Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung

30.03.2026

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Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung: Prof. Friesenhahn vom Fachbereich Sozialwissenschaften als Keynote Speaker beim Kongress des italienischen Berufsverbandes der Sozialarbeiter*innen

  • Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung/Quelle: Friesenhahn

  • Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung/Quelle: Friesenhahn

  • Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung/Quelle: Friesenhahn

  • Soziale Arbeit zwischen nationalen Interessen und globaler Verantwortung/Quelle: Friesenhahn

Ein starkes Plädoyer für mehr Zusammenarbeit in einer zunehmend gespaltenen Welt stand im Mittelpunkt eines internationalen Kongresses zur Sozialen Arbeit, organisiert vom Ordine degli Assistenti Sociali sowie den Universitäten Padua, Verona und Venezia. Unter dem Leitmotiv des Welttages der Sozialen Arbeit „Co-costruire Speranza & Armonia - Un appello all'unità in una società divisa“ (Gemeinsam Hoffnung & Harmonie gestalten– Ein Appell für mehr Einigkeit in einer geteilten Gesellschaft) versammelten sich Fachleute aus Wissenschaft und Praxis am 18. März 2026 im vollbesetzten Auditorium Santa Margherita in Venedig. 

Als Keynote Speaker griff Prof. Friesenhahn in seinem in Italienisch gehaltenen Vortrag „Servizio Sociale: tra interessi nazionali e responsabilità transnazionale“ zentrale Herausforderungen der Profession auf. Er zeichnete das Bild einer Sozialen Arbeit, die sich im Spannungsfeld zwischen nationalstaatlicher Einbindung und wachsender globaler Verantwortung bewegt. Einerseits sei sie in Europa fest im Sozialstaat verankert und damit unweigerlich in nationale Interessen und politische Rahmenbedingungen eingebunden. Andererseits zeigten die zunehmenden globalen Verflechtungen, dass lokale Problemlagen immer stärker durch weltweite Entwicklungen geprägt sind.

Besonders deutlich werde dies im Berufsalltag von Sozialarbeiter*innen, die mit den konkreten Folgen globaler Krisen konfrontiert sind – von Klimawandel über Flucht bis hin zu wachsender Armut und Gewalt. Zugleich warnte Prof. Friesenhahn davor, dass bei essenziellen Zukunftsfragen wie Migration, Klimaveränderungen und zunehmender Ungleichheit und Armut derzeit häufig Konfrontation statt Kooperation dominiere.

Vor diesem Hintergrund betonte er die grundlegenden Werte Sozialer Arbeit: die konsequente Orientierung an den Menschenrechten, das Eintreten für soziale Gerechtigkeit und die Verantwortung, Unterstützung auch über nationale Grenzen hinweg zu denken und zu leisten. Gerade angesichts einer Weltlage, in der ungebremste Macht zunehmend Einfluss gewinnt, müsse sich die Profession stärker mit ihrer eigenen Zukunft und Rolle auseinandersetzen.

Soziale Arbeit existiere weltweit in vielfältigen Formen – sie könne daher nur im Plural verstanden werden. Um ihre zentralen Werte zu bewahren und wirksam in die Zukunft zu tragen, brauche es ein engeres Zusammenwirken aller Beteiligten. Deshalb sei es wichtig, dass die in der Sozialen Arbeit bisher oft getrennten Ebenen Wissenschaft, Ausbildung, Praxis und die Perspektiven der Nutzer*innen stärker miteinander verbunden werden, um die Aufgaben und Ziele in einer global vernetzten Welt nachhaltig wahrnehmen zu können.