Inklusion darf nicht zur Illusion werden. Vielmehr soll im Sinne von Zugehörigkeit (Prinzip des “sense of belonging“) allen Kindern in der Kita ermöglicht werden, teilzuhaben und selbst wirksam zu werden (Teilhabe und Teilgabe). Dazu bedarf es einiger grundlegender Voraussetzungen. In einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt hat das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB), aufbauend auf den Erfahrungen bestehender Inklusionsprojekte, auf den vorhandenen Qualitätsentwicklungskonzepten und den Qualitätsempfehlungen Rheinland-Pfalz praxisadäquate Möglichkeiten geschaffen, um die Qualität im Themenfeld Inklusionin der Kita (und darüber hinaus) zu stärken und weiterzuentwickeln. Bei Inklusion ist die Vielfalt bedeutsam, die sich in der Unterschiedlichkeit ALLER Menschen zeigt. Somit wird ein weites Verständnis von Inklusion im Blick behalten, das berücksichtigt, dass zur Identität von Kindern immer mehrere soziale Gruppenzugehörigkeiten gleichzeitig gehören. Das Forschungsprojekt, das im Januar 2018 startete, wurde von einem fachpolitischen Beirat auf Landesebene unterstützt.
Qualitätsentwicklung im Diskurs (QiD) - In Vielfalt stark werden
Inklusion darf nicht zur Illusion werden: Alle Kinder sollen wirklich dazugehören und teilhaben. Das IBEB erforschte in einem Kooperationsprojekt mit dem Bildungsministerium RLP, wie Kitas das gut schaffen.
"Mit System, Taten und Akzeptanz zu rücksichtsvollen Kitas“
Virtuelle Fachtagung 2020 von IBEB und der Hochschule KoblenzZum Fachtag „Mit System, Taten und Akzeptanz zu rücksichtsvollen Kitas“ trafen sich virtuell über 60 Fachleute aus rheinland-pfälzischen Kindertageseinrichtungen. Diese Tagung war der Abschluss des Forschungsprojektes „In Vielfalt stark werden“ im Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB). In einem 2 ½ jährigen Prozess wurde erforscht, wie Vielfalt und Inklusion für eine Qualitätsentwicklung in Kitas genutzt und gestärkt werden können.
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig würdigte in ihrem Grußwort die Bedeutung der Vielfalt in den Kindertageseinrichtungen, machte aber auch deutlich, dass ein gutes Zusammenleben in den Kitas und in der Gesellschaft des Engagements vieler bedarf, vor allem aber auch des Wirkens der pädagogischen Fachkräften, denen Sie besonders für ihr Engagement und ihren Einsatz während der Corona-Krise dankte. Prof. Dr. Armin Schneider, zusammen mit Dr. Andy Schieler wissenschaftliche Leitung des Projektes, stellte die vielen Ergebnisse der beiden Forschenden Dr. Marina Swat und Daniel Roos vor: eine umfassende Definition von Inklusion, das Koblenzer Inklusionsbild, das unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen aufzeigt, die Fachtage und die Arbeit mit den Kitas in der Erprobungsphase. Diese wurden von den beiden Prozessbegleiterinnen Thea Pfeffer und Michaele Gabel begleitet. Eine eigene Publikation als Manual für den Ansatz Qualitätsentwicklung im Diskurs macht die Ergebnisse für die Praxis nutzbar. Schneider: „Wir freuen uns, dass das Projekt sehr erfolgreich verlaufen ist und wir wesentliche Impulse für die Vielfalt in den Kitas geben konnten. Und zwar im Diskurs mit der Fachwelt, u. a. begleitet durch einen fachpolitischen Beirat“.
"Wir sitzen alle in einem Boot"
Fachtagung 2019 von IBEB und Bildungsministerium auf dem Rhein zum Thema InklusionZur Fachtagung „Wir sitzen alle in einem Boot – Kindertagesbetreuung: In Vielfalt stark werden“ haben das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) der Hochschule Koblenz und das rheinland-pfälzische Bildungsministerium auf den Rhein eingeladen. Der Einladung sind 150 Fachkräfte und Verantwortliche aus allen Ebenen der Kindertagesbetreuung auf das Schiff „Confluentia“ gefolgt.

"Kita-Praxis: Inklusion oder Illusion? – Regungen, Aufregungen, Anregungen"
Expert*innenaustausch 2018
Unter diesem Titel veranstaltete das IBEB gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz einen Expert*innenaustausch.
- Roos, D. (2020). Die Bildungs-und Erziehungspartnerschaft in Tageseinrichtungen für Kinder im Perspektivwechsel - Eine qualitative Studie zur spezifischen Sichtweise alleinerziehender Eltern. In: Weltzien, D.; Fröhlich-Gildhoff, K. (Hrsg.). Perspektiven der empirischen Kinder und Jugendforschung Ausgabe 2/2020 Freiburg: Verlag FEL.
- Roos, D. (2020). (K)ein Thema für Kinder? Kinderrechte in der Kita. In: Betrifft KINDER 05-06|2020, S. 21-23
- Roos, D. (2020). Das Team als Motor – Inklusive Entwicklungsprozesse als Basis der Qualitätsentwicklung frühpädagogischer Teams in Kindertagesstätten. Kita aktuell. 04/2020 S. 104-106
- Schieler, A (2020). Vielfalt und Inklusion - auf der Suche nach Handlungssicherheit. In: KiTa aktuell HRS 02/2020. S. 36-39.
- Schneider, S.; Schieler, A; Swat, M.; Roos, D. (2019). Inklusion: In Vielfalt stark werden! In: KiTa aktuell HRS 11/2019. S. 229-231.
- Roos, D. (2019). Kommunikation mit Kindern gestalten. In: KiTa aktuell 9/2019 HRS, S.180-182.
- Roos, D. (2019). Mit Kindern ins Gespräch kommen – der Diskurs als Türöffner zur Lebenswelt der Kinder. In: Schneider, A. (Hrsg.). Qualität im Diskurs entwickeln. Erfahrungen und Perspektiven im kompetenten System der Kindertagesbetreuung. Weimar: Verlag das Netz.
- Swat, M. (2019). Inklusive Qualität diskursiv gestalten. In: Schneider, A. (Hrsg.). Qualität im Diskurs entwickeln. Erfahrungen und Perspektiven im kompetenten System der Kindertagesbetreuung. Weimar: Verlag das Netz.
- Schieler, A. (2019). Qualitätsentwicklung im Diskurs – über die Philosophie eines Ansatzes. In: Schneider, A. (Hrsg.). Qualität im Diskurs entwickeln. Erfahrungen und Perspektiven im kompetenten System der Kindertagesbetreuung. Weimar: Verlag das Netz.
Projektleitung
Dr. Andy SchielerInstitutsreferent
Prof. Dr. Armin SchneiderDirektor
