Aktuelles Studentisches Projekt an der Hochschule Koblenz wirbt um weitere Kooperation mit chinesischer Hochschule

KOBLENZ. Bereits seit dem Jahr 2007 bereichert eine Kooperation mit der Technischen Universität im chinesischen Qingdao die internationalen Beziehungen der Hochschule Koblenz. Davon profitieren Lehrende und Studierende der beiden Fachbereiche Ingenieurwesen am RheinMoselCampus Koblenz sowie Mathematik und Technik am RheinAhrCampus Remagen. Nun strebt auch der am Standort Koblenz ansässige Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eine Partnerschaft mit einer Hochschule in China an. In einem studentischen Projekt haben fünf Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen einen fast neunminütigen Imagefilm erstellt, um im Land der Mitte für die Hochschule Koblenz und die wunderschöne Region zu werben und so mögliche Kooperationspartner zu überzeugen.

  • Antonio Brugnano, Muhammet Ali Sari, Billel Koridat, Silke Griemert, Florian Krasniq, Zhenan Li und Arber Zeciri. (Foto: Hochschule Koblenz/Gandner)

„Bei dem Projekt geht es darum, die Hochschule Koblenz als international vernetzten Partner der regionalen Wirtschaft darzustellen. Auf dieser Basis wollen wir für uns und unsere Industriepartner die Kontakte nach China intensivieren, und zwar über eine neu anzubahnende Hochschulkooperation und deren Verbindungen vor Ort“, betont Prof. Dr. Silke Griemert aus dem Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, die die Studenten während der Projektphase betreut hat und die Arbeit auch benoten wird. Sie ist selbst regelmäßig in Qingdao vor Ort, um den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren der Technischen Universität Kenntnisse in Projektmanagement zu vermitteln. Von ihr stammt der Anstoß, auch für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eine Partnerhochschule in China zu suchen und so auch dessen Studierenden Einblicke in die Kultur und das Wirtschaftsleben der größten Handelsmacht der Welt zu ermöglichen.

Weil auch die fünfköpfige Projektgruppe sich für diesen Wirtschaftsraum interessiert, griffen die Studenten die Erstellung eines Werbefilms zur Gewinnung chinesischer Partner gerne als Thema für ihre Projektarbeit auf – entgegen der widrigen Umstände. „Es war gar nicht so einfach, mitten in der Corona-Krise einen solchen Film zu drehen“, erklärt Arber Zeciri, der im 6. Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert und dieses Projekt zusammen mit seinen Kommilitonen Muhammet Ali Sari, Antonio Brugnano, Billel Koridat und Florian Krasniq umgesetzt hat, „wir konnten ja keine Vorlesungssituation oder eine studentische Veranstaltung filmen.“ Aus diesem Grund standen die Studenten oft selbst als Darsteller vor der Kamera, um etwa einzelne Module ihres Studiums vorzustellen. Ein wichtiges Thema ist dabei die hiesige Gleichwertigkeit der Abschlüsse von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. „Da es diese Gleichwertigkeit in China nicht gibt, bevorzugen chinesische Austauschstudierende eher den Besuch einer deutschen Universität“, weiß Zeciri. Ihr Video wolle dazu beitragen, den hohen Stellenwert einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften auch im Ausland bekannter zu machen. Hinzu kamen Interviews mit Unternehmern aus der Region. Zudem inszenierten sie Situationen, die die Attraktivität der Region zeigen. Dazu gehörte etwa ein Picknick vor dem Kurfürstlichen Schloss als Beleg für die hohe Lebensqualität in der Stadt.

Studentische Praxisprojekte sind Teil eines jeden Studiengangs an der Hochschule Koblenz. Oft bearbeiten die Studierenden dabei konkrete Aufgabenstellungen eines Unternehmens. Auftraggeber war in diesem Fall der chinesische Unternehmer Zhenan Li, der mit seiner in Frankfurt ansässigen Beratungsfirma CDB Bildungsconsulting GmbH deutsch-chinesische Bildungskooperationen sowohlunter Hochschulen als auch im Bereich der beruflichen Weiterbildung vermittelt. Er ist selbst einst als ausländischer Student nach Deutschland gekommen und hat sich bereits während seines Studiums für die deutsch-chinesischen Beziehungen engagiert. „Das Video der Studenten, das wir noch mit chinesischen Untertiteln versorgen werden, wird uns bei der Suche nach einer passenden Partnerhochschule für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften hilfreich sein“, ist Li sich sicher. Der Film wird in Kürze auf dem YouTube-Kanal der Hochschule Koblenz abrufbar sein.

Wenn der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eine Partnerhochschule in China findet, sind viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit denkbar. In den Fachbereichen Ingenieurwesen sowie Mathematik und Technik, die bereits eine Kooperation haben, können chinesische Austauschstudierende sogar einen internationalen Doppelabschluss erwerben. Studierende der Hochschule Koblenz können an der Technischen Universität in Qingdao Vorlesungen in Deutsch besuchen, wobei die Studiengebühren entfallen, oder für ein Praxissemester in ein chinesisches Unternehmen vermittelt werden.

Hier geht es zum Beitrag von Campus TV (TV Mittelrhein) über das spannende Projekt.