Pilotprojekt des bundesweiten Mentoringprogramms „Balu und Du“ an der Hochschule Koblenz fördert benachteiligte Grundschulkinder

Laut Bertelsmann-Stiftung ist in Deutschland mehr als jedes fünfte Kind von Armut und sozialer Benachteiligung betroffen – auch in der Stadt Koblenz. Die Corona-Pandemie und weitere Krisen haben diese Situation noch verschärft. Für soziale Chancengerechtigkeit setzt sich der bereits 2005 gegründete gemeinnützige Verein „Balu und Du e.V.“ ein, der bundesweit individuelle Patenschaften zwischen jungen Erwachsenen und sozial benachteiligten Kindern im Grundschulalter umsetzt. In einem bis Ende 2023 angelegten Pilotprojekt wird die Hochschule Koblenz dieses Mentoringprogramm ab sofort im Fachbereich Sozialwissenschaften etablieren. Dr. Dominik Esch, Vorsitzender des Vereins „Balu und Du e.V.“, und Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, haben nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

  • Bei der Vertragsunterzeichnung von links: Julian Pees, Dr. Dominik Esch, Prof. Dr. Catherine Kaiser-Hylla und Prof. Dr. Karl Stoffel (Foto: Hochschule Koblenz/Gandner)

Der Verein „Balu und Du e.V.“ realisiert individuelle und professionell begleitete Patenschaften zwischen jungen Erwachsenen im Alter von 17 bis 30 Jahren (den „Balus“) und gefährdeten oder sozial benachteiligten Kindern im Grundschulalter (den „Moglis“). Ein Jahr lang fungieren die „Balus“ als Rollenvorbilder und tragen bei gemeinsamen Aktivitäten dazu bei, die unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der „Moglis“ zu stärken, beispielsweise im Bereich der Alltagskompetenz und Konzentrationsfähigkeit. Der Verein verfügt bereits über ein Netzwerk von mehr als 160 selbständigen, lokalen Standorten in der Bundesrepublik Deutschland und wurde mehrfach für sein Engagement im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung ausgezeichnet.

Auf Basis der vereinbarten Partnerschaft werden in einer Pilotphase im Fachbereich Sozialwissenschaften erste Patenschaften zwischen „Balus“ und „Moglis“ ermöglicht und begleitet, um das Programm längerfristig hochschulweit zu etablieren und durch Projekte der angewandten Forschung zu bewerten. Prof. Dr. Catherine Kaiser-Hylla, die an der Hochschule Koblenz Psychologische Grundlagen der Sozialen Arbeit und der Kindheitswissenschaften lehrt, leitet das Projekt an der Hochschule Koblenz. Dabei unterstützt sie der Projektkoordinator und wissenschaftliche Mitarbeiter Julian Pees.

Das Mentoringprogramm „Balu und Du“ an die Hochschule Koblenz zu bringen, sei ein großer Gewinn für alle, wie Kaiser-Hylla betont: „Zum einen können interessierte Studierende durch das Engagement als ‚Balu‘ systematisch praktische Lernerfahrungen sammeln, die ihre sozialen und selbstorganisatorischen Kompetenzen fördern und die zudem für ihr Studium anerkannt werden. Zum anderen bietet sich durch die Verortung an der Hochschule die Möglichkeit, das Mentoringprogramm und dessen Effekte auf die Studierenden und die Kinder wissenschaftlich zu begleiten und zu evaluieren.“ Die Studierenden, die als „Balu“ eine Patenschaft übernehmen, reflektieren in regelmäßigen Begleitveranstaltungen ihren Umgang mit den Kindern und können sich bei Bedarf Unterstützung und Rat von Lehrenden und Mitstudierenden einholen. Die Patenschaft schließt mit einer studienbezogenen Anerkennung in Form von Creditpoints und einer Bescheinigung der Hochschule ab.

„Durch ihre bundesweit bekannte Expertise in den Sozialwissenschaften, die von der Frühpädagogik bis zur Sozialen Arbeit eine große Bandbreite abbildet, ist die Hochschule Koblenz ein idealer Partner für ‚Balu und Du‘. Gemeinsam können wir die Aktivitäten unseres Vereins ausweiten und durch die Einbindung in Lehre und Forschung weiter professionalisieren“, erklärt Esch, „andererseits wird auch unsere jahrelange Expertise, die wir im direkten Austausch wie auch in Form von pädagogischem Begleitmaterial zur Verfügung stellen, den Lehrenden und Studierenden der Hochschule Koblenz wertvolle Erkenntnisse und Impulse vermitteln.“

Das geplante Projekt sieht vor, das Programm „Balu und Du“ strukturell im Lehrplan der Hochschule zu verankern und eine gezielte Vernetzung mit Grundschulen der Region in und um Koblenz anzubahnen. Darin sieht Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel einen weiteren Vorteil: „Dieses Projekt an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft trägt dazu bei, die Hochschule Koblenz noch stärker zu öffnen und mit der Region zu vernetzen.“

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