Aktuelles Ausgezeichneter Ingenieurnachwuchs

VDI-Bezirksverband Mittelrhein vergibt Förderpreise

Auch 2011 zeichnete der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Mittelrhein e.V. wieder sechs hervorragende ingenieurwissenschaftliche Studienabschlussarbeiten mit dem VDI-Förderpreis aus. Zum „Sommerlichen Treffen“ luden Dr.-Ing. Meinolf Gerstkamp und Prof. Dr.-Ing. Peter Wiegner ein, um den mit jeweils 400 Euro dotierten Preis an die Studenten der FH Koblenz und Uni Koblenz zu vergeben.

Von jeher fördert der VDI Mittelrhein den Technik-Nachwuchs – und zwar von klein an: Angefangen als Mit-Sponsor der Kinder-Technik-Ferien-Camps der Universität Koblenz über eine Beteiligung am Wettbewerb „Jugend forscht“ bis hin zu einem Förderpreis für herausragende Bachelor- und Diplom-Arbeiten angehender Ingenieure. Auch in diesem Jahr erhielten Studenten der Fachhochschule Koblenz diesen Preis aus der Hand des 1. Vorsitzenden, Dr.-Ing. Meinolf Gerstkamp: „Immer wieder sind wir im Auswahlgremium verblüfft, welche innovativen Forschungsfelder der akademische Ingenieurs-Nachwuchs in unserer Region ‚beackert‘. Solche Arbeiten gebührend zu würdigen, ist demnach mehr als eine Pflicht der wir nachkommen möchten – es ist uns ein großes Anliegen!“

In der gemeinsamen Arbeit von Dipl.-Ing. (FH) Juri Gerke und Dipl.-Ing. (FH) Andrej Müller (beide FH Koblenz, Fachbereich Ingenieurwesen) geht es darum, prozessgesteuerte Laseranlagen, mit denen Bauteile für die Automobil- und Flugzeugindustrie hergestellt werden, zu verbessern. Andrej Müller hat dabei einen eleganten Weg gefunden, die Software EtherCAT auf die Produktionsanlage anzupassen, um damit die Herstellung der Bauteile zu optimieren, während Juri Gerke die entsprechende Hardware in Form von zwei spezialisierten Rechnern realisierte. Mittlerweile werden bereits industriereife Produkte vertrieben, die auf dem neuen Kommunikationssystem basieren.

Henning Wilms, B. Eng., (FH Koblenz) beschäftigte sich mit der Entwicklung und Konstruktion des Becherwerkskopfes eines Triple-Becherwerks. Mit diesem Triple-Becherwerkskopf wird Schüttgut wie beispielsweise Klinker senkrecht in die Höhe gefördert und damit die Förderleistungen gegenüber einer herkömmlichen Einrichtung um 50% gesteigert. Die Entwicklung und Konstruktion des Triple-Becherwerkskopfes wurde mit Hilfe der VDI-Richtlinie 2221 durchgeführt.

Dipl.-Ing. (FH) Jan Kunert entwickelte an der FH Koblenz, Fachrichtung Werkstofftechnik Glas und Keramik ein keramisches Pufferschichtsystem auf Basis von Titanatdünnschichten. Es wird für die Produktion von Hochtemperatur-Supraleitern eingesetzt. Diese Stromleiter sind extrem effizient, weil sie elektrischen Strom nahezu verlustfrei transportieren. Deshalb sind sie interessant für eine Anwendung in der Energietechnik (z.B. Windkraft) oder in der metallverarbeitenden Industrie (z.B. Induktionsöfen).

In der Studienarbeit von Waldemar Edich (Fachbereich Bauwesen) geht es am Beispiel eines Krankenhausanbaus um die Bemessung eines Stahlbetonbauwerks, besonders im Hinblick auf Erdbeben- und Brandsicherheit. Dabei verglich er die beiden zur Verfügung stehenden Methoden – dreidimensional per EDV oder in zwei Dimensionen „per Hand“ und kam dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Sein Fazit ist, dass eine Bemessung „von Hand“ lediglich aus wirtschaftlicher Sicht zur überschlägigen Berechnung dienen könne, für eine kompetente Berechnung jedoch die Computersimulation notwendig sei.

Um die Qualitätssicherung in der Automobilindustrie zu verbessern, entwickelte Dipl.-Ing. (FH) Gökhan Dogan (Fachbereich Mathematik und Technik) einen Prüfstand für Gleichstrom-Motoren, wie sie beispielsweise als Antrieb beim Öffnen und Schließen einer Auto-Kofferraumtür verwendet werden. Mit diesem Prüfstand lassen sich Fehler bereits in der Entwicklungsphase sowie später in der Produktion schneller entdecken, indem die Schwingungen dieser Motoren ausgewertet werden.

Christian Winkens, mittlerweile wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Koblenz, Fachbereich Informatik, hat sich in seiner Studienarbeit mit der Optimierung der 3D-Kartenerstellung beschäftigt. 3D-Karten werden beispielsweise für Navigationsgeräte eingesetzt. In der Studienarbeit ging es in Kooperation mit der Wehrtechnischen Dienststelle 51 darum, die 3D-Karten für die autonome, computergesteuerte Navigation eines Autos zu verbessern.

Im festlichen Rahmen des “Sommerlichen Treffens” im Häckers Kurhotel in Bad Ems nahmen rund 100 Gäste an der VDI-Förderpreisverleihung teil. Ein reichhaltiges Lunchbuffet, ein aufklarender Himmel und nicht zuletzt der Boogie-Groove, den Stefan Ulbricht aus Bonn, Träger des German Boogie Woogie Award, als musikalischen Rahmen auf seinem Klavier bot, trugen zu einem gelungenen Fest bei.

 

Auszeichnung für den Ingenieursnachwuchs: Der VDI Mittelrhein e.V. lobt in jedem Jahr einen Förderpreis aus, um hervorragende Arbeiten der unterschiedlichen Ingenieursdisziplinen zu würdigen – in Form einer Urkunde sowie eines Geldbetrags. Auch in diesem Jahr boten wieder sechs Arbeiten Forschungsergebnisse auf höchstem Niveau. Im Bild von links nach rechts:
vorne:  1. Vorsitzender Dr. Meinolf Gerstkamp, Preisträger Henning Wilms, Gökhan Dogan, Christian Winkens, Waldemar Edich, Schatzmeister Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen R. Dietrich,

hinten: Preisträger Andrej Müller, Jan Kunert, Juri Gerke