KI für den Mittelstand: Wirtschaftsministerium fördert DigiMit²-Kompetenzzentrum für weitere 3 Jahre

02.11.2026

Hochschule | TOP | Ingenieurwesen / Elektrotechnik und Informationstechnik |Mathematik und Technik| Wirtschaftswissenschaften |

Das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz setzt die Förderung des an der Hochschule Koblenz angesiedelten Kompetenzzentrums DigiMit² fort. Von Oktober 2026 bis September 2029 richtet das „Kompetenzzentrum digitale Technologien Mittelstand in der Region Mittelrhein-Westerwald" seinen Schwerpunkt gezielt auf Künstliche Intelligenz (KI) aus. Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im nördlichen Rheinland-Pfalz praxisnah und niedrigschwellig beim Einstieg in KI-Anwendungen zu unterstützen. Das Gesamtvolumen der neuen Projektphase beträgt rund 1,22 Millionen Euro.

  • Ein Mann steuert Maschinen an einem Laptop

    Bild: Colourbox.de

Seit 2021 hat sich das Kompetenzzentrum DigiMit² von einer Aufbauinitiative zu einer etablierten Transferplattform für digitale Technologien in der Region entwickelt. In der nun startenden dritten Projektphase – der Vertiefungsphase – verschiebt sich der Fokus von einer breiten Digitalisierungsperspektive hin zu einer gezielten Spezialisierung auf KI als Schlüsseltechnologie. Damit reagiert das Kompetenzzentrum unmittelbar auf den Bedarf der regionalen Wirtschaft.

Wie groß dieser Bedarf ist, zeigt eine empirische Untersuchung des Kompetenzzentrums, an der sich 176 Unternehmen aus zehn Landkreisen des nördlichen Rheinland-Pfalz beteiligten: Während heute erst 8,5 Prozent der befragten Unternehmen KI als zentralen Bestandteil ihrer Strategie sehen, erwarten über 42 Prozent, dass KI in fünf Jahren eine sehr zentrale Rolle für ihr Geschäftsmodell spielen wird. Gleichzeitig nennen die Unternehmen fehlendes Fachwissen, Unsicherheiten bei Datenschutz und Recht sowie knappe Zeitressourcen als die größten Hürden. Den mit Abstand größten Unterstützungsbedarf sehen die Betriebe bei der Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle im eigenen Unternehmen.

Genau hier setzt die neue Projektphase an. Über einen fünfstufigen „Wertpfad“ – von einfachen KI-Werkzeugen über unternehmensspezifische Assistenzsysteme bis hin zu anspruchsvolleren Anwendungen – erhalten Unternehmen je nach Reifegrad einen passenden Einstieg. Praxisfelder wie KI-gestützte Qualitätskontrolle, vorausschauende Wartung und Prozessoptimierung werden dabei greifbar gemacht.

Ein zentrales Instrument bleibt der DigiTruck, der im Rahmen des Projekts um zahlreiche neuartige KI-Demonstratoren ergänzt und elektrifiziert wird. Der so entstehende „KI-Truck” kann KI-Anwendungen direkt in die Betriebe vor Ort bringen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf dem verantwortungsvollen Einsatz von KI – mit Themen wie Datenschutz, Fairness, Transparenz und digitaler Souveränität.

Wirtschaftsminister Michael Ebling betont die Bedeutung des Vorhabens für die regionale Wirtschaft: „Künstliche Intelligenz ist eine der entscheidenden Zukunftstechnologien für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Mittelstands. Gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz wollen wir auf diesem Weg unterstützen. Mit DigiMit² fördern wir ein Angebot, das KI nicht im Labor belässt, sondern sie direkt und praxisnah in die Betriebe bringt. Wenn Unternehmen KI vor Ort erleben und ausprobieren können, sinken Berührungsängste und es entsteht Raum für Innovation. Das stärkt die Region und sichert Arbeitsplätze."

Für die Hochschule Koblenz ist das Kompetenzzentrum ein zentraler Baustein ihres Wissens- und Technologietransfers. Es ist eng mit dem Forschungsschwerpunkt „Data Driven Systems“ verzahnt und bindet die neu geschaffenen Professuren mit KI-Fokus ein.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel: „DigiMit² steht beispielhaft für unser Selbstverständnis als Hochschule für angewandte Wissenschaften: Wir bringen wissenschaftliche Expertise dorthin, wo sie gebraucht wird – in die Unternehmen der Region. Mit der Fortsetzung und der klaren Ausrichtung auf Künstliche Intelligenz verbinden wir aktuelle Forschung mit dem konkreten Bedarf des Mittelstands und schaffen zugleich Anknüpfungspunkte für unsere Studierenden. Ich danke dem Land für das Vertrauen und die Förderung, mit der wir diesen erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen können.“

Getragen wird das Kompetenzzentrum von einem breiten regionalen Netzwerk. Neben der Förderung des Landes beteiligen sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein, die Wirtschaftsförderung Koblenz sowie die Wirtschaftsförderungen der Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwald an der Finanzierung; auch die Hochschule Koblenz bringt einen erheblichen Eigenanteil ein. Wissenschaftlich geleitet wird DigiMit² interdisziplinär von Prof. Dr. Holger Reinemann und Prof. Dr. Bert Leyendecker aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Prof. Dr. Wolfgang Kiess aus dem Fachbereich Ingenieurwesen (Direktor des Interdisziplinären Instituts für Digitalisierung IIFD) sowie Prof. Dr. Wied Pakusa aus dem Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik.

Über die bisherigen Phasen hinaus soll DigiMit² dauerhaft als Transferplattform in der Region verankert bleiben und flexibel auf neue technologische Entwicklungen reagieren können.

Über DigiMit²

DigiMit² ist das Kompetenzzentrum digitale Technologien Mittelstand in der Region Mittelrhein-Westerwald an der Hochschule Koblenz. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen im nördlichen Rheinland-Pfalz vorwettbewerblich und kostenfrei bei der digitalen Transformation. Projektpartner sind unter anderem die Wirtschaftsförderung am Mittelrhein, die Wirtschaftsförderung Koblenz, die Wirtschaftsförderungen der Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwald sowie das Interdisziplinäre Institut für Digitalisierung (IIFD) der Hochschule Koblenz. Die neue Projektphase läuft von Oktober 2026 bis September 2029.

Gemeinsame Pressemitteilung des Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz und der Hochschule Koblenz, 2. November 2026