Aktuelles Projektteam der Hochschule Koblenz legt logistische Grundlage für weitere Expansion der Vulkan Brauerei in Mendig

KOBLENZ/MENDIG. Immer wieder nutzen Unternehmen der Region, die vor einer besonderen Herausforderung stehen, die Expertise und die Kreativität von Studierenden der Hochschule Koblenz. So hat eine Gruppe von fünf Studierenden des Bachelorstudiengangs Business Administration in einem von Prof. Dr. Jörg Lux betreuten Praxisprojekt ein ganzheitliches und wirtschaftliches Transportkonzept für die Auslieferung der Eigenmarke der Vulkan Brauerei in Mendig erstellt. Mit großem Erfolg: Die Geschäftsführung der Brauerei hat ihre Ideen nun umgesetzt.

  • Foto von links: Prof. Dr. Jörg Lux (Hochschule Koblenz), die Studierenden Niklas Wagner, Linda Weinem, Maximilian Moog, Helene Schneider und Elena Hantel sowie Malte Tack (Geschäftsführer Vulkan Brauerei). Foto: Vulkan Brauerei

Die angehenden Betriebswirtinnen und Betriebswirte Elena Hantel, Helene Schneider, Maximilian Moog, Linda Weinem und Niklas Wagner, die derzeit an ihrer Bachelorarbeit arbeiten, standen im 5. Semester ihres Studiums vor einer ebenso praxisnahen wie anspruchsvollen Fragestellung: Wie kann die Vulkan Brauerei in Mendig, die sich auf Wachstumskurs befindet, den entsprechend erhöhten Transportbedarf mit den bereits vorhandenen Kapazitäten stemmen? Als Alternativen stand beispielsweise zur Diskussion, neue LKWs oder zusätzliche Kleintransporter anzuschaffen oder anzumieten, ein Speditionsunternehmen zu beauftragen oder den Lagerort zu verändern.

„Es galt zu untersuchen, ob die expandierende Brauerei einen stark vergrößerten Fuhrpark braucht oder ob es möglich ist, die Touren so zu optimieren, dass einerseits die strengen Anlieferzeiten des Handels berücksichtigt werden und zum anderen die nötigen Investitionen auf einem notwendigen Minimum gehalten werden können“, so Prof. Dr. Jörg Lux, Professur für allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik und Unternehmensforschung im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Mit Hilfe dieses neuen Transportkonzeptes sollte die Vulkan Brauerei als regionaler Mittelständler auf dem umkämpften Markt der Getränkeindustrie gestärkt werden.

Nachdem die Studierenden sich zunächst theoretisch mit den Haupterfolgsfaktoren zum strategischen Wachstum befasst hatten, machten sie sich auf die Suche nach Schwachstellen im bisherigen Transportkonzept der Vulkan Brauerei. Zur Bestandsaufnahme gehörte unter anderem, die Tourenauswertungen des zurückliegenden halben Jahres zu analysieren. „In der Vergangenheit hat der Fahrer genau Fahrtenbuch geführt, wann er welchen Kunden besucht hat und wie viel er dort angeliefert hat. So konnten wir den Größenbedarf für das Fahrzeug analysieren (Zuladung, Fläche etc.) und auch eine durchschnittliche Fahrstrecke und Fahrtdauer ansetzen“, berichtet Student Niklas Wagner, „dadurch hatten wir eine Grundlage für die Kostenvergleichsrechnungen.“ Außerdem erstellte das Projektteam eine Karte mit allen aktuellen Anlieferkunden: „Auf diese Weise konnten wir uns einen guten Überblick verschaffen, in welchen Regionen der Fahrer oft unterwegs ist und schon erste optimierte Touren festlegen.“

Zudem begleiteten die Studierenden den Auslieferungsfahrer bei den Touren in der ersten und zweiten Projektwoche, um die Anforderungen für das Be- und Entladen des Fahrzeuges zu analysieren. „Wir mussten selbst vor Ort sein, um später auch Lösungen formulieren zu können, mit denen der Fahrer gut zurechtkommt“, erklärt Helene Schneider. Auf diesen Touren lernten die Studierenden auch die Besonderheiten der Abladestellen der Kunden kennen: „So konnten wir auch hier Anforderungen aufnehmen. Besonders für die Anfrage von externen Dienstleistern war dies sehr wichtig.“

Auf der Basis der gesammelten Erfahrungen und Daten entwickelten die Studierenden verschiedene Lösungsmöglichkeiten, gaben der Geschäftsführung der Vulkan Brauerei aber auch eine klare Handlungsempfehlung, welche ein mögliches weiteres Wachstum der Brauerei berücksichtigt. „Wir finden die Erkenntnisse und Ideen der Studierenden so sinnvoll und praktikabel, dass wir sie exakt so übernommen haben“, freut sich Malte Tack, Geschäftsführer der Vulkan Brauerei in Mendig, der aus strategischen Gründen keine konkreten Maßnahmen nennen möchte. Er ist überzeugt: „Das Projekt der Hochschule Koblenz eröffnet uns einen noch erfolgreicheren Zugang zu neuen Absatzmärkten und stellt einen echten Mehrwert für unsere Firma dar, so dass sich das Team für diese Arbeit eine Prädikatsauszeichnung verdient hat.“