Keramik Markus Karstieß

Professur Freie Kunst Keramik

Klasse Freie Kunst Keramik

 

Das Studium Freie Kunst Keramik blickt durch das Material auf die zeitgenössische Kunst und auf die Bedingungen ihrer Herstellung, Entwicklung und Wirkung. Keine Kunst ohne Materie.

Das amorphe Gefüge Ton ist uns dabei Ausgangspunkt einer Haltung, die das künstlerische Projekt als ein grundsätzlich ergebnisoffenes versteht und andere Materialien und Medien 

in ihrer Bewegungsrichtung mit einbezieht oder zu ihnen hinführt.

Ton, vielleicht das älteste künstlerische Material der Welt, ist Kulturspeicher und unser stetiger Begleiter bis heute. Es hat sich mit uns in einer ganz anderen Selbstverständlichkeit verbunden als andere Materialien. Ton ist darüber hinaus Träger alles mit ihm Möglichen, Zukünftigen. Das Spiel seiner Möglichkeiten äußert sich sowohl in skulpturalen, malerisch-zeichnerischen, installativen, intuitiven, konzeptuellen als auch in performativen Setzungen.

 

Wir bieten Raum für die Entwicklung einer eigenen bildhauerischen Sprache durch Einzel- und Gruppengespräche, kunsttheoretische und kunsthistorische Diskurse, sowie ein großzügiges Angebot an Material und Materialwissen. Internationale Gastlehre und studentische Austauschprogramme sind fester Bestandteil des Studiums. 

Kunstgeschichtlich wie kunstphilosophisch begleitete Exkursionen zu den wichtigen Museen, Ausstellungen und Messen der zeitgenössischen und historischen Kunst sind expliziter Bestandteil des Studiums.

 

Voraussetzung sind die künstlerische Eignung sowie die allgemeine Hochschulreife. Grundkenntnisse oder eine Ausbildung in Keramik sind nicht erforderlich. 

Bei überragender künstlerischer Begabung in Verbindung mit beruflicher Erfahrung, kann auf die allgemeine Hochschulreife verzichtet werden. 

Um eine optimale Betreuung der Klasse gewährleisten zu können, ist eine maximale Anzahl von insgesamt 15 Studierenden vorgesehen.

 

Das Institut verfügt über hervorragend ausgestattete Werkstätten. Alle Rohstoffe für unterschiedliche Tone, Glasuren oder Engoben sind vorhanden. Dieses Angebot 

wird von einer Glasurenbibliothek ergänzt, die in Europa einzigartig ist. Sie schließt die Geschichte der keramischen Farben und Gläser seit der Jungsteinzeit bis heute ein.

Als Teil der Hochschule Koblenz ist das Institut historisch in Höhr-Grenzhausen ansässig. Hier wird seit 3000 Jahren der Ton abgebaut, der vor 25 Mio. Jahren gebildet wurde.

Es sind die größten und hochwertigsten Tonvorkommen Europas und seit ca. 6000 Jahren wird in der Region Ton verarbeitet. Dadurch gibt es eine einmalige Konzentration 

keramischen Wissens, auf das die Studierenden zurückgreifen können.

 

Die Werkstätten verfügen über mehrere Elektro- und Gasöfen, Raku-Öfen, einen Anagama-Ofen, einen Fast-Fire-Ofen und einen historischen Westerwälder Kannofen. 

Unser erfahrener Werkstattleiter und weitere spezialisierte Lehrbeauftragte ermöglichen die praktische Umsetzung aller Projekte. Maschinen zur Holz- und Metallbearbeitung 

sind vorhanden. Die Errichtung eines Ceramic FabLab ist in Planung, um die bildhauerische Produktion mit den digitalen Möglichkeiten zu erweitern.

 

Die Klasse Freie Kunst Keramik wird von Markus Karstieß geleitet. Er hat zuvor an der Newcastle University und 3 Jahre an der Akademie der bildenden Künste München unterrichtet und hat selber bei Jannis Kounellis an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen im In- und Ausland waren u.a. im Museum Morsbroich Leverkusen, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf, Raketenstation Insel Hombroich, Neuss, Museen Haus Lange/ Haus Esters, Krefeld, Museum Glaskasten, Marl, Whitechapel Gallery London/Athen, mima Middlesbrough, UK, Hatton Gallery, Newcastle, Princessehof Leeuwarden, NL, Goethe Institut, Hong Kong.