Aktuelles Ausstellung zu jüdischen Lebenswelten in Deutschland mit Vernissage eröffnet – Ringvorlesung startet am 26. April

Mit großer Resonanz ist die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute“ an der Hochschule Koblenz eröffnet worden. Sie wird bis 17. Juni im Foyer des RheinMoselCampus in der Konrad-Zuse-Straße 1 zu sehen sein, zeitgleich mit der Ausstellung „Neue Synagoge Koblenz“ von Architektur-Studierenden der Hochschule.

  • Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute

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Die Ausstellung veranschaulicht anhand von Porträttafeln die Vielfalt jüdischer Biografien im 21. Jahrhundert und zeigt auf, dass sich die deutsch-jüdische Geschichte nicht auf den Holocaust beschränkt. Bei der Auswahl der meist jungen Protagonistinnen und Protagonisten wurde sorgsam darauf geachtet, die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar zu machen. Die Tafeln werfen dabei Schlaglichter auf ausgewählte Ereignisse und sollen zu einer tiefgreifenderen Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Geschichte anregen. Die Ausstellung ist ein Projekt der Zeitbild Stiftung und wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Im Mittelpunkt der Vernissage stand der Vortrag von Prof. Dr. Brumlik vom Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, der über die Geschichte der Juden in Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute referierte. Er zeigte unter anderem auf, wie sich seit Ende der 1940er Jahre wieder jüdische Gemeinden in Deutschland gründeten und welche jüdischen Persönlichkeiten an der intellektuellen Neugründung Deutschlands beteiligt waren.

Die Initiatoren Prof. Dr. Bundschuh und Prof. Dr. Wyrobnik aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften unterstrichen in ihrer gemeinsamen Eröffnung der Vernissage die lange Geschichte und Tradition von Juden und Judentum im Rheinland. Irit Wyrobnik hob dabei hervor, dass vor allem in den Städten Speyer, Worms und Mainz die jüdische Kultur im 11. Jahrhundert aufblühte und jüdische Gelehrte, Künstler und Geschäftsleute Teil der Gesellschaft waren. Sie betonte: „Die Kombination aus Ausstellungen, Vorträgen im Rahmen der Ringvorlesung, Filmen und kulturellem Beisammensein ist ein Angebot, sich längerfristig und auf verschiedenen Wegen mit jüdischem Alltag zu beschäftigen.“ Sie verwies auch auf den Büchertisch der Hochschulbibliothek, auf dem ausleihbare Literatur zum Thema präsentiert wurde. Stephan Bundschuh verband mit der Ausstellung die Hoffnung, durch die Sichtbarmachung verschiedener Lebenswelten zum Abbau bestehender Vorurteile, fälschlicher Annahmen und möglicher Berührungsängste beizutragen. Er sagte: „Hoffentlich fördert unser Vorhaben den Dialog zwischen Juden und Nichtjuden bei uns.“

Die Grußworte des Präsidenten der Hochschule Prof. Dr. Bosselmann-Cyran, der Koblenzer Kulturdezernentin Frau Dr. Theis-Scholz und von Prof. Dr. Herrmanns, der für die Synagogen-Ausstellung verantwortlich zeichnet, unterstrichen die besondere Bedeutung der Ausstellung für Stadt und Hochschule.

Die Ausstellung „Jüdische Lebenswelten in Deutschland heute“ wird von einer Ringvorlesung begleitet. Im ersten Vortrag am 26. April spricht Rabbiner Julian-Chaim Soussan zum Thema „Jüdische Religion heute“. Im zweiten Vortrag am 3. Mai referiert Rabbinerin Prof. Dr. Elisa Klapheck über „Frauen im Judentum heute“. Den Abschluss bildet am 24. Mai der Vortrag „Herausforderungen politischer Bildung und Empowermentarbeit“ von Marina Chernivsky (ZWST). Die Vorträge finden jeweils donnerstags ab 14.00 im Raum A 250 statt. Der Eintritt zur Ausstellung und zu allen Vorträgen ist frei.

Ausstellung und Ringvorlesung werden an der Hochschule Koblenz vom Allgemeinen Studierendenausschuss, dem Fachbereich Sozialwissenschaften, dem Gleich-stellungsbüro, der Hochschulbibliothek sowie dem Institut für Forschung und Weiterbildung organisiert. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich unter www.hs-koblenz.de/judentum.