Presse Stolpersteine für den Statistiker Erich Lehmann auf Initiative von Prof. Dr. Neuhäuser verlegt

Erich Leo Lehmann war der wohl bedeutendste Statistiker des 20. Jahrhunderts. Als Jude floh er bereits 1933 mit seiner Familie aus Deutschland und war später viele Jahre an der University of California in Berkeley in den USA tätig. Prof. Dr. Markus Neuhäuser, Dekan des Fachbereichs Mathematik und Technik an der Hochschule Koblenz, forscht auf dem Gebiet der nichtparametrischen Statistik, das Lehmann entscheidend weiterentwickelt hat. In Gedenken an die Vertreibung Lehmanns hat Neuhäuser nun die Verlegung von Stolpersteinen für den berühmten Statistiker, für seine Eltern und seinen Bruder in Frankfurt/Main mitinitiiert.

  • Von links: Prof. Dr. Annette Kopp-Schneider, Prof. Dr. Markus Neuhäuser und Prof. Dr. Tim Friede

Im Rahmen der feierlichen Einweihung der Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Lehmann in der Zeppelinallee 47 in Frankfurt/Main sprach Neuhäuser über Leben und Werk Erich Lehmanns. Prof. Dr. Annette Kopp-Schneider vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, die aktuelle Präsidentin der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft, berichtete über die Lehrbücher Lehmanns. Auch der aktuelle Präsident der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Statistik, Prof. Dr. Tim Friede von der Universität Göttingen, wohnte der Feierstunde bei. Als Vertreter der Familie war Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg zugegen, der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim. Die Nachkommen von Erich Lehmann konnten wegen der Corona-Pandemie nicht aus den USA anreisen.

Erich Leo Lehmann hat im Rahmen seiner Forschung bedeutende Grundlagen für die sogenannte nichtparametrische Statistik gelegt, ein Gebiet, auf dem auch Prof. Dr. Markus Neuhäuser arbeitet. So handelte etwa seine Habilitationsschrift von nichtparametrischen Zweistichprobentests.

Als Mitglied statistischer Fachgesellschaften setzt sich Neuhäuser schon einige Jahre für die Erinnerung an Lehmann ein. „2018 fand das Biometrische Kolloquium in Frankfurt/Main statt. Ich war damals im Programm-Komitee der Tagung und wir haben eine Session zu Ehren von Erich Lehmann organisiert“, berichtet der Statistikprofessor. Das gemeinschaftliche Engagement hat auch öffentlich Wirkung gezeigt: „Mittlerweile ist eine Erich-Lehmann-Straße auf der Vorschlagsliste für neue Straßennamen in Frankfurt und nun konnten wir die vier Stolpersteine für Familie Lehmann verlegen.“