Das Wichtigste auf einen Blick
Kurztitel: Gesundheits- und Lebensorientierung für Care Leaver
Laufzeit: 01. April 2019 bis 31. März 2024
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Hier finden Sie Informationen zum Forschungsprojekt: “Gesundheits- und Lebensorientierung für Care Leaver”
Kurztitel: Gesundheits- und Lebensorientierung für Care Leaver
Laufzeit: 01. April 2019 bis 31. März 2024
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Gesundheits- und Lebensorientierung für Care Leaver
Das Praxis-Forschungsprojekt „Gesundheits- und Lebensorientierung für Care Leaver1“ zielte auf die Verbesserung der psychosozialen Gesundheits- und Lebenssituation von Care Leavern in spezifischen Problemlagen und damit auf deren gesellschaftliche Teilhabe. Die Laufzeit des vom BMBF geförderten Forschungsprojektes startete am 01. April 2019 und endete zum 31. März 2024 und wurde in Kooperation mit Praxiseinrichtungen aus den Bereichen Jugendhilfe, Sucht- und Wohnungslosenhilfe sowie Jobcentern und Bildungseinrichtungen durchgeführt.
Ausgangslage des Praxis-Forschungsprojektes:
Eine in den letzten Jahren größer werdende Gruppe junger Menschen in der Bundesrepublik ist durch eine eingeschränkte bzw. verhinderte gesellschaftliche Teilhabe gekennzeichnet. Der quantitativen und qualitativen Bestimmung dieser Zielgruppe von Jugendlichen liegen u.a. folgende Daten und Studienergebnisse zugrunde:
Mit den Fremdunterbringungen gehen für die Betroffenen häufige Ortswechsel sowie wechselnde Bezugs-/Beziehungspersonen einher. Unmittelbar nach Beendigung eines stationären Aufenthalts erhalten mehr als 50% der Klienten keine nachgehenden Angebote der Jugendhilfe und sind auf sich gestellt bzw. auf Unterstützung aus anderen Hilfesystemen angewiesen.4
Für diese als „Care Leaver in spezifischen Problemlagen“ bezeichnete Zielgruppe müssen die bisherigen Hilfeangebote der Jugendhilfe als gescheitert angesehen werden und die aktuelle Lebenssituation muss als sehr prekär beschrieben werden.
Unter Gendergesichtspunkten ist bei den Care Leavern in den letzten Jahren eine immer größer werdende Zahl junger Frauen festzustellen, die analog wie die Gruppe der jungen Männer in der Wohnungslosenhilfe landen. Nach einer Studie5 zur Situation von wohnungslosen jungen Erwachsenen (18 bis 25 J.) hatten 75% der jungen Menschen vor Eintritt der Wohnungslosigkeit Kontakt zur Jugendhilfe. In der TAWO-Studie6 beträgt der Anteil der Personen mit institutionellem Kontakt zur Jugendhilfe 60%. Ebenfalls dokumentiert7 sind bei dieser Gruppe der Care Leaver bzw. jungen Wohnungslosen folgende gravierende Problemlagen:
Eine Konsequenz daraus ist, dass die Jugendlichen häufiger riskante Problemlösungsstrategien praktizieren und damit die Umsetzung von Maßnahmen zur Teilhabe erschwert werden.8 In der Folge führt das zu gravierenden gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen (Drogenkonsum) sowie Abbrüchen im Bildungs- und Erwerbsverlauf. Hier wird deutlich, dass die bisher vorgehaltenen Integrationsmaßnahmen für diese Zielgruppe nicht adäquat sind. Die Zielgruppe benötigt daher ein spezifisches Setting an professioneller Unterstützung und Förderung.
Methodisches Vorgehen:
Das Praxis-Forschungsprojekt zielte auf die Verbesserung der sozialen Lebens- und Gesundheitssituation. Zur Umsetzung des methodischen Vorgehens galt es zunächst, einen adäquaten professionellen Zugang für diese Zielgruppe zu erschließen und mit den Fachkräften vor Ort einen „Methodenkoffer-Care Leaver“ zu entwickeln, um damit die Problemlagen der Zielgruppe auch softwaregestützt nachhaltig bearbeiten zu können. Die Umsetzung des methodischen Vorgehens war wie folgt gegliedert:
1. Fachtag 13.12.19
- Tagungsdokumentation
Publikationen im Rahmen des Projekts
Frietsch, R.; Holbach, D. (2020): Tagungsdokumentation zum Fachtag Care Leaver Gesundheits- und Lebensorientierung für junge Menschen in Problemlagen am 13. Dezember 2019 in Koblenz. Koblenz.
Frietsch, R.; Holbach, D. (2021): Care Leaver als junge Wohnungslose - Neue Fachlichkeit durch Genderdifferenzierung, Salutogenese, Ressourcenorientierung, Case Management. unsere jugend 6/2021, S. 270-277.
Frietsch, R.; Holbach, D. (2021): Life orientation and inclusion for young homeless people. In: Bundschuh, S., José Freitas, M., Palacín Bartrolí, C., Žganec, N. (Hrsg): Ambivalences of Inclusion in Society and Social Work. Research-Based Reflections in Four European Countries. Cham, Switzerland: Springer (European Social Work Education and Practice), S. 105-107.
Frietsch, R.; Holbach, D.; Leißling, C. (2022): Neue Fachlichkeit für junge Wohnungslose. In: Gillich, S.; Kraft, G.; Moerland, H.; Sartorius, W. (Hrsg.): Würde, Haltung, Beteiligung. Herausforderungen in der Arbeit mit Menschen ohne Wohnung. Freiburg: Lambertus.
Frietsch, R.; Holbach, D.; Leißling, C. (2023): „Coaching to Go!“ Gesundheits- u. Lebensorientierung für Care Leaver -Manual-. Koblenz: Institut für sozialwissenschaftliche Forschung und Weiterbildung (IFW).
Projektleitung
Prof. Dr. Robert Frietsch †
Wissenschaftliche Mitarbeitende
Dirk Holbach, M.A. & Corinna Leißling, M.Sc.