Presse Transferstelle für Elektromagnetische Verträglichkeit an Prof. Dr.-Ing. Johannes Stolz übergeben

Seit 2002 war Prof. Dr.-Ing. Karl-Josef Mürtz zusammen mit seinem Mitarbeiter Dipl.-Ing. (FH) Hans-Josef Degen für die Transferstelle für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zuständig. Mit Eintritt in den Ruhestand übergab Mürtz nun die Leitung dieses Prüflabors an Prof. Dr.-Ing. Johannes Stolz, der am Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz die Professur „Regenerative Energien“ innehat.

  • Foto von links: Prof. Dr.-Ing. Johannes Stolz, Prof. Dr.-Ing. Karl-Josef Mürtz, Dipl.-Ing. (FH) Hans-Josef Degen und Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran.

Die EMV ist ein Spezialgebiet der Elektrotechnik, das sich mit der gegenseitigen Beeinflussung elektrischer Geräte und Systeme beschäftigt. Nach dem Gesetz zur Elektromagnetischen Verträglichkeit von Geräten (EMVG) ist in Deutschland jeder Hersteller oder Importeur verpflichtet nachzuweisen, dass seine Geräte die in Europa gültigen Normen hinsichtlich Störfestigkeit und Störaussendung einhalten. Elektromagnetisch verträglich zu sein ist ein primäres Qualitätsmerkmal von Produkten der Elektro- und Elektronikindustrie, das äußerlich durch die CE-Kennzeichnung dokumentiert wird.

„Die Testmethoden erfordern extrem hohe Investitionen und verursachen zusätzliche Betriebskosten, die von kleinen und mittleren Unternehmen in den seltensten Fällen aufgebracht werden können“, weiß Prof. Dr. Mürtz. Um diese Unternehmen dabei mit hochmoderner Mess- und Prüftechnik zu unterstützen, hatte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium 1993 die EMV-Transferstelle an der Hochschule Koblenz ins Leben gerufen. 25 Jahre später betont auch der neue Leiter der EMV-Transferstelle, Prof. Dr. Johannes Stolz, den Dienstleistungscharakter dieser Einrichtung: „Wir bieten den Unternehmen an, ihnen bereits bei der Entwicklung eines elektrotechnischen Produktes im Hinblick auf die gesetzlichen Anforderungen beratend zur Seite zu stehen.“ Grundlegende Messungen und Arbeitsschritte werden dabei zum Teil auch von Studierenden der Fachrichtung Elektrotechnik und Informationstechnik im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten übernommen.

Da die EMV-Transferstelle inzwischen in Rheinland-Pfalz einzigartig ist, erstreckt sich das Einzugsgebiet weit über die Region Mittelrhein und Westerwald hinaus. „Sogar aus Trier und Aachen kommen Firmen zu uns“, freut sich Hans-Josef Degen über die ungebrochen hohe Nachfrage nach den Angeboten der EMV-Transferstelle. Prof. Dr. Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, informierte sich im Rahmen der Übergabe der EMV-Transferstelle über deren breites Leistungsspektrum und über die gute Auftragslage, durch die sich diese Einrichtung selbst trägt. „In dieser Transferstelle lässt sich beispielhaft sehen, in welchem Maße Hochschulen für angewandte Wissenschaft in die Wirtschaft hineinwirken und diese mit dem Transfer von Wissen tatkräftig unterstützen können“, so Bosselmann.

Ein weiteres Standbein der EMV-Transferstelle ist die Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt, die heute populärwissenschaftlich unter dem Stichwort „Elektrosmog“ diskutiert wird. So verfügt die EMV-Transferstelle auch über tragbare Geräte, mit denen Hans-Josef Degen Messungen vor Ort durchführen kann. „Diese Leistung wird auch von Privatpersonen in Anspruch genommen, beispielsweise um zu überprüfen, ob ein potentielles Baugrundstück eine erhöhte Belastung mit elektromagnetischer Strahlung aufweist“, berichtet Degen, „in der Regel liegen aber die Werte weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten.“