Starkregenrisiken sichtbar machen: Hochschule Koblenz präsentiert FloReST-Projekt auf der IFAT 2026

07.05.2026

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KOBLENZ/MÜNCHEN. Starkregenereignisse und daraus resultierende Sturzfluten stellen Städte und Gemeinden zunehmend vor große Herausforderungen. Wie Forschung dazu beitragen kann, Gefahrenbereiche besser zu erkennen, Fließwege sichtbar zu machen und Risiken verständlich zu vermitteln, zeigt die Hochschule Koblenz gemeinsam mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) auf der IFAT Munich 2026 in München.

  • Prof. Dr. Lothar Kirschbauer am BMFTR-Stand

    Prof. Dr. Lothar Kirschbauer erläutert am BMFTR-Stand auf der IFAT 2026 die Augmented-Reality- Sandbox aus dem Projekt FloReST, Foto: Lothar Kirschbauer, Hochschule Koblenz

Vom 4. bis 7. Mai werden am BMFTR-Stand in Halle B2, Stand 105, Ergebnisse des abgeschlossenen Verbundprojekts „FloReST - Urban Flood Resilience - Smart Tools“ vorgestellt. Die Hochschule Koblenz hatte in dem Projekt die Verbundkoordination übernommen. Ziel von FloReST war es, innovative, technologiebasierte Werkzeuge für die Starkregenvorsorge zu entwickeln und damit Kommunen bei einer wassersensiblen Siedlungsentwicklung zu unterstützen.

Im Mittelpunkt stehen sogenannte Smart Tools, die eine hochaufgelöste Ermittlung von Fließwegen ermöglichen und zugleich neue Wege der Risikokommunikation eröffnen. Am Versuchsstandort Pützfeld im Ahrtal wurden dafür unter anderem 2D-hydraulisch-numerische Modellierungen verfeinert, potenzielle Gefahrenbereiche identifiziert und Notabflusswege untersucht. Ergänzend kamen berührungslose Fließwegkartierungen, mobile Videoaufnahmen zur kleinräumigen Erfassung von Oberflächenstrukturen sowie digitale Anwendungen zur Einbindung der Bevölkerung zum Einsatz. Die gewonnenen Daten wurden in einer zentralen Datenplattform zusammengeführt und nutzungsspezifisch aufbereitet.

Simulation in der Augmented-Reality-Sandbox

Ein besonderes Exponat auf der IFAT ist die Augmented-Reality-Sandbox, deren Konzept zur Risikokommunikation im Rahmen von FloReST an der Hochschule Trier, Standort Umwelt-Campus Birkenfeld, entwickelt wurde. Mit der Sandbox lassen sich Landschaften im Sand modellieren und durch digitale Projektionen unmittelbar visualisieren. Wird ein Starkregenereignis simuliert, können Besucherinnen und Besucher beobachten, wie Wasser über das Gelände abfließt, wo es sich sammelt und wie sich Schutzmaßnahmen oder veränderte Geländestrukturen auf Fließwege auswirken. Damit macht das Exponat komplexe hydrologische Zusammenhänge anschaulich erfahrbar – nicht nur für Fachplanerinnen und Fachplaner, sondern auch für Kommunen, Bildungseinrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger. Gerade diese Verbindung aus hochaufgelösten Datengrundlagen, praxisnaher Simulation und verständlicher Kommunikation macht den Ansatz von FloReST zu einem wichtigen Beitrag für eine zukunftsorientierte Starkregenvorsorge.

Die IFAT Munich gilt als Weltleitmesse für Umwelttechnologien und bringt internationale Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammen. Mit der Präsentation am BMFTR-Stand werden die im Projekt entwickelten Lösungen einem breiten Fachpublikum vorgestellt und können vor Ort interaktiv erprobt werden.