Prof. Dipl.-Ing. Ulof Rückert
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Koblenz: Wenn Baukunst auf bildende Kunst trift

Koblenz| Rhein-Zeitung| 15.12.2015| 12:17Uhr

Koblenz. Kunst und Architektur bildeten ursprünglich eine Einheit. Irgendwann trennten sich die Wege, die sich dieser Tage wieder vereinen ­ zumindest in der Jahresausstellung von Absolventen der Hochschule Koblenz im ehemaligen Modehaus Dienz am Friedrich­Ebert­Ring. Dort werden die besten Bachelor­ und Masterarbeiten der Fachrichtung Architektur mit Modellen, Bildschirmpräsentationen und klassischen Zeichnungen präsentiert.

Sie freuen sich über die gelungene Premiere am Montagabend (von links): Nina Porz, Eva­Maria Çift, Jutta Reiss und Prodekan Ulof Rückert. Foto: Reinhard Kallenbach

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

 

 

In der Ausstellung mit dem Titel "Architekturaspekte. Projekte, Positionen Perspektiven" gibt es regionale und überregionale Bezüge, wobei das besondere Interesse für Koblenz nicht zu übersehen ist. Es kommt also nicht von ungefähr, dass die Absolventen des Fachbereichs Bauwesen den RheinMoselCampus verlassen haben, um ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren. Und Prodekan Prof. Ulof Rückert machte deutlich, dass dieser Ansatz auch künftig weiterverfolgt wird.

Nach der Premiere im Alten Kaufhaus nun also das Modehaus Dienz: Lange brauchte das Organisationsteam um Nina Porz und Eva­Maria Çift nicht mit Edgar Kühlental zu verhandeln. Der Eigentümer will im kommenden Jahr die Immobilie umbauen lassen und in der Zeit, bis alle Genehmigungen vorliegen, das Haus für kulturelle Zwecke öffnen. Und für die Kultur stehen aktuell zwei Etagen zur Verfügung. Denn die Künstlerin Jutta Reiss und die Architekten in spe haben sich abgestimmt, um den Besuchern ein möglichst breites Spektrum zu bieten.

Bildende Kunst und Baukunst: Das passt. Es kommt nicht von ungefähr, dass auch das Ludwig Museum in den Arbeiten eine Rolle spielte und damit das Bauen im Bestand. Konkret heißt das: einen gläsernen Erweiterungsbau entwerfen, ohne die Wirkung des historischen Ensembles zu zerstören. Aus Sicht des betreuenden Professors, Jürgen Ludwig, ist das nicht nur eine anspruchsvolle Aufgabe für Planer, sondern ein Fingerzeig in Richtung Zukunft. Aus seiner Sicht braucht die Einrichtung nicht nur mehr Fläche, sondern auch eine spektakuläre Eingangssituation. Dass es jemals so weit kommt, ist jedoch höchst unwahrscheinlich.

Ganz anders sieht es im Falle des ehemaligen Oberlahnsteiner Güterbahnhofs aus. Dort will ein Investor ein neues Stadtquartier zum Wohnen und Arbeiten realisieren. Für Prof. Eva von Mackensen war das ein idealer Anlass, Rahmenplanungen als Abschlussarbeit zu vergeben. Am Ende stand eine Kombination von unterschiedlichen Gebäudetypen; mal lang gestreckte Baukörper, mal Einzelgebäude oder Reihenhäuser: Die Vorschläge zeigen, dass die jungen Stadtplaner nicht gewillt sind, die Fehler früherer Generationen bei der Planung neuer Stadtteile zu wiederholen.

Gab es früher oft eine strikte Trennung von Wohn­ und Arbeitswelten, geht es heute um eine Verschmelzung. Dieser Ansatz wiederholt sich auch in Arbeiten mit überregionalen Schwerpunkten. Ein Beispiel ist das Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik in FrankfurtHöchst. Natürlich ging es auch international: So ist ein Beitrag dem Hafen von Durban in Südafrika gewidmet. Konkret geht es um Pläne für den Bau eines Terminals für die Personenschifffahrt. 

Die Ausstellung ist bis einschließlich Freitag von 10 bis 18 Uhr und am Samstagvormittag geöffne