Modulare Struktur für bedarfsgerechte Qualifizierung
Das entwickelte Nano-Degree ermöglicht Studierenden eine systematische Kompetenzentwicklung entsprechend ihrer fachlichen Schwerpunkte und beruflichen Ziele. Das Projekt realisiert zwei Abschlussvarianten:
- 3 ECTS-Version: Kompakt mit einem Wahlmodul
- 5 ECTS-Version: Vertiefend mit drei Wahlmodulen
Struktureller Aufbau der Lernmodule
Einstieg:
- Obligatorisches Modul "Basics Feedback" (0 ECTS)
- Fundament für alle nachfolgenden Peer-Assessment-Prozesse
Pflichtbereich:
- KI Grundlagen (1 ECTS): Verstehen Sie Maschinelles Lernen, Neuronale Netze und Deep Learning
- Einführung ins Prompt-Engineering (1 ECTS): Meistern Sie die praktische Anwendung generativer KI
Wahlbereich: Spezialisierung nach fachlichen Anforderungen
Die Wahlmodule ermöglichen eine bedarfsgerechte Vertiefung in Studiums- und berufsspezifische Anwendungsbereiche.
Assessment as Learning: Prüfungsformate als Lernerfahrung
Das Projekt implementiert innovative digitale Prüfungsformate, die über traditionelle Wissensabfragen hinausgehen. Durch automatisierte Self- und Peer-Assessments auf der Plattform OpenOlat werden nachhaltige Lernkompetenzen gefördert:
- Reflexionsfähigkeit durch das Anfertigen eines Reflexions-Tagebuchs in jedem Selbstlernkurs
- Feedback-Kompetenzen durch das eigene Erstellen von Peer Reviews
- Daraus resultierende metakognitive Fähigkeiten für den verantwortungsvollen KI-Umgang
Die Dimensionen des Nano-Degree sind dabei inspiriert und abgeleitet aus dem KI-Kompetenzmodell von Falck, Alles, Flick und Schulz (2025), dass die vier Grundpfeiler Verstehen, Anwenden, Reflektieren und Mitgestalten als Basis umfassender KI-Kompetenz definieren:
- Verstehen: Technologisches Verständnis von KI-Systemen und deren Funktionsweise
- Anwenden: Praktische Nutzung von KI-Tools in Studiums- und berufsspezifischen Kontexten
- Reflektieren: Kritische Bewertung von KI-Einsatz und dessen ethischen Implikationen
- Mitgestalten: Aktive Teilhabe an der verantwortungsvollen Entwicklung KI-gestützter Arbeitsweisen
Strukturelle Implementierung und Hochschulintegration
Zwei Implementierungswege für nachhaltige Integration
Additive Variante
Das Nano-Degree wird als eigenständiges Zertifikatsstudium nach der Rahmenordnung für weiterbildende Zertifikatsstudien umgesetzt:
- Certificate of Microcredential (3 ECTS)
- Certificate of Microdegree (5 ECTS)
Integrative Variante
In einem Pilotprojekt wird die curriculare Einbindung einzelner Module oder des gesamten Degrees in Wahlpflichtkataloge und interdisziplinäre Lehrangebote innerhalb eines Fachbereichs erprobt.
Projektmanagement und Nachhaltigkeit
Die Kooperation zwischen dem Team Studium und der Teilkoordination Digitale Lernkompetenz gewährleistete sowohl didaktische Innovation als auch administrative Integration. Nach Projektende übernimmt das Team Studium die langfristige Betreuung.
Qualitätssicherung durch systematisches Monitoring in Form von:
- Kontinuierliche Auswertung digitaler Evaluationsbögen
- Analyse der studentischen Erfahrungen mit den Peer- und Self-Assessment-Ergebnissen
- Anpassung an aktuelle KI-Entwicklungen und regulatorische Anforderungen
- Evidenzbasierte Weiterentwicklung des Programms
Projektbeitrag zur hochschuldidaktischen Entwicklung
Das Nano-Degree „AI Leadership“ demonstriert, wie Hochschulen proaktiv auf regulatorische Anforderungen und technologische Entwicklungen reagieren können. Das Projekt entwickelte damit Strukturen für zukunftsorientierte Kompetenzvermittlung und trägt zur strategischen Positionierung der Hochschule Koblenz im Bereich digitaler Bildungsinnovationen bei.
Ausblick: Nano-Degree Data Literacy
Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Nano-Degree „AI Leadership“ wurde im Rahmen des Projekts KuDiKo ein weiteres Nano-Degree zum Themenfeld Data Literacy konzipiert. Dieses ergänzende Bildungsangebot adressiert die wachsende Bedeutung von Datenkompetenz in der digitalisierten Arbeitswelt und wird nach Projektende realisiert. Für das Zertifikat sind 4-5 ECTS Punkte angedacht.
Literatur
Ehlers, U.-D. (2023): Future Skills KI – Das AICOMP-Kompetenzmodell.
Buck, I. (2025). Wissenschaftliches Schreiben mit KI (1. Aufl.). Konstanz: UVK/UTB. doi.org/10.36198/9783838563657
Buck, I., & Weßels, D. (2025). Gut geführt = gut geschrieben? AI Leadership als relevante Kompetenz in der Kollaboration mit KI-Tools. In G. Brägger & H.-G. Rolff (Hrsg.), Handbuch Lernen mit digitalen Medien. Wege der Transformation (3. Aufl., S. 863–880).
Ehlers, U.-D., Lindner, M., Sommer, S., & Rauch, E. (2023). AICOMP – Future skills in a world increasingly shaped by AI. UbiquityProceedings. https://ubiquityproceedings.org
Falck, J., Alles, S., Flick, M., & Schulz, R. (o. J.). KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende. Aus der Praxis für die Praxis – eine adaptierbare Basis. Abgerufen am 5. Mai 2025 von https://joschafalck.de/ki-kompetenzen/
Graf-Schlattmann, M. (2021). Hochschulorganisation und Digitalisierung: Die Auswirkungen organisationaler Funktionslogiken auf die digitale Transformation an Universitäten. Springer VS.
Weßels, D. (2024). AI Leadership als Königsdisziplin. changemnet!, 6(2024), 10–11.
AI Act Law. (2025, 15. Januar). AI Act – EU-Gesetzgebung zur Künstlichen Intelligenz. Abgerufen am 15. Januar 2025 von https://ai-act-law.eu/de/
TH Köln. (2025, 16. Januar). KI-Kompetenz als Rechtspflicht: Das müssen Hochschulen beachten. Abgerufen am 16. Januar 2025 von www.th-koeln.de/hochschule/ki-kompetenz-als-rechtspflicht-das_muessen-hochschulen-beachten_120058.php