Stratosphärenballon als fliegendes Labor
23.04.2026
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An dem von Prof. Dr. Jens Bongartz initiierten Projekt wirkten seitens der Hochschule Prof. Dr. André Steimers sowie Dr. Alexander Jenal mit. Ergänzt wurde das Team durch jeweils vier Oberstufenschülerinnen und -schüler pro Schule aus naturwissenschaftlichen Leistungskursen in Physik, Mathematik und Chemie. Gemeinsam arbeiteten sie an der Planung und Umsetzung eines Stratosphärenballonflugs, bei dem Messdaten zu Ozon, UV-Strahlung und atmosphärischen Teilchen erhoben werden sollten. Dazu wählten sie geeignete Messinstrumente aus, bauten diese zusammen und simulierten verschiedene Flugszenarien.
Der eigentliche Flugtag bildete den Höhepunkt des Projekts. Die Windbedingungen wurden im Vorfeld berechnet. Ein erfolgreicher Flug setzt klare Sichtverhältnisse und moderate Winde voraus. Am Flugtag schickte das Projektteam einen mit rund 4.000 Litern Helium gefüllen Ballon samt Fallschirm und mit Messtechnik ausgestatteter Sonde auf die Reise. Die mitfliegende Sonde bestand aus einer Styroporbox, gefüllt mit Kamera, GPS, Mobilfunkmodul, Satellitenortungssensor und Akku. Dabei mussten Vorgaben zu Gewicht, Größe und Energieversorgung eingehalten werden. Dies wurde im Vorfeld geplant. Der Ballon stieg auf etwa 40 Kilometer Höhe, bevor er planmäßig platzte. Während des gesamten Flugs wurden Positionsdaten erfasst und die Flugbahn mithilfe von Tracking-Systemen verfolgt.
Der Ballon landete in einem Waldstück im Rhein-Lahn-Kreis. Die Bergung gestaltete sich schwierig. Das letzte Signal war wenige Minuten her, der genaue Landeort konnte nur abgeschätzt und grob berechnet werden. Schließlich wurde die Sonde in etwa 30 Metern Höhe in einem Baum entdeckt und konnte zunächst nicht geborgen werden. Eine Bergung durch einen erfahrenen Baumkletterer ist in Kürze vorgesehen. Im Anschluss sollen die aufgezeichneten Messdaten ausgewertet werden.
Hintergrundinformationen:
Der Startschuss zum Projekt fiel bereits im Januar 2026. Insgesamt fanden drei Vorbereitungstreffen am Campus Remagen statt. Bereits im Sommer zuvor war aus Testgründen ein erster interner Flug durchgeführt worden. Die erforderliche Genehmigung für die beiden Ballonflüge wurde jeweils durch die Hochschule beim Landesbetrieb Mobilität eingeholt. Das verwendete Material samt Anleitung basierte auf einem Grundkit der Stratoflights GmbH & Co. KG.
Weitere Informationen: Bericht des General-Anzeiger zum Ballonflug
