Ziel und Hintergrund

Das Teilprojekt Digitaler Fachbereich verfolgte drei übergeordnete Ziele: 

  (1) digitale Studienorganisation

  (2) Flexibilisierung der Hochschullehre/Entwicklung flexibler Studienmodelle

  (3) flexible Raumgestaltung.

Das Teilprojekt Digitaler Fachbereich untersuchte in zwei Pilotfachbereichen (bauen–kunst–werkstoffe (b-k-w) und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) systematisch, unter welchen didaktischen, strukturellen und organisatorischen Bedingungen hybride und digitale Lehr- und Lernformate zur Flexibilisierung von Studium und Lehre beitragen können.

Ziel war es, eine optimale Kombination aus digitalen, hybriden und analogen Lehrformaten zu schaffen, die eine flexible Semestergestaltung unterstützt und gleichzeitig eine hohe Qualität der Lehre sicherstellte. Hierunter fielen Veränderungen der Rhythmisierung wöchentlicher Termine für Lehrveranstaltungen durch höhere Anteile an digitalen Lehr- und Lernformaten im Wechsel mit gebündelten Präsenzzeiten sowie durch hybride Lehrangebote und damit die Wahlmöglichkeit vor Ort oder virtuell teilzunehmen. 

Ausgangslage „Digitaler Fachbereich“

Die Flexibilisierung der Hochschullehre wird in aktueller Forschung als zentrale Antwort auf die zunehmende Heterogenität von Studierendenbiografien, sich wandelnde Erwerbsverläufe und die Dynamik technologischer Innovationen verstanden (vgl. Kerres 2022). Studien zeigen, dass flexible Lernrhythmen und digital gestützte Lehrmethoden die Lernmotivation, Selbstregulation und den Lernerfolg signifikant fördern können. Der Erfolg digitaler Lehre erweist sich dabei weniger als Funktion technischer Verfügbarkeit, sondern als Ergebnis didaktisch fundierter und organisatorisch abgestützter Integration

Erfolgreiche Digitalisierung erfordert somit ein Zusammenspiel von didaktischen Design, institutioneller Unterstützung und struktureller Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig macht die digitale Transformation im Hochschulbereich deutlich, dass strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen systematisch an veränderte Lehr- und Lernprozesse angepasst werden müssen, zum Beispiel durch flexible Studienverläufe und neue Prüfungsformate.

Zu Projektbeginn wurden die Ausgangslagen, Bedarfe und Entwicklungsziele der beteiligten Pilotfachbereiche mithilfe eines multiperspektivischen Mixed-Methods-Designs umfassend erhoben. Die Datengrundlage umfasste qualitative Interviews, standardisierte Online-Fragebögen, Design-Thinking-Workshops mit Studierenden, Lehrenden und Verwaltungsmitarbeitenden, interne Veranstaltungen, Literaturrecherchen sowie eine Bedarfsanalyse digitaler Lehr- und Lernformate. Die Kombination partizipativer Methoden mit wissenschaftlicher Datenerhebung ermöglichte eine präzise Abbildung fachbereichsspezifischer Anforderungen und Potenziale. Bewusst wurde ein kleines, exploratives Sampling gewählt, um komplexe Bedarfsstrukturen abzubilden und Innovationspotenziale sichtbar zu machen (vgl. Meinel & von Thienen 2016).
 

Folgende Bedarfe wurden auf der o.g. Datengrundlage erfasst:

  • Weiterentwicklung der sozialen Interaktion zwischen Studierenden und Lehrenden
  • Verbesserung individueller Lernformate
  • Niedrigschwelliger Zugang zu digitalen Lehr- und Lernformaten
  • Recherche und Austausch zu Good-Practice-Beispielen
  • Flexibilisierung der Lehre
  • Verbesserung der Raumplanung und -situation
  • Verbesserung der digitalen Prüfungssituation
  • Digitalisierung der Studieneingangsphase (Kick-off-Camps)

Kerres, M. (2022). Mediendidaktik. In: Handbuch Medienpädagogik. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden. 105-114.
Meinel, C. & von Thienen, J. (2016). Design Thinking. Informatik-Spektrum: Vol. 39, No. 4. Springer VS.  310-314.

Projektförderung

Das Projekt Kultur der Digitalität an der Hochschule Koblenz (KuDiKo) wurde in der Förderlinie „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ unter dem FKZ FBM-EA-580-06530 gefördert.