Presse Das neue KiTa-Gesetz RLP nutzen – Arbeitstagung thematisierte Mittelverteilung des Sozialraumbudgets

Das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland – Pfalz (IBEB) und das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH (ism) haben zu einer landesweiten digitalen Arbeitstagung eingeladen. Während der vierstündigen digitalen Veranstaltung tauschten sich insgesamt 21 Stadt- und Kreisvertretungen mit großem Interesse und Engagement darüber aus, wie sich die Konzeption zur Mittelverteilung des Sozialraumbudgets entwickelt hat.

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Nach der Begrüßung standen zwei Themen im Fokus, in die zwei je 90minütige Impulsvorträge einführten:

Im virtuellen Raum des IBEB ermöglichte IBEB-Direktor Prof. Dr. Armin Schneider einen Einblick in das Thema „Dynamik von Veränderungen nutzen“. Dies könne gelingen, so Schneider, wenn „mögliche Widerstände angenommen werden, die Aufbruchsstimmung genutzt wird und die freigesetzten Kräfte wiederum für die Veränderung konstruktiv und positiv genutzt werden“. Einen zum Thema passenden Praxisinput lieferte Marc Fröhlich, Jugendhilfebedarfsplaner aus dem Jugendamt der Stadt Neuwied.

Dr. Svenja Peters und Madeleine Jung vom ism informierten über „Das System der Kindertagesbetreuung in der Kinder- und Jugendhilfe“. Sie bezogen sich hierbei auf Präventivangebote von Seiten der Kinder- und Jugendhilfe, die es besonders im Bereich Kindertagesbetreuung zu initiieren gilt, da „nahezu keine andere Institution außerhalb des deutschen Bildungssystems so eine große Anzahl an Kindern und Familien erreicht und somit die Kitas ein zentraler Ort für präventive Hilfsangebote darstellen“. Dazu berichteten Michael Schweizer; Leiter des Jugendamtes Idar-Oberstein, und Sabine Dalheimer-Mayer als Fachberaterin im Kitareferat Kirchenkreis Obere Nahe aus der Praxis.

Nach einem regen Austausch zu beiden Themen und einer kleinen Pause erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erneut die Möglichkeit zum Diskurs. Diesmal standen die Themen „Multiprofessionelle Teams“ und „Integrierte Sozial- und Jugendhilfeplanung“ im Mittelpunkt. Der Ablauf glich dem des Vormittages.

Dr. Marina Swat vom IBEB führte zum Thema „Multiprofessionelle Teams“ ein und fokussierte hier besonders die Kita-Sozialarbeit. Eine besondere Chance sieht Swat, wenn das Kita-Team, sensibilisiert für den Sozialraum, „die darin liegenden Ressourcen und Bedarfe erkennt und nutzen kann“. Einen Einblick in ihre Praxis gewährten zu diesem Thema Hannah Werner und Desiree Tobe (Fachberaterinnen) des Jugendamtes Mainz-Bingen sowie Monika Degen – zuständig für Jugendhilfe- und Sozialplanung / Spielplätze – aus dem Jugendamt Stadt Bad Kreuznach und Claudia Bauer als Vertreterin der freien Träger der Stadt Bad Kreuznach.

Von Seiten des ism legte Heinz Müller das Thema „Integrierte Sozial- und Jugendhilfeplanung“ dar. Er bezog sich in seinen Ausführungen ebenfalls auf die Vorteile von multiprofessionellen Teams und frühzeitigen Präventivangeboten und sieht im Sozialraumbudget die „Chance zur Überwindung struktureller Benachteiligung von Kindertagesstäten mit besonderen Bedarfen“. Bianka Thut (Sozialplanung) und Klaus Cartus (Jugendhilfeplanung) aus der Stadt Mainz teilten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Erfahrungen aus der Praxis. Auch diese beiden Themenblöcke erfreuten sich eines regen Austauschs.

Sissi Westrich, Referentin in der Abteilung Frühkindliche Bildung des Ministeriums für Bildung RLP, nahm an der gesamten Veranstaltung teil. Sie hörte dem Austausch gespannt zu und ging direkt auf einige Nachfragen ein. Abschließend rahmte sie die Arbeitstagung anhand von sechs Begriffen: Vision, Gemeinsamkeit, Konsens, Dynamik, Zeit und Prozess. „Der Konsens, der uns eint“, so Westrich, „ist der soziale Ausgleich“. Notwendig sei jedoch eine Erprobungszeit, „um zu überprüfen, ob die Entwicklungen an den Bedarfen der Kinder und ihrer Familien orientiert sind und die Weiterentwicklungen in den Kitas wirken“.

Eine ausführliche Dokumentation der Zwischenbilanz ist auf der Homepage des IBEB (www.ibeb-rlp.de) zugänglich.