Aktuelles 14. Kannenofenbrand am Institut für Künstlerische Keramik und Glas begeisterte Besucher aus Nah und Fern

Die beeindruckenden Flammen brachten alle zusammen: Freunde und Förderer des Institutes für Künstlerische Keramik und Glas (IKKG), Studierende und Lehrende, Interessierte aus Stadt und Region sowie internationale Gäste. Alle kamen zum stART-up 2016, dem offenen Institut zum Semesterbeginn. Die Stadt Höhr-Grenzhausen und das IKKG der Hochschule Koblenz hatten gemeinsam dazu eingeladen. Besonderer Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war der spektakuläre Kannenofenbrand, der wegen des großen Aufwandes nur alle paar Jahre durchgeführt werden kann und diesmal in seiner 14. Auflage stattfand. Zudem öffnete das Institut seine Türen und präsentierte bei Atelierführungen Arbeiten der Studierenden der Klassen Freie Kunst Glas und Keramik.

  • Arthur Mueller vom IKKG.

Als der letzte funktionstüchtige Ofen dieser Art in Höhr-Grenzhausen ist der Kannenofen des IKKG ein wichtiger Bestandteil der 500-jährigen keramischen Tradition des Ortes. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach fünf Jahren wieder die holzbefeuerte Salzglasur, die den Ort und die Region berühmt gemacht hat, einem größeren Publikum vorführen können“, betonte Keramikmeister Arthur Mueller, der seit 1989 die Keramikwerkstatt des IKKG leitet. Er hat den Kannenofenbrand seit 1993 14 Mal durchgeführt und gilt als einer der letzten Experten für den Kannenofenbrand. „Innerhalb des Studiums ‚Freie Kunst Keramik‘ ist das gemeinsame Setzen, Brennen und Salzen dieses holzbefeuerten Ofens fester Bestandteil des Lehrinhaltes“, so Arthur Mueller.

„Das IKKG versteht sich nicht nur als ein Ort der zeitgenössischen Kunst mit Keramik und Glas, es versteht sich auch als ein Ort, an dem keramisches Wissen bewahrt und weitergegeben wird“, erklärte Anne Wenzel, Vertretungsprofessorin Freie Kunst Keramik, bei der Eröffnung der Veranstaltung. Verbandsbürgermeister Thilo Becker betonte die Bedeutung des IKKG für die Stadt Höhr-Grenzhausen, die er als „Hot Spot der Keramik in Deutschland“ bezeichnete.

Der Ofen, in dem sich Arbeiten von Studierenden, Kollegen/innen vor Ort sowie von internationalen Partnerhochschulen befanden wurde im Laufe des Nachmittags bei beeindruckenden Flammenbildern und einer Temperatur von 1280 ° C gesalzen. Erst nach einer viertägigen Abkühlphase können die gebrannten Kunstwerke entnommen und begutachtet werden.

Bei diesem besonderen Ereignis unterstützten zahlreiche internationale Gäste das Team des IKKG tatkräftig. So waren Studierende der kooperierenden Kunstakademien AKI Enschede (NL), MAD-Faculty Hasselt (Belgien), Sint Lucas in Gent (Belgien), Kunstakademie München und Burg Giebichenstein Halle schon zwei Tage zuvor mit ihren Professoren und Werkstattleitern angereist, um zusammen mit den IKKG-Studierenden unter Leitung von Arthur Mueller den Ofen zu feuern. Zudem wurde ein aus Jingdezhen (China) angereister junger Keramiker in diese besondere Brenntechnik eingeführt.

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