Presse Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal - kooperative Studie zusammen mit der TH Bingen und der Hochschule Geisenheim

Der Klimawandel stellt auch für das Welterbe Oberes Mittelrheintal eine enorme Herausforderung dar. Sowohl die in 2029 geplante Gartenschau als auch die Kommunen und ihre Bewohner*innen müssen sich auf Hitze, Dürre, Stürme, Starkregen und Sturzfluten, Niedrig- und Hochwasser einstellen. Die Art und Weise, wie sich die Kommunen in der Region auf den Klimawandel vorbereiten, ihn in ihren Planungen vorausschauend berücksichtigen und ihre Kommunen schützend stärken, wird ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein. Dabei geht es aber nicht nur um die Gartenschau sondern vor allem um die Vorsorge für gesunde Lebens- und Existenzbedingungen für die Menschen, die hier auch nach der BUGA dauerhaft leben und arbeiten wollen. Vor diesem Hintergrund haben drei Hochschulen aus dem Welterbe Oberes Mittelrheintal – die Hochschule Koblenz, die Technische Hochschule Bingen und die Hochschule Geisenheim - in 2020 eine Studie zur Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal erstellt, die nun auf den jeweiligen Websites der Hochschulen zum Download bereitsteht. Die Studie richtet sich in ihren Aussagen und Empfehlungen sowohl an die Kommunalverwaltungen als auch an politische Vertreter*innen und Bürger*innen.

  • Foto: colourbox.de

Im Fokus der Studie steht nicht der Klimaschutz, sondern die Klimaanpassung durch die Kommunen. Ziele der Studie sind dabei, sowohl den aktuellen Stand zu Klimawandelfolgen im Welterbe-Gebiet Oberes Mittelrheintal zu beleuchten als auch für einzelne Handlungsfelder konkrete Vorschläge zu entwickeln.

Vier erkenntnisleitende Fragestellungen führen durch die Studie:

  • Wie sind Kommunen im Mittelrheintal vom Klimawandel betroffen?
  • Was können Kommunen tun, um sich an den Klimawandel anzupassen?
  • Welche Herausforderungen bestehen und welche positiven Beispiele gibt es
  • Welche Möglichkeiten der Steuerung und Umsetzung gibt es?

Damit gibt die Studie zunächst einen Überblick zum Stand des globalen Klimawandels und stellt Zusammenhänge zum Stand in Deutschland, in Rheinland-Pfalz sowie vertiefend im Bereich des Oberen Mittelrheintals dar. Relevante Schwerpunkte sind hierbei die Entwicklung der Lufttemperatur und der Jahresniederschläge, sowie die Folgen der Klimaveränderungen und Anpassungserfordernisse für das Obere Mittelrheintal. In Folge werden insbesondere die Bedeutung von Grünstrukturen, Gewässern, Boden und Kaltluftentstehungsgebieten und -abflussbahnen sowie ihrem jeweiligen Anteil am Einfluss aufs (Klein-)Klima näher betrachtet.

Die Betroffenheit der Kommunen durch den Klimawandel und konkrete Problemfelder im Oberen Mittelrheintal werden anhand ausgewählter Teilräume für exemplarische Kommunen identifiziert. Dabei werden konkrete Hitze- und Risikopotenziale durch die Betrachtung von Grünbestand, Zustand der Gewässer, Kaltluftentstehungsgebieten und -bahnen sowie dem Versiegelungsgrad des Bodens festgestellt. In der Folge finden sich exemplarische, übertragbare kommunale Handlungsvorschläge zur Klimaanpassung, bei denen die Schwerpunkte ebenfalls auf den Handlungsfeldern Grünstrukturen, Gewässer, Boden und Sicherung der Kaltluftentstehung und -ableitung liegen.

Abschließend zeigt die Studie Möglichkeiten der Unterstützung von Klimaanpassungsmaßnahmen durch adäquate Steuerungsinstrumente (z.B. in der Bauleitplanung) und entsprechende Fördermöglichkeiten auf.

Für die Hochschule Koblenz zeichnen aus dem FB bauen-kunst-werkstoffe die Vertreterinnen des Studienganges Umwelt-, Wasser- und Infrastrukturmanagement Prof. Ulrike Kirchner und Prof. Dr. Dörte Ziegler verantwortlich. 

Die Studie steht als PDF-Datei hier zum Download zur Verfügung.