MTI Symposium 2026: Forschungsinstitut bringt Bewegungsforschung und klinische Anwendung zusammen
13.03.2026
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Unter dem Leitthema „Bewegungsforschung und klinische Anwendung im Dialog: Erkenntnisse und Technologien für Alltag, Sport und Beruf“ brachte das MTI Wissenschaftler*innen, Studierende, klinische Partner sowie eine interessierte Fachöffentlichkeit zusammen. Auch externe Expert*innen aus Forschung und Praxis nahmen an der Tagung teil.
Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Koblenz, begrüßte die Teilnehmenden und hob die Bedeutung des MTI als Innovationsmotor für die Region hervor: "Das MTI Symposium ist ein eindrucksvolles Forum für die Innovationskraft, die aus der Kooperation von Hochschule und Universität entsteht. Es zeigt, wie wir durch die Bündelung unserer Kompetenzen in Medizintechnik und Informationsverarbeitung nicht nur exzellente Forschung betreiben, sondern auch konkrete Lösungen mit direktem Nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft entwickeln. Ich freue mich, heute so viele engagierte Forschende, klinische Partner und Gäste bei uns am Campus Remagen begrüßen zu dürfen."
Interdisziplinäre Forschung als Brücke zwischen Theorie und Praxis
Das MTI Mittelrhein fungiert als interdisziplinäre Forschungseinrichtung. In enger Zusammenarbeit mit medizinischen Kliniken in Koblenz bündelt das Institut spezialisierte Kompetenzen der Region. „Durch diese Vernetzung schaffen die Universität und die Hochschule mit ihren Partnern kraftvolle Synergien zwischen wissenschaftlicher Forschung und medizinischer Anwendung. Davon profitieren die beteiligten Wissenschaftler*innen, Mediziner*innen, aber auch die Studierenden, die ihre Kompetenzen durch das MTI Symposium erweitern können,“ betonte Prof. Dr. Stefan Wehner, Präsident der Universität Koblenz bereits im Vorfeld der Veranstaltung.
Das Symposium verdeutlichte eindrucksvoll, wie die Zusammenarbeit in der Praxis aussieht: Aktuelle Forschungsergebnisse wurden direkt mit klinischen Fragestellungen verknüpft und konkrete Anwendungspotenziale für Prävention, Therapie und berufliche Praxis gezeigt.
Blick in die Labore
Im Rahmen des Symposiums erhielten die Teilnehmenden Einblicke in zwei spezialisierte Einrichtungen der Hochschule Koblenz: in das Labor für „Wearables und medizinische Sensorik“ sowie das „Labor für KI-basierte Ganganalyse“. Das neue Wearable-Labor, das Prof. Dr. Lukas Scheef zusammen mit Prof. Dr. André Steimers und Prof. Dr. Marco Junglas, alle Hochschule Koblenz, betreibt, wurde im Rahmen der Veranstaltung eingeweiht. Dort werden innovative Mikronadel-Systeme entwickelt, um minimalinvasiv Biomarker wie Glukose, Elektrolyte oder Laktat zu messen. Ziel ist es, Labordiagnostik kontinuierlich und alltagstauglich verfügbar zu machen, um Krankheiten früher erkennen und behandeln zu können. Prof. Dr. Lukas Scheef, stellvertretender Leiter des MTI Mittelrhein, Professor im Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik der Hochschule Koblenz und Dozent für Medizinische Computervisualistik an der Universität Koblenz, gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik. „Das Symposium machte spürbar, welche kreative Dynamik und Innovationskraft in der engen Vernetzung von Hochschule, Universität und klinischer Forschung liegt. Dafür steht das MTI."
Prof. Dr. Ulrich Hartmann, Professor im Fachbereich Mathematik, Informatik, Technik der Hochschule Koblenz, demonstrierte die innovativen Forschungsansätze und die technologische Arbeitsweise im SmartGAITLab: „In unserem interdisziplinären Labor analysieren wir mithilfe KI-basierter Technologien Bewegungs- und Gangmuster“, erläuterte Hartmann und ergänzte: „Das Symposium hat eindrucksvoll gezeigt, wie diese technologischen Innovationen dazu beitragen, konkrete Lösungen für Herausforderungen in Bereichen wie Arbeitsschutz, Sport und Geriatrie zu entwickeln und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern.“
Seit Januar 2025 wird das Bewegungslabor gemeinsam von den Arbeitsgruppen „AI in Pathological and Healthy Gait“ der Hochschule Koblenz sowie „Trainings- und Bewegungswissenschaft“ der Universität Koblenz genutzt, um Forschungsmethoden gezielt weiterzuentwickeln. Die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Universität wurde insbesondere bei der Labordemonstration im Bereich der klinischen Biomechanik deutlich. Mitglieder beider Forschungsgruppen präsentierten den Teilnehmenden verschiedene praxisnahe Anwendungen aus dem Labor.
Besonderes Interesse weckte die Demonstration der In-vivo-Analyse von Muskeln und Sehnen sowie des Gangperturbationsparcours. Das neu integrierte, mobile Bewegungserfassungssystem der Universität Koblenz ermöglicht, menschliche Bewegungen präzise aufzuzeichnen – und dies ohne am Körper befestigte Marker oder Sensoren. In Kombination mit dem Gangperturbations-System der Hochschule Koblenz, mit dem gezielt Störungen beim Gehen ausgelöst werden können, zum Beispiel durch unerwartete Stolperereignisse, entsteht ein international einzigartiges experimentelles Setup, das in dieser Form weltweit bislang nicht existiert. Künftig soll das Setup durch muskelspezifische In-vivo-Analysen und KI-basierte Methoden weiter ausgebaut werden, um die muskuloskelettale Forschung international wettbewerbsfähig zu gestalten.
Prof. Dr. Kiros Karamanidis, Geschäftsführer des MTI und Leiter des Carl-Zeiss-Projekts, Professor am Fachbereich 3: Mathematik / Naturwissenschaften der Universität Koblenz, erklärte die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit: „Das diesjährige MTI-Symposium bot Interessierten aus den Bewegungswissenschaften sowie der Prävention und Rehabilitation muskuloskelettaler Verletzungen spannende Einblicke. Es zeigte, wie der Austausch aktueller Forschungsergebnisse mit klinischer Anwendung über die Plattform des MTI künftig dazu beitragen kann, diese effektiver in den klinischen Alltag zu transferieren und neue Fragestellungen anzuregen.“
Konkrete Lösungen für reale Herausforderungen
Die zentrale Botschaft des Symposiums: Interdisziplinäre Forschung schafft konkrete Mehrwerte. Ob im Alltag, im Sport oder im beruflichen Umfeld – neue Technologien ermöglichen präzisere Diagnostik, individualisierte Therapien und verbesserte Präventionsmaßnahmen. Damit leistet das MTI einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Gesundheitsversorgung und zur Stärkung des Innovationsstandorts Mittelrhein.
Das Symposium findet jährlich statt und wurde auch 2026 wieder von der Carl-Zeiss-Stiftung finanziell unterstützt. Die Veranstaltung war öffentlich und kostenfrei zugänglich und förderte damit gezielt den offenen Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft.
Das wissenschaftliche Programm umfasste 15 Fachvorträge, die die gesamte Bandbreite der Forschungsaktivitäten des MTI abbildeten – von technologischen Innovationen über datenbasierte Analysen bis hin zu klinischen Studien. Die Beiträge spiegelten die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, Medizintechnik, Informatik und klinischer Anwendung wider und machten deutlich, wie interdisziplinäre Ansätze zu praxisnahen Lösungen führen.
Über die Hochschule Koblenz
Die Hochschule Koblenz ist mit 8.700+ Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor-, Master- und Fernstudiengänge sowie duale Studiengänge in 6 Themenfeldern: Bauwesen & Architektur, Ingenieurwesen & Technik, Mathematik, Informatik & Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst und Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen, anwendungsnaher Forschung und einer internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor. Die hohe Zufriedenheit der Studierenden bestätigt der StudyCheck Award 2026: Die Hochschule Koblenz zählt zu den Top 50 Hochschulen in Deutschland und belegt Platz 1 unter den öffentlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz.
Über die Universität Koblenz
Die Universität Koblenz ist die jüngste Universität Deutschlands – und fußt gleichzeitig auf einer langen akademischen Tradition. Ihre vier Profilbereiche „Bildung“, „Informatik“, „Kultur und Vermittlung“ sowie „Material und Umwelt“ sind auf einzigartige Weise miteinander verbunden. Sie geben auch wichtige Impulse für die Lehrkräftebildung, die an der Universität eine zentrale Rolle einnimmt. Eine fächerübergreifende Zusammenarbeit und kurze Wege auf dem Campus und eine enge Vernetzung mit der Region prägen den Universitätsalltag. Die Universität Koblenz hat rund 9.400 Studierende. Forschung und Lehre der Universität werden vorangetrieben von über 100 Professuren in vier Fachbereichen. Insgesamt sind an der Universität Koblenz rund 1.100 Mitarbeitende beschäftigt. Ihr Selbstverständnis hat die neue Universität Koblenz in dem Begriff „weiter:denken“ zusammengeführt. Darin spiegeln sich der Ansporn und der Anspruch aller Mitglieder der Universität, Gewohntes und Bekanntes immer wieder zu hinterfragen, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen und Vorreiter eines ganzheitlichen, interdisziplinären Denkens zu sein.
Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.
