Hochschule Koblenz: Stratosphärenballon erfolgreich geborgen
03.06.2026
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Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Jens Bongartz. Seitens der Hochschule wirkten zudem Prof. Dr. André Steimers sowie Dr. Alexander Jenal mit. Unterstützt wurde das Team durch jeweils vier Oberstufenschülerinnen und -schüler beider Schulen aus den naturwissenschaftlichen Leistungskursen Physik, Mathematik und Chemie.
Ziel des Projekts war es, mithilfe eines Stratosphärenballons Messdaten zu Ozon, UV-Strahlung, atmosphärischen Teilchen sowie zur Höhenstrahlung zu erfassen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit den Hochschulangehörigen an der Auswahl geeigneter Sensorik, dem Aufbau der Messtechnik sowie an der Simulation verschiedener Flugszenarien.
Der Ballon, gestartet am Campus Remagen, stieg am Flugtag innerhalb von gut zwei Stunden auf eine Höhe von 35.552 Metern auf und war insgesamt drei Stunden und neun Minuten unterwegs, bevor er über Neuwied Engers planmäßig platzte. Die Sonde kehrte daraufhin mit einem Fallschirm in einer knappen Stunde wieder zur Erde zurück. Während des gesamten Flugs wurden Positionsdaten erfasst und die Flugbahn kontinuierlich verfolgt. Die Styroporbox mit der eingebauten Messtechnik sowie der Kamera blieb in einem Waldstück im Rhein-Lahn-Kreis in knapp 30 Metern Höhe in einem Baum hängen. Zunächst konnte sie nicht geborgen werden.
Knapp zwei Wochen später gelang die Bergung durch Marcel Wilhelmi. Der Forstwirt verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Baumklettern und in seilunterstützter Arbeit. Wilhelmi erklärt: „In meinem Beruf bin ich natürlich schon auf viele Bäume geklettert – zu unterschiedlichsten Zwecken. Einen Ballon, der zur Erhebung wissenschaftlicher Daten in der Luft war, habe ich bisher noch nicht gerettet“, schmunzelt Wilhelmi.
Prof. Dr. Jens Bongartz zeigt sich mit dem Verlauf des Projekts sehr zufrieden: „Die Datenerfassung hat weitestgehend funktioniert. Besonders erfreulich ist, dass die Kamera während des gesamten Flugs durchgehend aufgezeichnet hat.“ Im nächsten Schritt erfolgt die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten – unter anderem im Rahmen von zwei Facharbeiten beteiligter Schülerinnen und Schüler.
Mit besonderer Spannung blickt das Team auf die Analyse der Höhenstrahlungsmessdaten. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass die Daten sehr interessant sind. Die Ergebnisse werden nun gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Universität Bonn analysiert, die Erfahrung mit baugleichen Höhenstrahlungssensoren haben.
Im Rahmen der weiteren Analyse soll zudem untersucht werden, wie geeignet die eingesetzte Sensortechnik für zukünftige Missionen ist. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen möglichen weiteren Stratosphärenflug. Prof. Dr. Jens Bongartz betont: „Wir bleiben dran.“
Die Hochschule Koblenz bedankt sich bei der Zukunftsregion Ahr e.V., die den Stratosphärenballonflug finanziell unterstützt hat.
Eindrücke vom Flugtag zeigt der Instagram-Beitrag des General-Anzeigers.
