News Förderung der Alexander Tutsek-Stiftung ermöglicht neueste Analysetechnik am WesterWaldCampus

Eine besonders umfangreiche Förderung der Alexander Tutsek-Stiftung hat dem WesterWaldCampus Höhr-Grenzhausen der Hochschule Koblenz die Anschaffung eines optischen Emissionsspektrometers mit induktiv gekoppeltem Plasma (ETV ICP OES) ermöglicht. Dies wurde nun im Rahmen einer Einweihungsfeier der Öffentlichkeit vorgestellt. Der WesterWaldCampus ist nun in der Lage, Studierende in einer modernen und zukunftsweisenden Elementaranalytik auszubilden und ebenso Forschungsprojekte ins Leben zu rufen, die bislang nicht möglich waren. Spektakulär war schon die Anlieferung des neuen Gerätes: Es musste mit Hilfe eines Krans auf die Höhe des 2. Stockwerk gehoben und dort durch das Fenster in das Gebäude eingebracht werden.

  • Einweihung des ICP am WesterWaldCampus

    Prof. Dr. Olaf Krause (rechts im Bild) hatte große Freude daran, Maleachi Bühringer (links im Bild) und den anderen Gäste das neue Gerät vorzustellen. Foto: Hochschule Koblenz/Frey

Bereits seit drei Jahren unterstützt die in München angesiedelte, gemeinnützige Alexander Tutsek-Stiftung vier Einrichtungen der Forschung und Lehre der Keramik in Höhr-Grenzhausen und Koblenz – darunter den WesterWaldCampus der Hochschule Koblenz. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht den Institutionen die Finanzierung von technischen Gerätschaften, die für die keramische Ausbildung in diesem Bereich benötigt werden. Zusätzlich werden Preisgelder für herausragende Leistungen in der Ausbildung, sowie Stipendien für besonders gute Leistungen während des Studiums vergeben. Maleachi Bühringer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Leiter Wissenschaftsförderung Alexander Tutsek-Stiftung, nannte die Ziele und Motive dieses umfangreichen Engagements: „Einer der Schwerpunkte der Fördermaßnahmen der Stiftung sind Ausbildung und Forschung im Bereich der Materialwissenschaften mit dem Schwerpunkt technische Keramik. Die vielen verschiedenen Bildungs- und Forschungseinrichtungen in der Region Höhr-Grenzhausen und Koblenz zusammen mit der langen Geschichte im Bereich Keramik bieten hierfür sehr gute Vorraussetzungen.“

Prof. Dr. Olaf Krause, Standortleiter am WesterWaldCampus, bedankte sich für diese außergewöhnliche Förderung, die sowohl den Campus als auch den Wissenschaftsstandort Höhr-Grenzhausen enorm aufwerte: „Durch dieses optischen Emissionsspektrometer können wir die Studierenden auf dem allerneuesten Stand der Technik ausbilden. Zudem eröffnen sich für uns und unsere Kooperationspartner aus der Wirtschaft ganz neue Möglichkeiten für innovative Forschungsprojekte.“

In seinem Festvortrag mit dem Titel „Routinemethode zur Spurenelementbestimmung in technischer Keramik“ erläuterte Dr. Peter Barth, Firma 3M Advanced Materials Division, die Funktionsweise wie auch die Vorteile des neuen Gerätes. Mithilfe der optischen Emissionsspektroskopie (OES) können Multielementanalysen durchgeführt werden. Die Besonderheit beim neu angeschafften Gerät beruht in der Probenvorbereitung mittels elektrothermischer Verdampfung (ETV), bei der nicht mehr zwingend Probenmaterial in wässrige Lösung gebracht werden muss. Die Proben werden bei dieser neuesten Technik in einem Graphitofen stark erhitzt und hierdurch verdampft, mit einem Reaktionsgas vermischt und in die ICP-OES zur Analyse geleitet. Hier wird die verdampfte Probe mittels einem induktiv gekoppeltem Plasma (ICP), einer Flamme mit extrem hoher Energie, ionisiert und angeregt. Die angeregten Ionen geben Ihre Energie in Form von Licht wieder frei. Diese können im Emissionsspektrometer analysiert werden. Da jedem Element bestimmte Wellenlängen zugeordnet sind, kann eine genaue Bestimmung der Zusammensetzung erfolgen. Die Stärke des neuen Gerätes liegt zum einen in der Nachweisgrenze, mit der auch kleinste Spuren bestimmt werden können, als auch in der Möglichkeit Leichtelemente wie Lithium, Bor oder Kohlenstoff nachzuweisen und quantitativ zu bestimmen. Durch die vielen Vorteile für die Analytik von Glas oder Keramik werden diese Geräte insbesondere in der technischen Keramik immer gängiger.

Das optische Emissionsspektrometer mit induktiv gekoppeltem Plasma ist ein Höhepunkt, aber nicht die einzige Innovation, die die Werkstofftechnik Glas und Keramik am WesterWaldCampus der Hochschule Koblenz derzeit erlebt. Neue analytische Maßstäbe für die Erforschung anorganisch nichtmetallischer Werkstoffe setzt das Feldemissions-Rasterelektronenmikroskop, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Es ermöglicht punktgenaue Elementaranalytik mit bisher am Standort unerreichtem Auflösungsvermögen für leichte Elemente. Es können Elementspektren von Lithium, Bor, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff gemessen, sowie deren chemische Bindung analysiert werden. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung von neuen Werkstoffen und Produkten und damit in die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der kooperierenden Wirtschaftsunternehmen.

Zudem hat gerade das gemeinsam mit der Uni Koblenz-Landau erfolgreich beantragte Forschungskolleg „Max von Laue Institute of Advanced Ceramic Material Properties Studies“ seine Arbeit aufgenommen, für das das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium jährlich 250.000 Euro bewilligt hat. Das Institut befasst sich mit der Erforschung und Weiterentwicklung von Feuerfestkeramiken, die ihre Verwendung in der Grundstoff- und Chemieindustrie sowie in der thermischen Abfallverwertung und der Energieerzeugung finden sollen.