Zusammenfassung
Das Teilprojekt „Digitale Lehr- und Lerninfrastruktur“ verdeutlicht, dass der nachhaltige Auf- und Ausbau digitaler Hochschulstrukturen weit über die Bereitstellung technischer Systeme hinausgeht. Digitale Infrastruktur erweist sich vielmehr als ein komplexes Zusammenspiel technischer, didaktischer und organisatorisch-struktureller Dimensionen. Die im Teilprojekt entwickelte Visualisierung in Form eines U-Bahn-Netzplans macht diese Vernetzungen sichtbar und zeigt, dass erfolgreiche digitale Transformation nur durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Leitlinien gelingen kann.
Im Zentrum der Infrastruktur steht mit OpenOLAT ein zentraler Knotenpunkt, der unterschiedliche Anwendungen, Kommunikationswege und Unterstützungsangebote miteinander verbindet. Die Projektergebnisse zeigen, dass digitale Lehr- und Lerninfrastrukturen insbesondere dann wirksam sind, wenn sie als integrierte Ökosysteme konzipiert werden. Entscheidend sind dabei technische Anschlussfähigkeit, didaktische Nutzbarkeit sowie die Unterstützung organisatorischer Prozesse.
Eine zentrale Leitlinie des Teilprojektes war die Weiterentwicklung digitaler Lernräume und digitaler Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten für Lehrende und Studierende. Die Projekterfahrungen verdeutlichen, dass digitale Infrastruktur nicht nur der Distribution von Inhalten dient, sondern Räume für Partizipation, Kollaboration und den selbstorganisierten Kompetenzerwerb schafft. Digitale Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten stärken den Aufbau digitaler Lehr- und Lernkompetenzen sowie den Wissenstransfer. Entsprechend hat das Teilprojekt gezeigt, dass digitale Transformation nur dann nachhaltig gelingt, wenn die technische Infrastruktur durch kontinuierliche Unterstützungsstrukturen begleitet wird. Anleitungen, Beratungsangebote und Austauschformate fördern die Entwicklung von digitalen Lehr- und Lernkompetenzen und unterstützen. Sie unterstützen Lehrende bei der Gestaltung hybrider und digitaler Lehrsettings. Eine besondere Bedeutung kommt daher dem Support zu, der im Teilprojekt als Querschnittsaufgabe verstanden wurde. Support umfasst dabei nicht nur technische Hilfeleistungen, sondern auch Beratung, Qualifizierung und Prozessbegleitung. Er bildet damit eine zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Nutzung und Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur.
Gleichzeitig stärken lernendenzentrierte Angebote wie digitale Selbstlernräume und semesterbegleitende Unterstützungsformate die Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Studierenden.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse des Teilprojektes, dass der Auf- und Ausbau digitaler Lehr- und Lerninfrastruktur maßgeblich zur Entwicklung einer Kultur der Digitalität an Hochschulen beiträgt. Die digitale Lehr- und Lerninfrastruktur verändert Kommunikations-, Lehr- und Lernprozesse nachhaltig und schafft neue Räume für Teilhabe, Kollaboration und Wissensproduktion. Hochschulen entwickeln sich dadurch zunehmend zu vernetzten, dynamischen Lern- und Entwicklungsräumen, in denen digitale Technologien nicht nur eingesetzt, sondern kulturell integriert werden. Digitale Lehr- und Lerninfrastruktur erweist sich damit als zentraler Bestandteil einer umfassenden Hochschulentwicklung, die technische, didaktische und organisatorische Transformationsprozesse miteinander verbindet.


