Eine klassische Ganganalyse beinhaltet die technische Untersuchung von Bewegungsmustern, die während des menschlichen Gangs auftreten. Bei einer solchen Analyse werden üblicherweise biomechanische und physiologische Faktoren wie Körperhaltungen, Muskelaktivitäten, Kraft- und Druckverteilungen aufgezeichnet und ausgewertet. Auf diese Weise können zum Beispiel krankhafte Veränderungen am Bewegungsapparat diagnostiziert werden, die mit bloßem Auge häufig nicht zu erkennen sind. Ein solches klassisches Ganganalyselabor findet man vor allem im klinischen Umfeld.
Der Gedanke der Prävention steht bei klinischen Untersuchungen allerdings nicht im Vordergrund. Aus medizinischer und aus volkwirtschaftlicher Perspektive ist es aber von großer Bedeutung, dem Thema Prävention einen höheren Stellenwert beizumessen. Die Früherkennung von neurologisch bedingten und laufsportinduzierten Krankheitsbildern oder die Vermeidung von stolper-, rutsch- und sturzbedingten Unfällen sind besonders wünschenswert. In jüngster Zeit wurden beträchtliche Fortschritte bezüglich der vielfältigen Einsatzgebiete von Sensoren gemacht, die physiologische und biomechanische Parameter erfassen können. Aufgrund der Verfügbarkeit von Algorithmen, die auf Künstlicher Intelligenz beruhen, können nun auffällige Muster in den Sensor-Daten effizient und teilweise in Echtzeit detektiert werden.
Diese rasanten Fortschritte im Bereich der Hard- und Software dienen als Grundlage der Entwicklung von innovativen Werkzeugen für eine neue Form der Ganganalyse, die den technischen und personellen Aufwand im Vergleich zum klassischen Labor deutlich reduzieren wird. Ein kontinuierliches Monitoring des menschlichen Gangs für präventive Zwecke im alltäglichen Gebrauch erscheint in der nahen Zukunft möglich.