SHITzo in 360 Grad
30.06.2026
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Die Immersive Lunch Break des Projekts „Weitblick in der Sozialen Arbeit“ (WeSA) bot Studierenden, Kolleg*innen und der Hochschulöffentlichkeit einen kompakten Einblick in aktuelle immersive Lehr- und Aufklärungsformate. Unter dem Sonnensegel entstand trotz hoher Temperaturen ein gut zirkulierender, niedrigschwelliger Ort für Austausch, Erprobung und fachliche Gespräche. Für Studierende wie auch Mitarbeitende und Professor*innen boten sich Einblicke und konkrete Anknüpfungspunkte, die mit viel Interesse aufgegriffen wurden.
Im Zentrum stand die Ausstellung „SHITzo – ich sehe was, was du nicht siehst“ von Joke Volkmer. Volkmer lebt mit der Diagnose Schizophrenie und verbindet ihre persönliche Erfahrung mit Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Ihr Anliegen ist es, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu fördern und Räume für Begegnung und offene Fragen zu schaffen. In Koblenz war SHITzo nicht nur als Ausstellung präsent, sondern wurde zugleich in ihrer digitalen Erweiterung vorgestellt.
Diese Übersetzung in den immersiven Raum entstand im Rahmen des Abschlussprojekts von Katharina Schuck, Mediengestalterin für immersive Medien an der Julius-Wegeler-Schule. Gemeinsam mit SHITzo und dem Projekt WeSA wurde ein 360°-/VR-Format entwickelt, das die Aufklärungsarbeit zur Schizophrenie um eine räumlich-erfahrbare Perspektive ergänzt. Bereits in der Vorwoche stellten Joke Volkmer und Katharina Schuck das gemeinsame Projekt bei einer Recovery-Veranstaltung in Bern vor.
Die Kooperation geht auf eine Initiative der Diversity-Beauftragten des Fachbereichs Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Catherine Kaiser-Hylla, und der WeSA-Projektleiterin Prof. Dr. Miriam Baghai-Thordsen zurück. Seit nahezu einem Jahr begleitet Prof. Dr. Miriam Baghai-Thordsen zusammen mit dem WeSA-Team die Kooperation: Das Projekt baute die Kontakte auf, unterstützte die Umsetzung fachlich, technisch, organisatorisch, personell und stellte Equipment bereit. Damit zeigt die Kooperation exemplarisch, wie Hochschule, berufliche Bildung, Betroffenenperspektive und digitale Mediengestaltung produktiv zusammenwirken und entstandene Materialien dauerhaft in Lehre eingesetzt werden können.
Ergänzt wurde die Immersive Lunch Break durch Martin Mucha, der seine App „Little Voice“ vorstellte. Martin Mucha, selbst Leiter einer KiTa, entwickelt die App aus dem Bedarf des Feldes. Das niedrigschwellige Tool unterstützt Kinder, die sich verbal nicht leicht ausdrücken können, dabei, Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Perspektiven sichtbar und verständlich zu machen. Auch hier wurde deutlich: Digitale Anwendungen entfalten ihren Wert dort, wo sie Beteiligung, Verständigung und Teilhabe ermöglichen.


