Aktuelles Medizin der Zukunft: Am RheinAhrCampus Expertin oder Experte für Medizinphysik werden

KOBLENZ/REMAGEN. Die Anfänge der Medizinphysik reichen weit zurück bis ins späte 19. Jahrhundert. Physiker Wilhelm Conrad Roentgen erstellte mittels der nach ihm benannten Strahlen zum ersten Mal ein Durchleuchtungsbild einer menschlichen Hand und erhielt dafür 1901 den ersten Physik-Nobelpreis. Diese bahnbrechende Entdeckung schuf die Grundlage für eine breite medizinische Anwendung ionisierender Strahlung. Heute sind Medizinphysikexpertinnen und -experten gefragter denn je. Am RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz kann man die besondere Ausbildung absolvieren, die nur 14 Hochschulen und Universitäten in ganz Deutschland anbieten: Studierende des gemeinsam mit der Universität Koblenz-Landau angebotenen Masterstudiengangs Applied Physics haben innerhalb ihres Studiums die Möglichkeit, sich zur Medizinphysikexpertin bzw. zum -experten qualifiziert vorbereiten zu lassen. Das Berufsfeld mit den Spezialgebieten Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik hat eindeutig Zukunft.

  • Prof. Dr. Vesna Prokic

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Dr. Vesna Prokic, Professorin im Fachbereich Mathematik und Technik der Hochschule Koblenz und assoziierte Professorin an der Universität Koblenz, hat die Ausbildung zum Qualifikationsniveaus im Bereich Medizinphysik am Remagener RheinAhrCampus aufgebaut und etabliert. „Die Ausbildung verbindet Physik, Technik und Medizin miteinander und eröffnet eine unglaublich große Zahl an möglichen Berufsfeldern in Diagnostik, Therapie und Forschung“, erklärt die Wissenschaftlerin. So planen Medizinphysikerinnen und -physiker in der medizinischen Therapie beispielswiese die Bestrahlung von Krebserkrankten oder entwickeln und erproben neue Verfahren und Geräte in der Strahlentherapie. Prof. Dr. Prokic bietet für die Studierenden des Masterstudiums Applied Physics diejenigen Module an, welche die Inhalte zur Erlangung des Qualifikationsniveaus als Medizinphysikexperte bzw. -expertin (MPE) für die drei Spezialgebiete Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik erfüllen. Die Inhalte der von ihr verantworteten Module stimmen mit denen der Fachkunde-Richtlinie im Strahlenschutz für MPE des Bundesministeriums für Umweltschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), sowie mit dem Weiterbildungsstoffkatalog der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e.V. (DGMP) überein. Damit gehört die Hochschule Koblenz zu den nur 14 deutschen Hochschulen und großen Universitäten wie Tübingen oder Dresden, die ihren Studierenden die Qualifizierung zum MPE anbieten können.

„In einem spannenden Berufsfeld können sich die Studierenden sowohl im klinischen Umfeld, in der Forschung als auch in der Industrie gut auf die zukünftigen Aufgaben vorbereiten“, betont Frau Prof. Prokic, die seit 2015 als Professorin für Strahlentherapie und Medizintechnik an der Hochschule Koblenz lehrt. Sie kann umfassendes Wissen und langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der medizinischen Physik vorweisen, außerdem besitzt sie die vollständige Fachkunde im Strahlenschutz für MPE. Vor ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit arbeitete sie zuletzt als Leiterin des Bereichs Medizinische Physik an der Klinik für Strahlenheilkunde im Uniklinikum Freiburg. So hat das Ministerium für Umwelt in Rheinland-Pfalz zwei Module von Frau Prof. Vesna Prokic im Master als Strahlenschutzkurse für MPE (Grundkurs und Spezialkurs:Strahlentherapie) anerkannt, bei denen sie als Kursleiterin und als Allein-Verantwortliche benannt ist. Damit bietet sich den Studierenden des Masterstudiums Applied Physics die besondere Möglichkeit, diese zwei bundesweit anerkannten Strahlenschutzkurse schon während ihrer Studienzeit zu absolvieren.

Mehr Informationen zum Studiengang Applied Physics und zur Ausbildung als MedizinexpertIn sind unter https://www.hs-koblenz.de/mut/applied-physics/studienaufbau/studienziel-berufsfelder/medizintechniknbsp verfügbar.