Mehr Zeit für Arbeit mit Kindern ermöglichen

Eine Studie untersuchte die Arbeitszeiten in Kitas des Bistums Limburg – mit dem Ziel, ein konkretes Bild der Tätigkeiten von pädagogischen Fachkräften zu erfassen.

Im Auftrag des Bistums Limburg führten Prof. Dr. Armin Schneider und Dr. Andy Schieler vom IBEB eine umfassende Studie durch. Sie untersuchten, wie viel Arbeitszeit pädagogische Fachkräfte mit mittelbaren pädagogischen Tätigkeiten aufbringen – also mit Aufgaben außerhalb der direkten Arbeit mit Kindern, wie Dokumentationen, Vor- und Nachbereitungszeiten, Elternarbeit, Teamgespräche und Qualitätsentwicklung.

Die Befragung erfasste insgesamt 106 pädagogische Fachkräfte und 9 Leitungskräfte aus neun mit dem KTK-Gütesiegel zertifizierten Kindertageseinrichtungen. Zusätzlich führten die Wissenschaftler detaillierte Tätigkeitsprotokolle.

Ergebnisse

Durchschnittlich 27,3 % ihrer Dienstzeit verwenden Erzieher*innen auf mittelbare pädagogische Tätigkeiten. Bei einer Vollzeitstelle entspricht das mehr als zehn Stunden pro Woche.

Besonders auffällig ist, dass mehr als ein Viertel dieser Zeit für hauswirtschaftliche und hausmeisterliche Aufgaben aufgewendet wird – Tätigkeiten, die eigentlich nicht in den pädagogischen Aufgabenbereich gehören. Die Studie verdeutlicht zudem die Komplexität der vielfältigen Aufgaben, die pädagogische Fachkräfte heute zu leisten haben.


Basierend auf den Ergebnissen wird empfohlen:

  • Angemessene Ausstattung: Kindertageseinrichtungen benötigen ausreichend Hauswirtschaftskräfte und Hausmeisterdienste, um pädagogische Fachkräfte von diesen Aufgaben zu entlasten.
  • Bessere Personalschlüssel: Die Einrichtungen brauchen einen Personalschlüssel, der genügend Raum für die notwendige mittelbare pädagogische Arbeit ermöglicht.

Projektleitung