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Zweiter WPT zu Arbeitsbedingungen, Erschöpfung und Arbeitszufriedenheit von Erzieher:innen lockt erneut viele Interessierte an

Arbeitsbedingungen, Erschöpfung und Arbeitszufriedenheit von pädagogischen Fachkräften der frühkindlichen Bildung waren die Themen im ersten IBEB-Wissenschaft-Praxis-Transfer 2023. Bereits im Dezember 2022 erläuterte Prof. Dr. Jürgen Bauknecht die Ergebnisse seiner gleichnamigen Studie, die Prof.‘in Dr. Rieke Hoffer anschließend in den Kontext weiterer Forschungen stellte und mit den Teilnehmer:innen diskutierte. In einer kurzen Mentimeter-Abfrage unter den Teilnehmer:innen der Online-Veranstaltung bildete sich die große Bedeutung von individueller Arbeitszufriedenheit ab.

Jürgen Bauknecht stellte seine Studie vor und zeigte in der Auswertung der Daten von 20.000 Beschäftigten unterschiedlicher Berufsgruppen auf, dass Erzieher:innen im Vergleich z. B. die Belastung durch Lärm und Viren als hoch empfinden und den Eindruck haben, schlecht abschalten zu können. Auch der Anteil von Erzieher:innen, die sich psychisch erschöpft fühlen, ist gewachsen. Im Gruppenvergleich wird deutlich, dass Personen dieser Berufsgruppe sehr häufig von Kopfschmerzen betroffen sind. Gleichzeitig zeigt sich bei ihnen eine hohe Zustimmung zu der Aussage, dass ihre Tätigkeit wichtig ist und dass sie die Unterstützung durch Vorgesetzte als Resilienzfaktor erleben. Auffällig ist in den Zahlen, dass junge Erzieher:innen mit einer hohen Motivation und großem Enthusiasmus in den Beruf einsteigen. Diese aufrecht zu erhalten, scheint im Verlauf der Berufstätigkeit deutlich abzunehmen.

Rieke Hoffer bezog sich in ihrer Kommentierung auf Studien, in denen die Belastungsfaktoren für pädagogische Fachkräfte während der COVID-19-Pandemie – und auch auf der Ebene von Kindern und Jugendlichen als Zielgruppen der Arbeitsfelder – in den Blick genommen wurden. Gleichzeitig stellte sie die in verschiedenen Studien ermittelte Bedeutung von Schutzfaktoren für die eigene Arbeitszufriedenheit vor, wie z. B. Zusammenarbeit und Austausch im Team oder die Anerkennung der Arbeit neben der eigenständigen Planung und Umsetzung der Arbeit.

Die Teilnehmer:innen meldeten nach den Breakout-Sessions zurück, dass Veränderungen im Feld insbesondere auch im Interesse der Kinder notwendig sind. Sie können gelingen, wenn sich alle Akteur:innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis als Verantwortungsgemeinschaft verstehen und in ihrer jeweiligen Rolle aktiv werden bzw. bleiben.

Das IBEB war wieder unterwegs!

Ebbi, Andy Schieler und Lara Schindler waren am Nikolaustag zu Besuch in der Kita Waldwichtel in Oberhausen und der Kita Sonnenschein in Kirn. Den Vormittag durften die drei mit den Kindern und pädagogischen Fachkräften der Kita Waldwichtel im Wald verbringen. Nachmittags konnten sie sich die im Hang gebaute Kita Sonnenschein mit ihrem speziellen Außengelände näher ansehen.
Wir bedanken uns ganz herzlich für die spannenden Eindrücke!

Hier finden Sie die ausführlichen Berichte zu den Besuchen in der Kita Waldwichtel und der Kita Sonnenschein im Rahmen von IBEB unterwegs.

 

QiD-Veranstaltungen 2022

Der Ansatz Qualitätsentwicklung im Diskurs (QiD) wächst beständig weiter. Vielfältige Formate unterstützen Kitas und Verantwortliche in ihrer Region. Die Verantwortlichen der Regionalpolitik wurden auch in diesem Jahr im Rahmen der Steuerungskreise darin unterstützt, ihre strategischen Planungen hinsichtlich der diskursiven Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung zu planen und zu konkretisieren. Um den Ansatz nachhaltig zu implementieren, organisiert das IBEB QiD-Veranstaltungen mit unterschiedlichen Akteur:innen. Von den insgesamt 13 Veranstaltungen im Jahr 2022 wurden 5 digital abgehalten, 6 konnten in Präsenz und 2 im hybriden Format durchgeführt werden. In den Jugendamtsbezirken der Landkreise Altenkirchen, Südwestpfalz und Neuwied sowie der Städte Kaiserslautern und Neuwied kamen 6 QiD-Fachtage zustande. Diese regionalen Fachtage dienen dem Informationstransfer sowie dem vertieften fachlichen Austausch. Themen waren dieses Jahr das Team als Ressource, der Umgang mit Überforderung im Allgemeinen sowie mit als herausfordernd erlebtem Verhalten von Kindern und mit Kinderschutzfällen im Speziellen. Um eine Folgezertifizierung erlangen zu können, hat das IBEB 3 QiD-Werkstätten für alle bereits zertifizierten Kindertageseinrichtungen angeboten, in welchen insbesondere die Implementierung des QiD-Prozesses in den Kita-Alltag in den Blick genommen wurde. Es wurden ebenfalls 2 verpflichtende regionale QiD-Veranstaltungen durchgeführt. Beim Kooperationstreffen der regionalen QiD-Verantwortlichen (z. B. Fachberatungen) sowie beim Treffen der QiD-Prozessbegleiter:innen lag der Fokus vor allem auf den Themen der Teilnehmenden bzgl. der kontinuierlichen Nutzung des Qualitätsentwicklungsansatzes vor Ort. Bei den Prozessbegleiter:innen erfolgte zudem ein Austausch über digitale Methoden. Insgesamt haben in diesem Jahr rund 660 Teilnehmer:innen die QiD-Veranstaltungen besucht.

FoKi-Sonderausgabe zum VI. KiTa-Kongress 2022

Kinder als Quelle oder Randnotiz? Diese Frage stand am 20.09.2022 beim VI. KiTa-Kongress des IBEB im Zentrum. Wie diese Frage aus pädagogischer, politischer, administrativer, sowie aus Ausbildungs- und Forschungsperspektive betrachtet wurde, erfahren Sie in unserer Sonderausgabe des Fokus Kinder (FoKi), die Beiträge der Hauptvorträge sowie der zehn Impulsforen umfasst. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre zum Jahresende!

Weitere Informationen zum KiTa-Kongress 2022 finden Sie hier.

Wer kommuniziert eigentlich mit wem? Dr. Andy Schieler zum Thema Übergang von der Kita in die Schule

„Jede Transition wirkt sich auf die Entwicklung der Kinder aus“, erläutert Dr. Andy Schieler (Institutsreferent des IBEB) im Rahmen der neuen Podcast-Folge von Didacta – der Bildungspodcast. Transitionen, das sind alle möglichen Formen von Übergängen. Dass die Gestaltung solcher Übergänge – insbesondere die zwischen Kita und Grundschule – für die kindliche Entwicklung relevant ist, zeigen die vielfältigen Auswirkungen auf die Kinder, auf ihre Leistungen, ihr Wohlbefinden oder ihr Kompetenzerleben. Neben der Schulfähigkeit, die unter anderem die emotionalen, sozialen und kognitiven Kompetenzen der Kinder umfasst, entscheidet auch eine bedarfsgerechte und am Kind orientierte Übergangsgestaltung über Erfolg und Misserfolg. Dazu zählen zum Beispiel die Art und Weise der Kooperation und Kommunikation im Kita-Grundschul-Netzwerk oder die Sicherstellung von Kontinuitäten, heißt beispielsweise: ein vertrautes Kuscheltier als Begleitung mit in die Schule nehmen dürfen. Der Frage, ob es überhaupt einen idealen Übergang gibt, nähert sich Schieler in der neuen Didacta-Podcast-Folge an. Letztendlich aber wird auch hier wieder die Bedeutung der individuellen Begebenheiten vor Ort deutlich: „Ich erwarte kein Rezept. Dafür ist das Feld zu unterschiedlich.“

Sie sind nicht der Boss! Führung von unten – ein Vortrag von Prof. Dr. Armin Schneider

Was bedeutet Führung aus theoretischer Sicht? Wie kann sie in der Praxis aussehen? Prof. Dr. Armin Schneider gibt darauf im Rahmen seines Vortrags bei „Forum am Puls – aktuelle Themen aus dem frühkindlichen Bereich“ Antworten und diskutiert unter der Moderation von Anna Watzlawik, Referentin im Forum frühkindliche Bildung Baden-Württemberg, Zuhörer:innenfragen. Dabei wird schnell klar, dass Führungserfolg nicht allein von der Führung abhängt, sondern stark von der Wechselwirkung zwischen dem vermeintlichen Unten und Oben beeinflusst wird. „Träger kommt von Tragen und nicht von träge“, so Schneider mit Blick auf die Führungsverantwortung, zu der es auch gehört, Vertrauen zu generieren, Partizipation zu ermöglichen und aus Führungsfehlern zu lernen. Am Ende gibt Schneider sogar noch eine Rezeptempfehlung: „Mein Rezept für Veränderungsprozesse sind die drei K: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation.“ Das vollständige Video zum Thema „Führung von unten“ kann ab sofort heruntergeladen werden.

Arbeitsbedingungen, Erschöpfung und Arbeitszufriedenheit von pädagogischen Fachkräften der frühkindlichen Bildung, WPT am 08.12.2022

Erzieher:innen geben an, deutlich erschöpft zu sein, sind aber auch überdurchschnittlich zufrieden mit ihrer Arbeit insgesamt. Diese zwei Erkenntnisse wurden beim Wissenschaft-Praxis-Transfer (WPT) des IBEB nicht nur im Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Bauknecht (HS Koblenz) vorgestellt, sondern spiegelten sich auch in einer kurzen Abfrage der Teilnehmer:innen wider. In der digitalen Veranstaltung, die von Prof. Dr. Armin Schneider (Direktor IBEB) moderiert wurde, befasste sich Prof. Dr. Jürgen Bauknecht in seinem Vortrag mit den Arbeitsumständen, der psychischen und emotionalen Erschöpfung sowie der Arbeitszufriedenheit von Erzieher:innen in der frühkindlichen Bildung. In der von ihm vorgestellten Studie wird auch deutlich, dass insbesondere Lärm und Krankheitserreger von den pädagogischen Fachkräften als sehr hohe Belastung empfunden werden. Dagegen wird die Kollegialität im Team positiv eingeschätzt, die sich auch auf die gesamte Arbeitszufriedenheit auswirkt. Die Daten der vorgestellten Studie stammen aus 2018 und bilden damit die Realität vor der Corona-Pandemie ab. Die hohe Arbeitsbelastung des Berufsstandes ist damit nicht mit den (pandemiebedingten) Entwicklungen der letzten beiden Jahre zu begründen.

In Kleingruppen wurden anschließend die Inhalte des Vortrags besprochen und diskutiert, Fragen gesammelt und bereits Lösungsansätze entworfen. Prof.‘in Dr. Rieke Hoffer (HS Koblenz) kommentierte und ergänzte die vorgestellten Ergebnisse mit Studien aus der Pandemiezeit. Dabei wurde auch deutlich, dass sich das Belastungserleben selbst bei gleichen Rahmenbedingungen sehr individuell ausdrückt. In einer längeren Kleingruppenarbeit diskutierten die Teilnehmer:innen dann ihre eigenen Erfahrungen aus der Praxis und setzten diese in Bezug zu den Inhalten der Veranstaltung. Die Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten, nicht ausschließlich der Fachpraxis, stellten gemeinsam Überlegungen an, was sie dazu beitragen können, um Belastungen von Fach- und Leitungskräften zu reduzieren. Deutlich wurde in einer abschließenden gemeinsamen Plenumsrunde, dass es wichtig ist, den Blick (auch) auf das Positive des Berufes zu richten, daraus Kraft zu ziehen und aktiv zu werden, sich für die Belange der Praxis selbst einzusetzen. „Wir reden in der Frühpädagogik von Selbstwirksamkeit, das gilt auch für alle Partner im System: Die eigene Wirksamkeit erkennen und nutzen und darüber hinaus politisch auf bessere Rahmenbedingungen hineinwirken", so Prof. Dr. Armin Schneider in der Veranstaltung.

„Hat das System? – Und wenn ja, wie viele?“

System – ein zunächst eher abstrakt anmutender Begriff. Unter dem Titel unserer vierten Folge „Hat das System? – Und wenn ja, wie viele?" erläutert Prof. Dr. Ralf Haderlein die Chancen und Herausforderungen, die er in einer systemischen Sichtweise und Arbeit von und in Kindertageseinrichtungen sieht. Wer gehört zum Kita-System? Welche konkreten Möglichkeiten ergeben sich aus einer systemischen Arbeit von Kita-Fachkräften für ihre Professionalität? Welche Rolle spielt ein Sozialraum aus systemischer Perspektive? Die Vielfalt der Fragen zeigt die Komplexität des Themas auf, das unser Gast anhand von praxisnahen Beispielen für den Bereich der Kindertageseinrichtungen diskutiert.

Rollenkarte FaKiB

Zur Unterstützung der Fachkraft für die Kinderperspektive im Kita-Beirat (FaKiB) wurde eine vorläufige Rollenkarte entwickelt, die alle interessierten FaKiB in Rheinland-Pfalz für ihre Arbeit im Kita-Beirat nutzen können. Im weiteren Forschungsprozess wird die vorläufige Rollenkarte dann mit Unterstützung der im Feld tätigen FaKiB weiterentwickelt und 2023 final veröffentlicht. Die Rollenkarte ist ab sofort abrufbar.

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