Aktuelles Planspiel an der Carl Benz Berufsschule erklärte spielerisch Produktionsabläufe

KOBLENZ/AACHEN. Das gemeinsame Forschungsprojekt „Humanzentrierter Kennzahlenansatz für die Leistungssteigerung auf dem Shop Floor“ (HUMKareS) der Hochschule Koblenz und des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen befasst sich mit der Frage, wie ein Kennzahlensystem zur Motivation und so zu erhöhter Leistung von Werkerinnen und Werkern in den Produktionshallen beitragen kann. Das Forschungsteam hat inzwischen eine App entwickelt, mit der sich logistische Prozesse und weitere Produktionsabläufe spielerisch nachverfolgen lassen. Die verschiedenen Planspielszenarien konnten etwa 40 Auszubildende des zweiten und dritten Lehrjahres in der Carl Benz Berufsschule nun zwei Tage lang ausprobieren, betreut von ihrem Lehrer Andreas Rennecke sowie von Vertreterinnen und Vertretern beider Hochschulen.

Die Schülerinnen und Schüler hatten an verschiedenen Stationen nacheinander bestimmte Aufgaben zu erledigen, beispielsweise das Zusammenbauen eines Miniatur-Lastwagens, das Beladen, die Qualitätskontrolle, eventuelle Nacharbeiten und das Verbuchen der ausgelieferten Menge. Mit einem Tablet erfassten sie in Echtzeit, wie lange sie für die komplette Abwicklung eines Auftrages benötigten. Diese Zeiten wurden dann mit den Werten aus vorherigen Testreihen vergleichen. Um die Sache spannender zu machen, konnten die Schülerinnen und Schüler auch als Teams gegeneinander spielen: Für jeden abgewickelten Lastwagen gab es einen Punkt, so dass es galt, in der festgelegten Zeit möglichst viel abzufertigen. Für Meilensteine wie etwa zehn fertige Lastwagen erhielten die Auszubildenden virtuelle Abzeichen.

„Durch diese Anwendung, welche den Gamification-Ansatz mit Kennzahlen in Echtzeit kombiniert, können die Werkerinnen und Werker sehen, wie schnell sie sind und welche Fehler sie bei der Abwicklung ihrer Aufträge machen“, weiß Jasmin Ohlig, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Prof. Dr. Bert Leyendecker am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Koblenz. Hinzu komme, dass diese spielerischen Elemente die an sich eintönige Arbeit fassbarer und damit wertiger machten. „Durch das Planspiel konnten wir wertvolle Hinweise erhalten, wie sich die Anwendung noch verbessern lässt“, erklärt Thomas Hellebrandt vom Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen, der als Projektpartner das Planspiel an der Carl Benz Berufsschule mit betreute. Berufsschullehrer Andreas Rennecke freute sich über die außergewöhnliche Unterrichtseinheit: „So erhalten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Einblicke in Produktionsabläufe und logistische Prozesse.“

In nächster Zeit wird das Projektteam weitere Planspiele an Berufsschulen durchführen, unter anderem in Lahnstein, Cochem, Mainz und Kirn.

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