Aktuelles Software-Spende der Firma B&R Automation ermöglicht Umbau eines Portalkrans in einen Portalroboter

In einem Pressetermin demonstrierte die Hochschule Koblenz in ihrem Labor „Automatisierungstechnik und Robotik“ den Umbau eines Portalkrans in einen Portalroboter und stellte bei dieser Gelegenheit auch die Zusammenarbeit mit der Firma B&R Automation Industrie Elektronik vor. Die jüngste Software-Spende des Unternehmens in Höhe von 25.000 Euro sowie weitere Kooperationsbeiträge vor allem in Form von kostenlosen Schulungen hatten dieses Projekt ermöglicht und vorangetrieben. Neben Vertretern der Hochschule und den beteiligten Masterstudierenden waren auch Repräsentanten der ebenfalls bei diesem Projekt kooperierenden Firma ThyssenKrupp Magnettechnik anwesend.

  • Dipl.-Ing. (FH) Timo Dommermuth (links) und Dipl.-Ing. (FH) Veit Neuhaus demonstrieren ihren Portalroboter. Laborleiter Prof. Dr. Wolfram Stanek dankte insbesondere den beteiligten Unternehmen.

Im Rahmen einer kurzen Labor-Vorführung zeigten Laborleiter Prof. Dr. Wolfram Stanek sowie Laboringenieur Dipl.-Ing. Florian Halfmann neben aktuellen, bereits voll umgesetzten Automatisierungseinheiten die bisher realisierte B&R-Steuerung und Visualisierung sowie eine entwickelte erste kleine Roboterhand für max. 50 kg Traglast in Aktion. Eine zweite magnetische Roboterhand für 250 kg Traglast befindet sich gerade in Vorbereitung. Da dieses Forschungs- und Entwicklungs-Projekt mit B&R-Software ein neues Mechatronik-Design für magnetische Roboterhände (Magnetgreifer) im automatisierten Portalroboter-Prozess voraussetzt, war auch der zweite forschungsspezifische Kooperationspartner ThyssenKrupp Magnettechnik (TKMT) bei diesem Termin vertreten.

Dieses Portalroboter-Projekt ist eine Kombination von Elektrotechnik und Maschinenbau mit notwendigerweise integriertem Mechatronik-Design. Anhand der Kurz-Vorführung des Portalroboters wurden die visualisierte, automatische und interaktive Robotersteuerung mit Hilfe der neuen B&R Automation Software sowie die Integration feldnumerischer Magnetgreifer-Entwicklungen (TKMT und HS Koblenz) als erstes Ergebnis demonstriert. Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, dankte den Partnern für die sehr gute Zusammenarbeit: „Nur die Kooperation mit starken und engagierten Partnern aus Industrie und Wirtschaft ermöglicht Forschung, die einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen aufweist und mit einem hohen Praxisbezug der Lehre Hand in Hand geht.“

Die Basis für dieses Portalroboter-Projekt mit Hilfe der Steuerung und Visualisierung über die B&R Software hatte eine erste Projektgruppe von fünf Master-Studierenden im Rahmen ihrer Projektarbeit "Automatik und Robotik" inklusive notwendiger Hardware-Ergänzungen im Jahr 2011 erfolgreich gelegt. Im Rahmen weiterer Master-Projektarbeiten bis Ende 2012 konnte als erstes Zwischenergebnis ein vorzeigbares Resultat erzielt werden. Nächste Optimierungsschritte werden aktuell in einer Master-Thesis von zwei weiteren Master-Studierenden umgesetzt.

Zwei Studierende, die an der Swiss German University (SGU) in Indonesien im 5. Semester Mechatronik bzw. Industrial Engineering studieren, werden als Praktikanten im Rahmen des Internship-Programms von Anfang März bis Ende Juli 2013 die Forschungstätigkeiten im Labor „Automatisierungstechnik und Robotik“ zusätzlich unterstützen. „Wir haben bereits gute Erfahrungen mit Studierenden der SGU gemacht, so dass wir uns sehr freuen, diese Kooperation fortführen zu können“, so Laborleiter Prof. Dr. Wolfram Stanek. Durch das Engagement von Anne Dommershausen, Leiterin des International Office, sei es möglich, die Praktikantinnen mit einem Stipendium von jeweils 500 Euro auch finanziell zu unterstützen.

Im Labor „Automatisierungstechnik und Robotik“ sind aktuellste Software und Hardware primär von Siemens für einen Gegenwert von 100.000 Euro sowie von B&R Automation Industrie-Elektronik für einen Gegenwert von 25.000 Euro eingesetzt. Zudem wurden diverse laborinterne Mechatronik-Entwicklungen integriert. Die Studierenden der Hochschule Koblenz sowie die Internship-Studierenden der SGU finden also ein breites, industriell orientiertes Betätigungsfeld im Bereich aktuellster Software und vernetzter Hardware-Automatisierungen sowie integrierter Mechatronik-Design-Realisierungen vor. Die SGU-Praktikanten können zudem die Chance erhalten, in das laufende Forschungsprojekt "Umbau eines Zwei-Tonnen-Portalkrans in einen Portalroboter" mit eingebunden zu werden. „Dieses Forschungs- und Entwicklungs-Projekt Portalroboter ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ‚Industrial Engineering‘ mit ‚Mechatronics‘ verschweißt ist und nahtlos zusammenarbeiten muss, um komplexe Problemstellungen sinnvoll lösen zu können“, betonte Laborleiter Prof. Dr. Wolfram Stanek.