Zusammenfassung
Die im Teilprojekt „Digitale Lehrkompetenz“ gewonnenen Erkenntnisse verdeutlichen, dass digitale Lehrkompetenz nicht durch einzelne Qualifizierungsmaßnahmen entsteht, sondern aus dem Zusammenspiel verschiedener Entwicklungsdimensionen hervorgeht. Sie umfasst neben technischen Kenntnissen auch mediendidaktische Gestaltungskompetenz, kommunikative und kollaborative Fähigkeiten, reflexiven Technologieeinsatz sowie Innovationsfähigkeit.
Für eine nachhaltige Kompetenzentwicklung sind insbesondere vier eng miteinander verknüpfte Bereiche zentral: 1. Weiterbildung und Beratung, 2. Austausch und Vernetzung, 3. die Förderung innovativer Lehrprojekte sowie 4. die Bündelung von Unterstützungsangeboten über die digitale Plattform „Lehre im Dialog – das Portal“.#
Die kontinuierliche Qualifizierung von Lehrenden bildet dabei eine wesentliche Grundlage. Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote fördern technische, didaktische und methodische Kompetenzen und schaffen Handlungssicherheit im Umgang mit digitalen Formaten und Technologien. Unterschiedliche Bedarfe erfordern niedrigschwellige Unterstützungsformate, individuelle Beratung sowie strukturierte Weiterbildungsangebote, die komplementär aufeinander abgestimmt sind. Digitale Lehrkompetenz erweist sich so als fortlaufender Qualifizierungsprozess.
Zugleich entsteht digitale Lehrkompetenz wesentlich in sozialen und kollaborativen Kontexten. Austausch- und Vernetzungsformate fördern kollegiale Reflexion, gemeinschaftliche Wissensentwicklung und die Verbreitung innovativer Lehrpraxis. Communities of Practice wie „Lehre im Dialog“ oder „KI-Lounge“ tragen dazu bei, Erfahrungen sichtbar zu machen, Unsicherheiten abzubauen und innovative Konzepte gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ebenso bedeutsam sind experimentelle Entwicklungsräume. Die Förderung innovativer Lehrprojekte und Good-Practice-Ansätzen sowie die gemeinsame Erprobung (KI-gestützter) neuer Anwendungen im Lehr-Lernkontext ermöglichen die die Weiterentwicklung zeitgemäßer Lehr- und Lernkonzepte und die institutionelle Sichtbarmachung neuer didaktischer Konzepte.
Eine zentrale Rolle übernimmt dabei die digitale Plattform „Lehre im Dialog – das Portal“, die Lehrenden der Hochschule Koblenz orts- und zeitunabhängige Zugänge zu Materialien, Unterstützungsangeboten und Wissensressourcen ermöglicht. Durch die Bündelung unterschiedlicher Angebote schafft sie Orientierung und erleichtert den Zugang zu Unterstützungsangeboten nachhaltig.
Der systematische Ausbau digitaler Lehrkompetenzen bildet zugleich eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung einer Kultur der Digitalität. Digitale Transformationsprozesse verändern Kommunikations-, Kollaborations- sowie Lehr- und Lernpraktiken innerhalb der Hochschule grundlegend. Der Aufbau digitaler Lehrkompetenzen trägt somit nicht nur zur individuellen Qualifizierung und Weiterbildung bei, sondern fördert auch gemeinsame Haltungen, Praktiken und Werte im Umgang mit Digitalisierung und generativer KI. Die Verbindung von Beratung, Weiterbildung, Vernetzung und innovationsorientierter Lehrentwicklung etabliert digitale Lehrpraxis als gemeinschaftliche Gestaltungsaufgabe. Austausch- und Reflexionsräume stärken zudem eine Kultur des Teilens, fördern institutionelle Lernprozesse sowie reflexive und ethische Kompetenzen und unterstützen einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien.


