Aktuelles Wassermanagement in Usbekistan – Internationale Delegation zu Gast am RheinMoselCampus Koblenz

  • Die usbekische Delegation besuchte auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde.

KOBLENZ. Wo früher der Aralsee war, erstreckt sich heute nur noch Sand und tote Erde. Usbekistan in Zentralasien verfügt kaum mehr über eigene Wasserressourcen und die Versorgung ist zu 80 Prozent von den Nachbarstaaten abhängig.  Nun war eine usbekische Delegation zu Gast am RheinMoselCampus der Hochschule Koblenz, um an einem Training zum Wassereinzugsgebiets-Management teilzunehmen. Der Besuch fand im Rahmen eines EU-finanzierten Auftrages der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit in Usbekistan (GIZ GmbH) statt.

Im Auftrag der AHT GROUP AG, einem Ingenieursberatungsunternehmen aus Essen, das für die GIZ GmbH im Unterauftrag tätig ist, führte Umweltingenieurin Prof. Dr. Dörte Ziegler, Professorin für Wasserressourcen- und Umweltmanagement an der Hochschule Koblenz, das Training gemeinsam mit Dr. Susanne Schmeier vom IHE Delft – Institute for Water Education durch. Dr. Schmeier kann auf Erfahrungen im grenzüberschreitenden Wassermanagement - vom Mekong über den Nil bis zum Kongo – zurückgreifen.

„Bei ihrem Besuch in Koblenz lernten die usbekischen Gäste die europäische Wasserrahmenrichtlinie kennen und in dem Zusammenhang das Management der europäischen Wasserverwaltungen“, erläutert Ziegler. Auf dem Programm stand daher auch der Besuch der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins, der ältesten internationalen Flussgebietsorganisation in Europa, sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Neben inhaltlichen Aspekten, wie der Erläuterung unseres Wassermanagements durch das Umweltministerium und Informationen zu Konfliktlösung und Beteiligung der Interessengruppen, lernten die Teilnehmer viel über Didaktik.

Die Gruppe bestand aus acht Lehrkräften des Tashkent Institute for Irrigation and Agricultural Mechanization Engineering (TIIAME), einer Universität, die sich für die Entwicklung der Bewässerung und des Wassermanagements in Usbekistan einsetzt und das Land mit Fachleuten auf diesem Gebiet versorgt, sowie der usbekischen Verwaltungsakademie.

„Die Kooperation zwischen Usbekistan und der Hochschule Koblenz soll über den Austausch von Studierenden und Lehrkräften sowie durch die Anbahnung von Kooperationsprojekten künftig ausgebaut werden“, betont Anne Quander, Leiterin des International Office der Hochschule Koblenz. Mit dem Studiengang Wasser-  und Infrastrukturmanagement bietet die Hochschule dafür eine gute Grundlage. In dem einzigartigen Studiengang haben Studierende die Möglichkeit, sich neben einer fundierten wissenschaftlichen Ausbildung im Bauingenieurwesen auf die Vertiefung „Wasser- und Infrastrukturmanagement“ zu spezialisieren und damit den gestiegenen Anforderungen des Bauwesens in rechtlicher, betriebswirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht zu begegnen.