Gemeinsames Reparieren für eine nachhaltige Zukunft: Repair Café fördert Generationenzusammenhalt

KOBLENZ. Die Hochschule Koblenz setzt sich seit fünf Jahren für gemeinsames Reparieren statt Wegwerfen ein. Das Repair-Café öffnet im Raum C022 der Hochschule Koblenz jeden ersten Donnerstag im Monat von 17 Uhr bis 20 Uhr seine Türen, um elektrische oder elektronische Geräte aller Art zu reparieren. Die Initiative heißt alle willkommen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Herkunft oder anderen Hintergründen. Hier geht es allein um die Motivation zum nachhaltigen Denken. Das nächste Repair-Café findet am 04. April 2024 statt.

Das Repair-Café ist ein Format, bei dem sich Studierende, Mitarbeitende sowie Professorinnen und Professoren freiwillig und unentgeltlich engagieren. Unterstützt werden sie von der VDE Hochschulgruppe (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) und der Amateurfunkgruppe der Hochschule Koblenz sowie Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren. Gemeinsam reparieren sie Geräte und tragen somit zur Schonung von Ressourcen bei. Regelmäßig sind etwa 16 Helferinnen und Helfer im Einsatz.

"Unser Repair-Café ist mehr als nur eine Gelegenheit, defekte Geräte zu reparieren. Es ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenkommen, um ihr Wissen zu teilen und voneinander zu lernen. Es fördert nicht nur die praktische Fähigkeit zur Reparatur, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit", erklärt Professor Dr. Johannes Stolz, Initiator des Repair-Cafés an der Hochschule Koblenz.

Das Repair-Café trägt zur Reduzierung von Elektroschrott bei und fördert einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Indem es Reparaturfähigkeiten vermittelt und den Austausch von Wissen und Erfahrungen fördert, leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Umwelt und zur Stärkung der Gemeinschaft.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.hs-koblenz.de/repair-cafe
 

Lesen Sie hier O-Töne der ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer des Repair-Cafés:

Wibke Hackländer ist Studierende des Maschinenbaus und eifrige Helferin im Repair-Café. Eher zufällig und über die Fachschaft Ingenieurwesen kam Sie zum Team der Helferinnen und Helfern. Mittlerweile ist sie in der Reparatur von Kaffeevollautomaten tief eingestiegen und verfügt über hervorragendes Detailwissen zur Reparatur, Wartung und Pflege. „Arno Herz hat mich hier anfangs mit angeleitet und mir Schritt für Schritt erklärt. Mittlerweile kenne ich den Ablauf und die wesentlichen Funktionen, weiß wonach ich schauen muss. Knobeln muss man immer noch, aber genau das macht es für mich aus. Und man kann sagen, dass die meisten Maschinen nicht durch technische Fehler kaputt gehen, sondern einfach durch mangelnde Pflege und Reinigung. Man sollte die Maschine halt nicht laufen lassen, bis gar nichts mehr geht, sondern vorher kleine Reinigungsmaßnahmen durchführen. Deswegen habe ich einen kleinen Leitfaden erstellt, den wir mittlerweile zur jeder reparierten Kaffeemaschine mit rausgeben.“

Werner Krautkrämer ist mit 84 Jahren schon lange „Un-Ruheständler“. Mit zwei Meistertiteln im Kfz- und Elektrohandwerk bringt er beste technische Voraussetzungen für das Reparieren mit. „Der Ruhestand war mir einfach zu langweilig. Und als ich vom Repair-Café gelesen habe, was quasi direkt vor meiner Haustür hier auf der Karthause stattfindet, bin ich einfach hingegangen. Jetzt kümmere ich mich hier querbeet um viele technische Dinge.“ Werner Krautkrämer ist der Elektromechaniker in der Truppe. Wann immer es irgendwelche besonderen mechanischen Halterungen oder Anpassungen braucht, kommt er mit einer Idee um die Ecke. Auch hier ist es das Knobeln, um Geräte wieder lauffähig zu bekommen. „Mein Wissen gebe ich gerne auch an Jüngere weiter. Und nicht nur das Wissen, sondern auch den Spaß, dass man defekte Geräte nicht einfach wegwerfen muss, sondern noch retten kann. Zudem lernt man durch das Reparieren unwahrscheinlich viel, was sich Firmen bei der Entwicklung der Geräte damals gedacht haben könnten.“

Tim Farnschläder ist seit einigen Jahren fertiger Absolvent der Hochschule und mittlerweile als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. „Es ist unglaublich entspannend, mal nach den meist theoretischen Büro- und Lehrtätigkeiten etwas Praktisches zu schrauben. Und wenn man dann noch was Gutes tun kann und Geräten ein zweites, drittes, x-tes Leben einhauchen kann, ist das doppelt schön. Manche Kundinnen und Kunden wollen sich nicht von ihren teils nostalgischen Gegenständen trennen und dann reparieren wir die auch mit den Jahren mehrmals, wenn wieder was kaputt gegangen ist. Die Dankbarkeit der Eigentümerinnen und Eigentümer der Geräte zu sehen, ist schon toll!“

Nadja Klöckner hat vor sieben Jahren ihr Studium der Informationstechnik an der Hochschule Koblenz erfolgreich abgeschlossen. Nach einigen Jahren im Job kommt sie gerne einmal im Monat wieder zurück an die alte Wirkungsstätte der Hochschule Koblenz und kümmert sich vornehmlich auch um IT-Geräte wie PCs, Laptops, Drucker und Weiteres. Als IT-affine Ingenieurin, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat und bereits seit der Berufsausbildung viel Erfahrung mit Druckern gesammelt hat, sind die Schwachstellen von solchen Geräten mittlerweile bekannt. „Tintenstrahldrucker mit separatem Druckkopf sind meist leider Schrott, da die Druckköpfe durch zu seltene Benutzung größtenteils schon so lange eingetrocknet sind, dass nur noch ein Tausch des kompletten Druckkopfs was bringt. Das ist heute aber meistens teurer als ein neuer Drucker.“