Experience Reports Maike Bosbach- at Universitas Udayana, Bali, Indonesia

Hallo,

mein Name ist Maike Bosbach und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialwirtschaft im mittlerweile 4. Mastersemester. Mein 3. Mastersemester habe ich an der UDAYANA Universität auf BALI- Indonesien verbracht. Nach vier Jahren ununterbrochenem Studium war mein 4-monatiges Auslandssemester eine perfekte Abwechslung, um noch einmal Kraft für den Endspurt des Masters zu sammeln. Ich kann euch ein Auslandsemester im warmen sonnigen Bali deshalb wärmstens ans Herz legen.

Allgemeine Informationen zur Gastuniversität und meinem Austauschprogramm

Die UDAYANA Universität ist die größte staatliche Universität in Bali. Der Campus für Internationale Studenten befindet sich auf der südlichen Halbinsel Balis.

Mit Hilfe der Austauschorganisation GoBali habe ich mein Auslandssemester in Bali verwirklicht. Es gibt ca. 4-6 preislich sehr nah beieinander liegende Austauschorganisationen, welche ein wirtschaftswissenschaftliches Studium an der UDAYANA ermöglichen. Die Studiengebühren belaufen sich auf 1.499 Euro pro Semester inklusive Studienmaterialien etc. Ein Auslandssemester beträgt 15 Wochen Studienaufenthalt mit einer Pause von 2 Wochen zum Halbsemester.

Mein Stundenplan bestand aus den 3 Grundfächern: Money Management, Economy in South East Asia und Bahasa Indonesia (Indonesisch als Sprache). Im zweiten Teil musste ein Schwerpunkt aus drei Vertiefungen gewählt werden, wobei das Studienprogramm GoBali hier die Möglichkeiten „Leadership & Entrepreneurship“, „Logistics & Supply Chain Management“ sowie „Tourism Management“ anbietet. Jeder dieser Schwerpunkte besteht aus drei Fächern. Ich habe mich für den ersten Schwerpunkt entschieden und die Fächer „Leadership, Entrepreneurship sowie Cross Culture Competence Management“ besucht. Die Vorlesungen wurden in Englisch gehalten, fanden an drei Tagen in der Woche statt. Somit blieb genug Zeit zum Insel erkunden und Reisen.

Leben und Leute in Bali

Nicht umsonst ist Bali eine der meist besuchten Inseln des indonesischen Raums. Die Insel beeindruckt mit ihren vielfältigen Landschaften und traumhaften Stränden und natürlich mit ihrer einzigartigen Kultur und ihren Menschen. Die Luft in Bali ist immer von einem Hauch von Räucherstäbchen und Roller-Qualm geprägt. Schon früh am Morgen stehen vor jeder balinesischen Tür kleine Opferschälchen mit Opfergaben. Die meisten Balinesen gehören einer Form des hinduistischen Glaubens an. Die Religion und das Feiern von religiösen Zeremonien sind das Wichtigste im Leben eines Balinesen. Man kann sagen, Balinesen arbeiten fast nur dafür, um Zeremonien abhalten zu können. Im Durchschnitt verdienen Menschen in Bali 70-80 Euro im Monat. Armut und Korruption sind nach wie vor leider viel zu hoch. Das Leben in Bali ist für unsere Verhältnisse sehr günstig. Lebensmittel, die wir gewohnt sind, wie Brot oder Milchprodukte, sind wirklich teuer, Essen gehen hingegen ist verhältnismäßig sehr günstig, weshalb wir oft in traditionell balinesischen Warungs gegessen haben. Auch alle Freizeitaktivitäten sind um einiges günstiger als in Deutschland oder Europa. Wenn ihr also schon immer mal preiswert Raften, Tauchen, Schnorcheln oder Jet-Ski fahren wolltet, seid ihr hier richtig.

Reisen

Während meiner 4 Monate in Bali haben wir eigentlich jedes Wochenende etwas unternommen. Da die Vorlesung ja nur an drei Tagen in der Woche stattfand, konnte in den verlängerten Wochenenden so einiges besichtigt werden. Unser Ziel war es am Ende des Semesters alle sehenswerten Orte auf und um Bali erkundet zu haben. Mit Hilfe von einem kleinen Busunternehmen oder Fahrern haben wir zahlreiche Touren zu verschiedensten Plätzen der Insel unternommen. Erkundet wurden Reisfelder, Tempel, Höhlen, Strände, Vulkane, der Ozean, der Dschungel, der Affenwald, unzählige Strände, Dörfer ….und vieles mehr. Langweilig wird es hier nicht und man wird es nicht schaffen, wirklich alles zu sehen. Deshalb sollte man jede freie Minute dazu nutzen. Das Busunternehmen, welches ich euch empfehlen kann, heißt PERAMA und bietet Touren auf Bali, Lombok, Java bis hin zu Borneo an.

Was sollte man unbedingt machen?

  • Nachts auf den Vulkan Gunung Batur steigen, um von dort aus den Sonnenaufgang zu erleben. Der Gunung Batur ist der zweitgrößte aktive Vulkan auf Bali.
  • In den Norden der Insel in den Ort Lovina fahren, um dort am frühen Morgen mit einem Fischerboot aufs Meer zu fahren und die dann vorbeischwimmenden Delphine zu sehen.
  • Wanderung durch die Reisfelder
  •  Surfen lernen
  •  auf die Insel Nusa Lembongan fahren und schnorcheln oder tauchen
  •  auf die Gili-Inseln (Lombok) fahren, schnorcheln und den Sonnenuntergang anschauen
  •  einen Affenwald besuchen
  •  einen Tauchkurs machen
  •  die nicht touristisch überlaufenen Tempel besuchen
  •   zu abgelegenen Wasserfällen laufen, bspw. Sekumpul
  •   eine traditionelle Zeremonie bzw. einen traditionellen Tanz anschauen
  •   eine balinesische Massage genießen
  •   neue exotische Früchte und einheimisches Essen probieren
  •   eine Baby-Schildkröte am Strand aussetzen (Bali Sea Turtle)
  •   auf einen traditionellen balinesischen Markt gehen

 

Außerdem Wichtig

Die richtige Kreditkarte

In Indonesien zahlt man mit der Währung Indonesische Rupiah, wobei 1 Euro ca. 15.000 IDR entspricht, je nach Wechselkursschwankungen. Dies bedeutet Unmengen an Scheinen. Der höchste Betrag, den ihr auf einmal abheben könnt, beträgt 1,2-2 Mio IDR (75-100 Euro), da nicht mehr Scheine in den Automatenschlitz passen. Deshalb ist es umso wichtiger, eine Kreditkarte zu haben, bei der keine Gebühren für das Abheben anfallen (sonst zahlt man jedes Mal 5 Euro). Ich habe mich für die Kreditkarte der DKB entschieden, weil diese gleichzeitig als internationaler Studierendenausweis dient. Trotzdem habe ich noch eine weitere Kreditkarte als Ersatz von meiner Hausbank mitgenommen, da es vorkam, dass Bankautomaten Karten eingezogen haben. In abgelegenen Gebieten solltet ihr grundsätzlich genügend Bargeld mitnehmen in kleinen Scheingrößen, da die Einheimischen sonst nicht wechseln können.

Auslandskrankenversicherung

Als Langzeit-Auslandskrankenversicherung habe ich den Young Travel Tarif für Studenten und Au-pairs der HanseMerkur Versicherung für 1,05 € pro Tag genommen, den ich euch auch uneingeschränkt empfehlen kann. Meine angefallenen Krankheitskosten wurden immer zügig erstattet und das Preis-Leistungsverhältnis hat mich überzeugt.

Gesundheit, Vorsorge und medizinische Versorgung vor Ort

In Bali sollte man gesundheitlich folgende Dinge beachten, wenn man einen längeren Aufenthalt plant. Besonders frühzeitig solltet ihr euch über ausreichenden Impfschutz kümmern und die eventuelle Übernahme der Impfkosten durch eure Krankenversicherung erfragen. Ich habe mich vor Bali gegen folgende Krankheiten impfen lassen: Hepatitis A, (für Hepatitis B bestand bei mir noch ausreichender Schutz, dies könnt ihr von eurem Hausarzt testen lassen), Typhus, Cholera, Tollwut und Japanische Enzephalitis. Die beiden letzteren sind meines Erachtens nicht zwingend notwendig gewesen, da die Krankenhäuser in Bali sehr gut ausgestattet sind und alle wichtigen Medikamente und Impfstoffe in der Regel vorrätig haben. Trotzdem habe ich mich mit der Impfung sicherer gefühlt bei all den frei laufenden Hunden und Affen in Bali, insbesondere, wenn man gerade in sehr abgelegenen Gebieten oder auf kleinen Nachbarinseln unterwegs ist. Auf Bali ist natürlich alles nicht so sauber wie in Deutschland, sodass ihr insbesondere bei ungekochtem Essen oder selbst gemachten Eiswürfeln vorsichtig sein solltet. Ein weiteres Problem ist die hohe Anzahl an Mücken. Es ist wichtig sich möglichst immer mit Mückenspray einzusprühen. Leider durfte ich auch mal zwei Wochen mit Dengue-Fieber im Bett verbringen.

Gepäck

Nehmt nicht so viel zum Anziehen mit!! Ihr braucht die Sachen nicht. Außerdem werdet ihr euch in Bali sowieso mit neuen Bikinis und Klamotten eindecken! Ihr solltet jedoch ein paar Poloshirts mit Kragen mitnehmen, da in der Uni Dresscode herrscht. Zu den Vorlesungen werden lange Hosen, T-Shirts mit Kragen und geschlossene Schuhe verlangt. Dies sollte man aus Respekt für die  Dozenten auch tragen. Wir haben unsere Sachen in kleinen balinesischen Wäschereien waschen und bügeln lassen für umgerechnet 50 Cent pro Kilo Wäsche. Ein Großteil meiner Kleidung habe ich zum Schluss in Bali gelassen und damit den Angestellten meiner Unterkunft eine Freude gemacht.

SIM-Karte

In Bali gibt es fast überall in öffentlichen Bereichen und Restaurants WLAN. Es empfiehlt sich jedoch eine eigene indonesische SIM-Karte zu benutzen. Telefonieren und Internet sind unglaublich günstig und praktisch, um untereinander zu telefonieren und bspw. Dinge wie Ausflüge zu organisieren oder zu buchen.

belogin