„Was wollt Ihr denn noch alles?!“: Alexandra Zykunov liest zum Internationalen Frauentag in Koblenz

24.03.2026

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Ausgebucht und hochaktuell: Eine gemeinsame Veranstaltung der Hochschule Koblenz, der Universität Koblenz und weiteren Partnern zog zum Internationalen Frauentag zahlreiche Besucher*innen in den Historischen Rathaussaal. Autorin Alexandra Zykunov machte mit pointierten Analysen und konkreten Beispielen deutlich, wie tief strukturelle Ungleichheiten weiterhin verankert sind. Die lebhafte Diskussion im Anschluss unterstrich den ungebrochenen Bedarf an Austausch über Gleichstellung.

  • Teilnehmende im Veranstaltungssaal von hinten

    Die Lesung mit Autorin und Journalistin Alexandra Zykunov anlässlich des Internationalen Frauentags stieß auf großes Interesse. Foto: Hochschule Koblenz/ Maria Anton

Anlässlich des Internationalen Frauentags fand am 13. März im Historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz eine Lesung mit der Autorin und Journalistin Alexandra Zykunov statt. Eingeladen hatten die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz, die Stadt Koblenz sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Koblenz sowie ver.di Mittelrhein. Zahlreiche Interessent*innen folgten der Einladung; die Lesung war ausgebucht und bot Gelegenheit, über Gleichstellung und gesellschaftliche Machtstrukturen ins Gespräch zu kommen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Koblenz, Meike Baumann. In ihren Grußworten betonten die Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Hochschulen und Stadt die anhaltende Bedeutung des Internationalen Frauentags für Politik und Gesellschaft. Für die Gewerkschaften sprachen die Gewerkschaftssekretärinnen Edith Sauerbier vom DGB und Corinne Schneider von ver.di. Die Hochschulen wurden durch die Zentralen Gleichstellungsbeauftragten Anne Quander von der Hochschule Koblenz und Dr. Tanja Gnosa von der Universität Koblenz vertreten. Ein weiteres Grußwort sprach der Beigeordnete für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz, Ingo Schneider. Initiiert wurde die Veranstaltung von Maria Anton, Hochschule Koblenz.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Lesung aus dem Buch „Was wollt ihr denn noch alles?! Zahlen, Fakten und Absurditäten über unsere ach-so-tolle Gleichstellung“. Darin setzt sich Zykunov mit verbreiteten (Miss-)Verständnissen über Gleichstellung auseinander und zeigt anhand von Zahlen, Fakten und persönlichen Beobachtungen, wie tief strukturelle Ungleichheiten in vielen gesellschaftlichen Bereichen weiterhin verankert sind.

Zykunov griff zentrale Themen aktueller Gleichstellungsdebatten auf und machte deutlich, wie viele gesellschaftliche Strukturen noch immer an männlichen Lebensrealitäten orientiert sind. Anhand konkreter Beispiele aus Stadtplanung, Gesundheitswesen und Care-Arbeit zeigte sie, wie stark gesellschaftliche Entscheidungen und Strukturen den Alltag und die Chancen vieler Menschen prägen. Dabei wurde klar, dass Standards in Forschung und Medizin, die Gestaltung öffentlicher Räume oder unsichtbare Sorgearbeit oft einseitig an männlichen Lebensrealitäten ausgerichtet sind und dass die zentrale Bedeutung dieser Bereiche für das Funktionieren von Gesellschaft, Familien und Arbeitswelt nach wie vor häufig übersehen wird.

Den Abschluss bildete eine angeregte Diskussion mit dem Publikum. Es wurde deutlich, dass Fragen der Gleichstellung und gesellschaftlichen Teilhabe weiterhin eine hohe Relevanz besitzen und auch über den Rahmen der Lesung hinaus zum Austausch anregen.

Mit der Veranstaltung setzten die beteiligten Institutionen ein gemeinsames Zeichen für die Bedeutung von Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe und boten zugleich einen Anlass, aktuelle Debatten rund um Geschlechtergerechtigkeit weiterzuführen.
 

Hintergrund

Der Internationale Frauentag erinnert weltweit an die historischen Kämpfe um politische Teilhabe, gleiche Rechte und bessere Lebensbedingungen für Frauen. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1910 zurück, als die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf einer internationalen Konferenz einen gemeinsamen Aktionstag vorschlug, um Forderungen nach Gleichberechtigung sichtbarer zu machen. Heute wird der Tag weltweit mit Veranstaltungen, Diskussionen und Aktionen begangen, die auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam machen und den Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit stärken.