Prof. Dipl.-Ing. (FH) M.A. Marc Immel
Raum: M109
Campus Koblenz

bauen-kunst-werkstoffe (Architektur)


Campus Koblenz
Konrad-Zuse-Straße 1
DE - 56075 Koblenz

Integrales Planen: Rhein‑Marina Kaiser Wilhelm in Koblenz Ehrenbreitstein

Ergebnisse aus dem Wintersemester 2025 / 2026

Das Modul Integrales Planen (INPL) ist ein multidisziplinäres Entwurfs- und Konstruktionsformat, das von Studierenden der Architektur und der Tragwerksplanung gemeinsam bearbeitet wird. Es wird jedes Jahr angeboten und widmet sich der Entwicklung komplexer Entwurfsaufgaben, bei denen gestalterische, konstruktive und städtebauliche Aspekte frühzeitig zusammengeführt werden. Die Lehrveranstaltung fördert die Zusammenarbeit in verschiedenen Maßstäben und vermittelt ein ganzheitliches Verständnis für Planung, Konstruktion und Umsetzbarkeit.

Im Rahmen des aktuellen Durchgangs entstanden acht innovative Entwürfe, die im Zuge einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert wurden. Inhaltlich befassten sich die Teams mit der Frage, wie eine neue fuß- und radverkehrsgerechte Verbindung über die Hafeneinfahrt gestaltet werden kann und welche städtebaulichen sowie landschaftsplanerischen Potenziale im Umfeld der Mole liegen. Die Arbeiten wurden von Masterstudierenden im Team entwickelt und unter der Betreuung von Prof. Marc Immel, Prof. Dr. Andreas Laubach und Jan Müller M.A. begleitet. Dabei wurden gestalterische Qualität, die sensible Einbindung in den Ort sowie statische und konstruktive Machbarkeit gleichermaßen berücksichtigt.

Die Aufgabenstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung sowie dem Tiefbauamt der Stadt Koblenz. Die bewusst offen formulierten Rahmenbedingungen ermöglichten eine große Bandbreite an Lösungsansätzen, die als Anregung und Diskussionsgrundlage für mögliche zukünftige Entwicklungen dienen. Die Studierenden präsentierten ihre Konzepte anhand von Modellen, Visualisierungen und Vorträgen, gefolgt von einer fachlichen Einordnung.

Kulturhafen

Caroline Knöll

Der kleine Marinahafen in Ehrenbreitstein ist den wenigsten bekannt – und das, obwohl er sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rheinpromenade und gegenüber dem Stadtpanorama von Koblenz befindet. Von hier aus eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf das Kurfürstliche Schloss Koblenz, die Seilbahn Koblenz sowie die Festung Ehrenbreitstein.Die geringe Wahrnehmung des Areals resultiert vor allem aus der fehlenden Verbindung zwischen der Mole und dem Stadtteil Ehrenbreitstein. Der Hafen bleibt räumlich isoliert und wird im Alltag kaum erschlossen. Eine neue Brücke schafft hier Abhilfe: Sie verbindet Stadt und Wasser neu miteinander und macht die Mole erstmals selbstverständlich zugänglich.Ergänzt durch landschaftsarchitektonische Elemente entsteht ein lebendiger Freiraum mit drei klar definierten Zonen:An der Spitze der Mole befindet sich ein ruhiger Rückzugsort – ein Bereich der Entspannung, bewusst abseits der Wegeführung. Entlang der Mole selbst entwickelt sich eine aktive Promenade mit Raum für Bewegung und Aufenthalt. Am Ende des Hafens schließlich entsteht ein Ort der Begegnung, an dem sich alle Wege kreuzen und gemeinschaftliches Leben sichtbar wird.

 

Rheinuferbrücke

Fabian Waters, Joshua Wedjelek

Im Rahmen der Bearbeitung des Moduls M‑P Integrales Planen wurde für die Rhein‑Marina Kaiser Wilhelm in Koblenz ein integrales Entwurfskonzept entwickelt, das die räumliche und funktionale Aufwertung der Marina sowie ihre stärkere Vernetzung mit dem Stadtraum und den umliegenden Freiräumen verfolgt. Ziel ist es, neue Wegebeziehungen und identitätsstiftende Aufenthaltsorte am Rhein zu schaffen.

Zentrales Element des Entwurfs ist eine barrierefreie Geh- und Radwegbrücke nördlich der Pfaffendorfer Brücke, die die Mole mit Ehrenbreitstein verbindet und einen durchgängigen Rundweg um das Hafenbecken ermöglicht. Als schlanke Hängeseilbrücke mit getrennten Bereichen für Fuß- und Radverkehr fügt sie sich zurückhaltend in den Landschaftsraum ein und wahrt wichtige Sichtbeziehungen zum Schloss Koblenz. Ein aufgeweitetes Brückenauge an der Molenspitze schafft dabei einen markanten Aufenthalts- und Aussichtspunkt.

Ergänzend wird der Bereich unterhalb der Pfaffendorfer Brücke zu einem skulptural gestalteten Aufenthaltsraum entwickelt, während am Brückenkopf in Ehrenbreitstein eine neu gestaltete Parkfläche mit Kiosk und Aufenthaltsbereichen die Rhein‑Marina langfristig als öffentlichen Freizeit- und Stadtraum stärkt.

Eine Radbrücke für den Pfaffendorfer Hafen

Jana Bode, Liana Reimer

Die Entwurfsaufgabe entwickelt eine Rad- und Fußgängerbrücke von der Molenspitze in Ehrenbreitstein bis zum Diels Hotel und gestaltet zugleich die gesamte Mole als zusammenhängenden Freiraum. Brücke und Landschaft folgen einer einheitlichen, klaren Formensprache. Die Rheintorbrücke erhebt sich an der Molenspitze und spannt sich mit einem schlanken Stahlrundbogen über den Hafen bis nahe an das Diels Hotel. Über Seilabhängungen trägt der Bogen das filigrane Deck und verleiht der Konstruktion Leichtigkeit. Als rahmendes Element der Hafeneinfahrt wird sie zu einem neuen identitätsstiftenden Zeichen am Rhein. Die Mole wird als Erlebnisraum am Wasser verstanden. Ein klar geführter Weg begleitet das Ufer, unterschiedliche Niveaus schaffen abwechslungsreiche Blickbeziehungen. Tieferliegende Bereiche reagieren auf Hochwasser und machen den Wandel des Wassers erlebbar. Sitzlandschaften strukturieren den Raum und laden zum Verweilen ein. Die Molenspitze bildet dabei einen besonderen Aufenthaltspunkt – ein Ort des Zusammenkommens mit weiten Blicken über Rhein und Hafen. Brücke, Freiraum und Spitze gehen fließend ineinander über und formen ein zusammenhängendes Ensemble. Ein zurückhaltendes Lichtkonzept sorgt für Orientierung und Atmosphäre. Ergänzt wird das Ensemble durch ein Museum als kulturellen Ankerpunkt mit neuem Vorplatz.

Rheinrund.

Celina Harze, Witta Majorov

Die Neugestaltung der Rhein‑Marina Kaiser Wilhelm verfolgt das Ziel, den bislang wenig genutzten Bereich unterhalb der Pfaffendorfer Brücke aufzuwerten und ihm eine klare gestalterische Identität zu geben. Leitmotiv des Entwurfs ist der Kreis, der als formales und symbolisches Element alle architektonischen und landschaftlichen Komponenten prägt.Eine neue Fuß- und Radwegbrücke in zwei halbkreisförmigen Bögen verbindet Festland und Mole barrierefrei und schafft eine markante Silhouette. Kreisrunde Plattformen erweitern die Mole und gliedern sie in unterschiedliche Aufenthaltsbereiche mit vielfältigen Blickbeziehungen. An der Molenspitze entsteht eine große Aussichtsplattform mit Panorama auf Festung und Schloss.Pavillons auf der Festlandseite übernehmen infrastrukturelle Funktionen und fügen sich in das kreisförmige Gestaltungskonzept ein. Ein neuer Hochbau schafft über Rampe und Aufzug eine direkte Verbindung von der Pfaffendorfer Brücke zur Mole. Er umfasst ein Café, ein kleines Museum zur Brückengeschichte sowie eine Skybar mit Rundumblick. Die innere Organisation folgt ebenfalls dem Kreismotiv.Der Entwurf schafft eine klare Identität für die Marina und verbindet Architektur, Landschaft und Stadtgeschichte zu einem vielseitig nutzbaren, barrierefreien Ort am Rhein.

UFERLINIE

Anne Reufels, Theresa Krippendorf, Fabian Doetsch

Die Uferlinie transformiert die Mole der Marina Kaiser Wilhelm in einen lebendigen Freiraum, der Elemente für Naherholung, Outdoor‑Aktivitäten, soziale Begegnungen und Interaktion integriert. In Verlängerung der Mole verläuft eine Hängeseilbrücke, die direkt an den Zugang zum Ortsteil Ehrenbreitstein anschließt. Daran fügt sich der Fähranleger an, der eine Verbindung zur gegenüberliegenden Rheinseite gewährleistet. Im Süden geht die Uferlinie in den Weg Richtung Pfaffendorf über. Dadurch wird der überregionale Rhein‑Radweg als Nord‑Süd‑Verbindung gestärkt und das Rheinufer unmittelbar zugänglich gemacht. Die direkte Anbindung fördert sowohl den Alltagsradverkehr als auch den touristischen Fernradverkehr. Um die Uferlinie auch für Menschen aus dem Koblenzer Zentrum attraktiv zu gestalten, ist am südlichen Abschluss eine Treppenanlage vorgesehen, die über ein Gebäude eine Verbindung zwischen der Pfaffendorfer Brücke und der Uferlinie herstellt.

SNAKE - Zwischen Sport und Entspannung

Maximilian Krahn, David Knopp, Phillipp Hoffmann