Fachbereich Sozialwissenschaften: Sicher und selbstbestimmt im digitalen Alltag

15.06.2026

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Studierende* der Projektwerkstatt „Soziale Arbeit in Inklusion, Teilhabe und Gesundheitsförderung" gestalten gemeinsam mit Menschen mit Behinderung zwei digitale Workshop-Tage – begleitet und verantwortet von Daniel Roos (Hochschule Koblenz) und Janine Jakobs (Freizeit und Bildung im Sozialraum, Herz-Jesu-Haus Kühr)

  • Prüfen von Aussagen

    Prüfen von Aussagen Quelle: HS Koblenz/Roos

  • Was machst Du am Handy?

    Was machst Du am Handy? Quelle: HS Koblenz/Roos

Nicht alle nutzen ihr Smartphone auf die gleiche Weise – und das ist gut so. Mit diesem Grundgedanken entwickelten Studierende* der Projektwerkstatt „Soziale Arbeit in Inklusion, Teilhabe und Gesundheitsförderung" gemeinsam mit Daniel Roos (Hochschule Koblenz) und Janine Jakobs (Freizeit und Bildung im Sozialraum, Herz-Jesu-Haus Kühr) zwei Workshop-Tage rund um digitale Teilhabe. Die Studierenden* der Projektwerkstatt standen dabei nicht im Hintergrund: Sie entwickelten das didaktische Konzept, gestalteten alle barrierefreien Materialien in einfacher Sprache und übernahmen die direkte Begleitung der Teilnehmer*innen vor Ort – als gleichwertige Akteur*innen eines gemeinsamen Lern- und Praxisprojekts.

Ein guter Einstieg: Was machst du gerne mit deinem Handy?

Der erste Workshop-Tag begann mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Frage: Was machst du gerne mit deinem Handy? Die Studierenden* hatten dafür bunte Bildkarten entwickelt – von Telefonieren über Musik hören bis hin zu Spielen. Anhand dieser Karten konnten die Teilnehmer*innen zeigen, was sie bereits kennen und was sie noch entdecken möchten. Bewusst ohne viel Text gestaltet, damit wirklich alle mitmachen können – unabhängig von Lesekenntnissen.

Tandem-Coaching: Individuell und auf Augenhöhe

Ein zentrales Element des Workshop-Konzepts war das digitale Tandem-Coaching: Die Studierenden* übernahmen das individuelle Tandem-Coaching: Jede*r Studierende* begleitete eine Person aus der Einrichtung im Eins-zu-eins-Format, hörte zu, ermutigte und erklärte – angepasst an den jeweiligen Kenntnisstand. Ob jemand sein Smartphone bereits für Musik und Videos nutzte oder zum ersten Mal bewusst den Ein-Aus-Knopf drückte: Die Studierenden* fanden für jede Ausgangslage den richtigen Einstieg. Diese unmittelbare Begegnung war für beide Seiten bereichernd – und ist das Herzstück des Projektwerkstatt-Ansatzes in enger Begleitung durch Daniel Roos (Hochschule Koblenz).

„Die Studierenden* bringen echtes Engagement mit – und die Teilnehmer*innen merken das. Genau in dieser Begegnung auf Augenhöhe entsteht echter Lernerfolg: auf beiden Seiten.“ — Daniel Roos

Einfache Sprache und Piktogramme als Schlüssel

Alle Materialien wurden von den Studierenden* selbst entwickelt und in einfacher Sprache sowie mit Piktogrammen aufbereitet. Dazu gehörte ein eigens erstelltes Handy-Lernbuch, das Schritt für Schritt erklärt, wie man das Gerät einschaltet, die Lautstärke regelt, jemanden anruft oder eine Nachricht schreibt. Diese intensive Vorbereitung war Teil des Lehrkonzepts: Die Studierenden* lernten nicht nur über Inklusion – sie gestalteten sie aktiv mit.

Feedback der Teilnehmer*innen

Am Ende des Tages gaben die Teilnehmer*innen ihr Feedback mithilfe eines von den Studierenden* eigens entwickelten Evaluationsbogens: Smileys und Sticker statt langer Texte – barrierefrei und intuitiv. Die Studierenden* werteten die Rückmeldungen gemeinsam aus. Die Stimmung war durchweg positiv – viele Teilnehmer*innen äußerten den Wunsch, noch mehr über ihr Handy zu lernen.

Ausblick auf die Workshopwoche

Der zweite und abschließende Workshop-Tag – geplant und vorbereitet von den Studierenden* – widmet sich dem Thema Surfen im Netz und Social Media Content. Die Teilnehmer*innen sollen dabei erfahren, wie sie sicher im Internet navigieren, Inhalte einschätzen und Social Media bewusst und selbstbestimmt nutzen können. Das Projekt ist ein Lehrformat der Projektwerkstatt „Soziale Arbeit in Inklusion, Teilhabe und Gesundheitsförderung" und verbindet hochschulisches Lernen mit gelebter Praxis – in enger Kooperation mit Janine Jakobs (Freizeit und Bildung im Sozialraum, Herz-Jesu-Haus Kühr) und dem gesamten Team der Einrichtung.