehens genauer diagnostizieren lassen. Dies erfolgt durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ingenieur_innen, Pädagog_innen und Sozialwissenschaftler_innen der beteiligten Institutionen.