Mit der Evaluation sollen die Gelingensfaktoren von Kindertagespflege analysiert werden. Hierbei werden die Ebene der Beziehungen zwischen Eltern und Kindertagespflegepersonen und die Ebene der Jugendämter, freien Träger, Kooperationspartnern, Bildungsträgern und Trägern von Festanstellungsmodellen in der Kindertagespflege und deren Unterstützung von Kindertagespflege in den Blickpunkt gerückt.
Die Adressaten der Studie sind insbesondere die unterschiedlichen Verantwortungsträger für Kindertagespflege in Rheinland-Pfalz, die mit den Ergebnissen in der Weiterentwicklung der Qualität von Kindertagespflege unterstützt werden sollen. Befragt wurden Kindertagespflegepersonen (KTPP) und Eltern / Sorgeberechtigten (Eltern). 252 Fragebögen wurden ausgewertet und einige Interviews mit Fachleuten geführt.
Wie üblich oder stärker als vor dem Lockdown haben 40 % der Eltern die Kindertagespflege in Anspruch genommen, bei 32 % hat die Betreuung nicht stattgefunden, das deckt sich tendenziell mit den Angaben der KTPP. Die größte Unterstützung sahen die Eltern in der Fortführung der Betreuung, die KTPP in der Weiterbezahlung und dem Verständnis der Eltern. Eine mangelnde oder keine Unterstützung beklagten 26 % der KTPP und 14 % der Eltern. Größte Hindernisse waren bei den KTPP die coronabedingten Einschränkungen und die unzureichende Kommunikation und Information vor allem mit und von offiziellen Stellen, bei den Eltern die nicht vorhandene Betreuung. Die Wünsche lagen in einer verbesserten Information und finanziellen Unterstützung (KTPP) sowie in einer besseren Betreuung und verbesserten Information (Eltern). Prof. Dr. Armin Schneider, Leiter der Studie: „Es gibt deutliche Unterschiede zwischen guter und keiner Unterstützung. Abhängig ist dies vermutlich vom unterschiedlichen Handeln der einzelnen Jugendämter. Was sich zeigt: Es sind die kleinen Dinge und die Haltung, die gut helfen: Information, Kommunikation und Wertschätzung!“
Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich im Frühjahr 2021 veröffentlicht.