Hochschule Koblenz mit Promotionsrecht in drei Clustern – Stärkung der angewandten Forschung in RLP
26.02.2026
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Die Hochschule Koblenz übernimmt dabei eine besonders verantwortungsvolle Rolle: Sie koordiniert das Promotionscluster „Nachhaltige Technik und Naturwissenschaften“ und ist zudem an den Clustern „Angewandte Informatik“ sowie „Medical and Environmental Life Sciences“ beteiligt. Die Promotionscluster sind thematisch fokussiert und verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit hoher Praxis- und Transferorientierung. „Das Promotionsrecht stärkt unsere Position in der angewandten Forschung, ermöglicht eigenständige Nachwuchsförderung und öffnet Studierenden sowie Forschenden vielseitige Karrierewege“, sagt Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz.
Ein besonderes Profilmerkmal der Hochschule Koblenz ist ihre ausgeprägte Transfernähe: Mit einem TRL (Technologiereifegrad) zwischen 4 und 6 sollen die Promotionsprojekte sich an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischer Umsetzung in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft bewegen. Die Hochschule arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit regionalen Unternehmen, Kommunen und Institutionen zusammen und übersetzt Forschungsergebnisse in konkrete Lösungen – von technologischen Innovationen über Nachhaltigkeitskonzepte bis hin zu neuen Dienstleistungen. Ihre starke Umsetzungsorientierung war ein wesentlicher Baustein für den Erfolg im Verfahren um das Promotionsrecht.
Die Vergabe des Promotionsrechts an die Hochschulen für angewandte Wissenschaften ist in Rheinland-Pfalz an hohe Qualitätsanforderungen geknüpft. Für die beteiligten Professorinnen und Professoren gelten strenge Kriterien: Sie müssen ihre Forschungsstärke unter anderem über eingeworbene Drittmittel von in der Regel mehr als 300.000 Euro und über eine substanzielle Zahl qualifizierter Publikationen nachweisen. Hinzu kommt die dokumentierte Erfahrung in der Betreuung von Promotionen. Diese Anforderungen sorgen dafür, dass nur besonders forschungs-starke und betreuungserfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Promotionsrecht wirken – und heben die Promotionen an der Hochschule Koblenz auf ein dauerhaft hohes Qualitätsniveau.
„Gerade dieser Prozess hat gezeigt, welches Potenzial in unserer Hochschule steckt: Wir verfügen über starke Forschungsverbünde, eine hervorragende Vernetzung mit der Praxis und Kolleginnen und Kollegen, die sich mit großem Engagement für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses einsetzen. Das Promotionsrecht bestätigt diesen Erfolg und verpflichtet uns zu dauerhaft hohen Qualitätsstandards.“
Die neu eingerichteten Promotionscluster orientieren sich an zentralen Zukunftsfeldern: Im Cluster „Nachhaltige Technik und Naturwissenschaften“ geht es darum, neue Technologien so weiterzuentwickeln, dass sie Ressourcen schonen, Umweltbelastungen reduzieren und nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen. „Angewandte Informatik“ adressiert digitale Schlüsseltechnologien – von Künstlicher Intelligenz über Data Science bis zur IT-Sicherheit – und richtet den Blick auf konkrete Anwendungen in Unternehmen, Verwaltungen und gesellschaftlichen Einrichtungen. „Medical and Environmental Life Sciences“ verbindet Gesundheits- und Umweltfragen, etwa bei der Entwicklung neuer Diagnoseverfahren, in der Umwelttoxikologie oder in der Erforschung von Belastungsfaktoren für Mensch und Umwelt. Über alle Cluster hinweg steht im Mittelpunkt, dass Forschungsergebnisse in der Region und darüber hinaus spürbar wirksam werden – in Form von neuen Produkten, optimierten Prozessen oder verbesserter Daseinsvorsorge.
Für die Region bedeutet das Promotionsrecht der Hochschule Koblenz einen deutlichen Standortvorteil. Qualifizierte Absolventinnen und Absolventen müssen für eine Promotion nicht mehr zwingend an Universitäten bzw. andere Standorte wechseln, sondern können ihre wissenschaftliche Laufbahn in enger Verzahnung mit anwendungsnahen Projekten und regionalen Partnern fortsetzen. Dies erhöht die Chancen, hochqualifizierte Fachkräfte in der Region zu halten, neue Kooperationen mit Unternehmen aufzubauen und Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor Ort zu etablieren. Die eigenständige Promotion an einer anwendungsorientierten Hochschule schafft zudem mehr Sichtbarkeit für regionale Themen – von nachhaltiger Infrastruktur über digitale Verwaltung bis hin zu Gesundheit und Umwelt.
Mit der Verleihung des Promotionsrechts setzt die Hochschule Koblenz einen wichtigen Schwerpunkt in ihrer strategischen Entwicklung. Sie stärkt ihr Profil als forschungsstarke, transferorientierte und umsetzungsnahe Hochschule, die Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs übernimmt und die Region in zentralen Zukunftsfeldern voranbringt. Die Promotionscluster nehmen nun ihre Arbeit auf; erste Promotionsvorhaben werden derzeit vorbereitet.
Die Pressemitteilung des MWG zum Promotionsrecht finden Sie auf den Seiten des Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit.
