Zusammenfassung
Die Ergebnisse des Teilprojekts „Digitale Lernkompetenz“ verdeutlichen, dass digitale Kompetenzentwicklung weit über den Erwerb technischer Anwendungskenntnisse hinausgeht. Der Auf- und Ausbau digitale Lernkompetenz erweist sich vielmehr als ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess, in dem fachliche, überfachliche, reflexive und adaptive Fähigkeiten eng miteinander verbunden sind. Erfolgreiches Lernen in einer digital geprägten Welt erfordert neben technologischem Wissen insbesondere Selbststeuerung, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, kritische Reflexionskompetenz sowie die Fähigkeit, flexibel auf neue digitale Anforderungen zu reagieren. Entsprechend wird der Erwerb digitaler Lernkompetenzen als ein zentraler Baustein entlang des gesamten Student-Life-Cycles verstanden.
Als besonders relevant für den Erwerb digitaler Lernkompetenz erwies sich der Auf- und Ausbau von Future Skills. Reflexions-, Kommunikations-, Schreib- und Systemkompetenz sowie Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz bilden zentrale Bausteine einer digitalen Lernkompetenz. Insbesondere der Erwerb von KI-Kompetenzen verdeutlicht, dass digitale Kompetenzentwicklung neben Anwendungssicherheit auch die kritische, ethische und verantwortungsbewusste Reflexion technologischer Entwicklungen einschließen muss.
Individuelle Begleitung, Feedbackprozesse und reflexive Beratungsangebote fördern dabei die Fähigkeit, Lernprozesse selbstständig zu gestalten und digitale Anforderungen eigenverantwortlich zu bewältigen. Darüber hinaus eröffnen überfachliche, flexible und modularisierte Qualifizierungsangebote neue Möglichkeiten der individualisierten Kompetenzentwicklung. Digitale Selbstlernangebote unterstützen Studierende dabei, zukunftsrelevante Kompetenzen gezielt auszubauen und individuelle Schwerpunktsetzungen vorzunehmen. Gleichzeitig fördern sie lebenslanges Lernen und die Flexibilisierung akademischer Bildungsbiografien.
Eine weitere Bedeutung kamen lernförderlichen physischen und digitalen Lernräumen zu. Offene und partizipative Lernumgebungen fördern gemeinschaftliche Wissensentwicklung, experimentelles Arbeiten sowie die aktive Auseinandersetzung mit digitalen Technologien und neuen Lernformen. Digitale Lernkompetenzen entstehen damit insbesondere in sozialen und kooperativen Lernprozessen.
Der Aus- und Aufbau digitaler Lernkompetenzen leistet zugleich einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer Kultur der Digitalität. Digitale Transformationsprozesse verändern nicht nur Lehr- und Lernformen, sondern prägen nachhaltig Kommunikations-, Kollaborations- und Wissenspraktiken unter den Studierenden. Durch die systematische Förderung digitaler Lernkompetenzen entstehen gemeinsame Haltungen, Werte und Praktiken im Umgang mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.


