Fachtagungen #sozialeArbeitdigital

Professionelles Handeln in Zeiten der Digitalisierung

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Am 17.09.2019 veranstaltet das Institut für Forschung und Weiterbildung des Fachbereichs Sozialwissenschaften in Kooperation mit dem Interdisziplinären Institut für Digitalisierung (IIFD) den Fachtag #sozialeArbeitdigital – Professionelles Handeln in Zeiten der Digitalisierung.

Auf dem Fachtag sollen Chancen und Herausforderungen, die mit der Digitalisierung der Sozialen Arbeit einhergehen, betrachtet werden, sowie Handlungsmöglichkeiten für einen bewussten und professionellen Umgang mit der Digitalisierung in den Feldern der Sozialen Arbeit reflektiert werden.

Hierzu werden folgende Inputs und Workshops angeboten:

Vorträge und Kommentar

Inhalt: Dass die Digitalisierung für nahezu alle gesellschaftli-chen Teilsysteme epochale Umwälzungen bedeutet, ist heute kaum noch umstritten. Im Alltag der Adressat*in-nen, Fachkräfte sowie Institutionen Sozialer Arbeit nimmt die Bedeutung des fortschreitenden digitalen Wandels immer mehr zu. Wie aber wirken sich Digitali-sierungsprozesse auf die Handlungsräume der Sozialen Arbeit aus? Welche Auswirkungen hat der digitale Wan-del auf die Lebenswelt der Adressaten*innen Sozialer Arbeit? Welche digitalisierten Formen der Dienstleis-tungserbringung in der Sozialen Arbeit sind erwartbar?

Zur Person: Prof. Dr. Horst Bossong (Sozialwissenschaftler und Diplom-Sozialarbeiter) studierte und promovierte an der Universität Bremen und war einige Jahre als Sozialarbeiter in Bremen tätig.
Von 1989 bis 1999 war er Drogenbeauftragter des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg und zugleich zwischen 1994 und 1999 Vertreter des Dtsch. Bundesrates in verschiedenen Gremien der Europäischen Kommission, u.a. im Verwaltungsrat der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon.
Seit 1999 ist er Hochschullehrer an den Universität Duisburg Essen und seit 2004 Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkt sind Verwaltungswissenschaften, speziell Sozialverwaltung sowie Drogenhilfepolitik.

Inhalt: Das Projekt „Soziale Berufe im Kontext von Ökonomisierung, Professionalisierung & Digitalisierung“ nimmt eine empirische Vermessung Sozialer Berufe aus Sicht der Auszubildenden, Studierenden und Beschäftigten in sozialen Berufen vor (n=1.064). Die Themenfelder reichen hierbei von der Ausbildungs- und Studiensituation über die Zufriedenheit mit dem Beruf und die Gründe für die Berufswahl bis hin zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Technologien im beruflichen Alltag. Auf den letzten Aspekt wird im Kommentar eingegangen.

Zur Person: Prof. Dr. Katrin Schneiders ist Professorin für Wissenschaft der Sozialen Arbeit mit Schwerpunkt Sozialwirtschaft an der Hochschule Koblenz und Leiterin des Masterstudiengangs Soziale Arbeit. Ihre Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Organisation und Finanzierung sozialer Dienstleistungen sowie deren gesellschaftlich Rahmenbedingungen

Inhalt: Unter dem Schlagwort Künstliche Intelligenz werden derzeit diverse technologische Entwicklungen im Digitalen gefasst. Einiges davon beruht mehr auf Phantasievorstellungen als auf realen Möglichkeiten. Im Kern des Diskurses steht letzlich, dass stetig mehr Aufgaben von Menschen an Software übertragen werden. Doch wer trägt die Verantwortung in diesen automatisierten Entscheidungssystem? Wie kann man die Arbeitsweise dieser Systeme und einen bewussten Umgang damit vermitteln? Und welches Potential bietet die Automatisierung für eine progressive gesellschaftliche Entwicklung?

Zur Person: Lorenz Matzat ist Mitgründer der NGO AlgorithmWatch in Berlin. Er ist Journalist und Softwareunternehmer. Schwerpunkte seine Arbeit sind Daten- & Lokaljournalismus, Kartenvisualisierungen und Algorithmic Accountability.

Workshops

Inhalt: Gestern Facebook, heute Instagram und Snapchat – Jugendkulturen sind stark von Digitalisierung ge-prägt und überaus dynamisch. Eine besondere Herausforderung für die Jugendsozialarbeit. Wie kommt der*die Sozialarbeiter*in „ran an den hei-ßen Scheiß“, der Jugendliche gerade umtreibt? Was ist die Motivation, bereits Kinder an digitale Medien heranzuführen und welche Wege gibt es, Kinder und Jugendlichen in ihrer digitalen Lebens-welt zu erreichen? Im Rahmen des Impulsworkshops werden Kon-zepte und Projekte aus der medienpraktischen Ar-beit mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt und Handlungsansätze für die Bildungs- und Erzie-hungsarbeit aufgezeigt.

Zur Person: Katja Mayer ist Diplom-Sozialpädagogin (FH) und arbeitet seit 2007 bei medien+bildung.com im Haus der Medienbildung – Jugendkunstschule für Medien (hdm). Ende 2009 hat sie dessen Leitung übernommen. Nach einem Auslandsaufenthalt 2015/16 kehrt sie im September 2016 in das Haus der Medienbildung zurück.

Inhalt: Die Whatsapp-Teamgruppe zur unkomplizierten Übermittlung von Informationen oder die Anspra-che von Klient*innen über Facebook. Die Nutzung Social-Media-Plattformen in der Sozialen Arbeit ist allgegenwärtig. Klienten-Datenschutz sowie die Einhaltung von Persönlichkeitsrechten, spielen hierbei eine gewichtige Rolle. Der Workshop geht auf rechtliches Hintergrund-wissen zur Verwendung von Diensten und Soft-ware in der Sozialen Arbeit ein.

Zur Person: Prof. Dr. Gabriele Janlewing arbeitete nach ihrem Jura Studium als Rechtsanwältin mit den Schwerpunkten Schuldnerberatung und Familienrecht. Seit 2014 ist sie Professorin an der Hochschule Koblenz mit dem Lehrgebiet Recht in der Sozialen Arbeit. Zudem ist sie seit 2019 Datenschutzbeauftragte der Hochschule Koblenz.

Inhalt: Ob per Chat oder E-Mail, der digitalen Kommuni-kation kommt auch im Bereich der Beratung eine immer größere Rolle zu. Was sind Vor- und Nach-teile? Worauf ist zu achten? Wie verändert sich die Beratungspraxis? Ein*e Praktiker*in berichtet und lädt zum fachlichen Austausch ein.

Zur Person: Kirsten Schellack hat Sozialarbeit sowie Psychologie studiert und hat eine Projektmanagementzusatzausbildung. Frau Schellack hat die Online-Beratung des Deutschen Caritasverbandes e. V. aufgebaut und ist seit 13 Jahren beim Deutschen Caritasverband (DCV) tätig.

Inhalt: Die Workshop-Teilnehmenden erhalten praktische Einblicke in die Peer-to-Peer-Arbeit von PIKSL. PIKSL hilft die (digitale) Welt für alle Menschen verständlich zu gestalten. Dazu gibt es unter-schiedliche PIKSL Bildungsangebote. Sie tragen dazu bei, dass Barrieren abgebaut und Komplexität im Alltag verringert werden

Zur Person:

Elisabeth Hermanns arbeitet seit der Eröffnung des PIKSL Labors im Jahre 2011 am Standort Düsseldorf. Sie engagiert sich in vielen Belangen für Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung. Sie ist gewählte Klientenvertreterin und arbeitet zusätzlich in Projekten wie "Hier bestimme ich mit - Index für Partizipation" des Bundesverbands evangelischer Behindertenhilfe mit.

Dr. Nadja Zaynel leitet das PIKSL Labor in Düsseldorf seit Oktober 2017. Auch sie engagiert sich darüber hinaus für die Belange von Menschen mit einer sog. geistigen Behinderung. Sie ist Fachgruppensprecherin der Fachgruppe "Inklusive Medienbildung" der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und sitzt im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit NRW e.V.

Inhalt: Die Sozialen Medien sind zu einem bedeutsamen Ort politischer Meinungsbildung geworden. Neue Kommunikationsräume, wie Facebook, Twitter o-der Instagram werden dazu genutzt um Meinun-gen zu bilden/ zu festigen oder sich Gehör zu ver-schaffen. Der Workshop soll aktuelle Erkenntnisse zu Phä-nomenen wie Hate Speech, Fake News und Fil-terblasen bereitstellen, sowie einen Austausch über Möglichkeiten des Umgangs mit digitaler konfrontativer Meinungsmache in den Feldern der Sozialen Arbeit anregen.

Zur Person: Fabian Jellonnek ist Politikwissenschaftler und Experte für Rechtsextremismus. 2017 gründete er mit seinem Kollegen Pit Reinesch zusammen achtsegel.org - Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung im Netz.