Test von KI-spezifischen Tools für Studium & Lehre

Die Weiterentwicklung der digitalen Lehr-/Lerninfrastruktur allein über das LMS OpenOLAT stieß angesichts der rasanten Entwicklung im Bereich generativer KI an ihre Grenzen. Infolgedessen lag der Fokus der letzten Projektphase auf der Erprobung generativer KI in Studium und Lehre. Ziel war es, Erkenntnisse über didaktische Potenziale, Risiken sowie organisatorische und rechtliche Implikationen zu gewinnen, um auf dieser Grundlage tragfähige Rahmenbedingungen zu entwickeln. Entsprechend wurden in ausgewählten Fachbereichen unterschiedliche generative KI-Tools in Lehrveranstaltungen integriert.

Der Einsatz reichte von textgenerierenden Anwendungen zur Unterstützung wissenschaftlichen Schreibens über KI-gestützte Programmierhilfen bis hin zu Systemen zur automatisierten Erstellung von Übungsaufgaben und Feedback.

Die didaktischen Szenarien wurden bewusst heterogen gestaltet, um ein breites Spektrum an Nutzungskontexten abzudecken.

Die Auswahl und Beschaffung geeigneter Tools und die Rekrutierung von Testpersonen erforderte eine enge Zusammenarbeit mit dem Team Lehre, dem Hochschulzentrum für Informations- und Medientechnik, der Datenschutzbeauftragten, der Vergabestelle und den Digitalisierungsbeauftragten der Fachbereiche. Es galt, Tools zu identifizieren, die sowohl datenschutz- als auch vergaberechtlichen Anforderungen entsprachen. Besonders zeitintensiv erwiesen sich die Prüfung der DSGVO-Konformität. Um Lehrenden die Bewertung einzelner Tools daher zukünftig zu erleichtern, wurde Tool-Steckbriefe erstellt. Neben der Funktion ist hier auf einen Blick ersichtlich, ob das Tool datenschutzkonform ist oder nicht.

Neben reinen textgenerierenden Tools wurden folgende, spezifische Tool in konkreten Lehrveranstaltungen zu Testzwecken eingesetzt.

  • Architechtures
  • Brian
  • Canva
  • DeepL

Ziel war es, ihren Nutzen für verschiedene Lehrkontexte sowie für Lehrende und Studierende zu prüfen. Jede Testphase begann mit einer Einführungsveranstaltung und einem abschließenden fachübergreifenden Erfahrungsaustausch. Der begleitende Austausch ermöglichten es, die Erfahrungen einem größeren Kreis von Hochschulangehörigen näherzubringen und den Diskurs zum Einsatz von KI in der Lehre nachhaltig zu fördern. Begleitend wurden Fokusgruppen zur Bewertung der Erfahrungen eingesetzt. Hier finden Sie die gewonnenen Erfahrungen.

Neben den vier spezifischen Tools war auch der generelle Einsatz generativer KI in der Lehre in den Fokusgruppen immer wieder Thema. Hier zeigte sich einerseits, dass ein großes Potenzial zur Individualisierung von Lernprozessen, zur Effizienzsteigerung bei der Erstellung von Lehrmaterialien sowie zur Förderung selbstgesteuerten Lernens identifiziert wurde. Lehrende hoben z.B: hervor, dass generative KI die Vorbereitung von Lehrveranstaltungen bereichert und neue didaktische Formate ermöglichen kann. Andererseits traten auch zentrale Herausforderungen zutage. Ebenfalls wurden immer wieder die Unsicherheiten bei der Auswahl geeigneter Tools und der Notwendigkeit klarer Richtlinien und eines gut strukturierten Beschaffungsprozesses betont und gefordert.

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine fundierte Grundlage für die strategische Ausrichtung im Umgang mit KI-gestützten Lehr-/Lerntechnologien und haben zur Entwicklung der Strategie zum Umgang mit generativer KI für den Bereich Studium und Lehre beigetragen.